27.05.2020 - 09:50 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Neuer Marktrat tritt in Arbeitsphase ein

"Keine Gefahr für Deiselkühn." Das Statement aus dem Wasserwirtschaftsamt ebnet den Weg, Hochwasserschutzmaßnahmen für das Dorf wieder zu vergessen. Die Märkträte hören, dass diese teurer kämen als die Schäden eines möglichen Hochwassers.

Wie der neue Marktrat nun informiert wurde, kommt das Dorf Deiselkühn um eine aufwendige Schutzmaßnahmen vor einem möglichen Jahrhundert-Hochwasser herum. Selbst wenn es zu so einer Überschwemmung käme, würde sie kaum Schäden verursachen, revidierte das Wasserwirtschaftsamt Weiden seine frühere Einschätzung.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Vor gut zwei Wochen, bei der ersten öffentlichen Sitzung des neu gewählten Marktrats, ging es vor allem um die Vereidigung der neuen Mitglieder im Gremium und die Verteilung der Plätze in den Ausschüssen. Bei einer neuerlichen Zusammenkunft am Montag dieser Woche wurde das Plenum erstmals mit Sachthemen konfrontiert. Etwa dem Hochwasserschutz für Deiselkühn.

Die Räte hörten dabei, dass vor genau drei Jahren eine Basisstudie des Weidner Amtes vorgestellt wurde, in dem es um den Hochwasserschutz für Schwarzenfeld ging, wobei die Wasserwirtschaftler auch Deiselkühn analysierend in den Blick genommen hatten - damals noch mit dem Hinweis, Schutzmaßnahmen seien wohl notwendig. Zweieinhalb Jahre später, die Studie war zwischenzeitlich weiterentwickelt worden, winkte Bauorberrat Andreas Ettl bei einer Bürgerversammlung Ende 2019 in Deiselkühn wieder ab.

Seine Berechnungen hatten ergeben, dass in Deiselkühn nur eine geringfügige Betroffenheit für einzelne Nebengebäude bestehe. Eine Gefahr für das Leben der Dorfbewohner oder für bedeutende Sachwerte wurde nicht festgestellt. "Ein etwaiges Schadenspotential ist deutlich geringer, als die zur Realisierung des Hochwasserschutzes anfallenden Baukosten," fasste Bürgermeister Peter Neumeier den aktuellen Sachstand zusammen. Das sah auch der Marktrat so, so dass eine entsprechende Vereinbarung mit der Behörde in Weiden in diesem Punkt abgeändert werden soll.

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Schwarzenfeld

Auch die weiteren Punkte der Sitzung, die erneut in Sportparkhalle über die Bühne ging, waren schnell abgehakt: Der Wasserhochbehälter Westenberg braucht einen neuen Stromanschluss, den das Bayernwerk liefert; der Markt steuert einen Baukostenzuschuss von rund 40 000 Euro bei. Die Schwarzenfelder Feuerwehr kann sich freuen, dass ihr neuer Mannschaftstransporter nun doch eine fest installierte, große Vorwarntafel auf dem Dachträger erhalten soll. Das war vom vorherigen Marktrat schon einmal abgelehnt worden (zuschussfähige Kosten: 12 000 Euro). Und bei der Verlängerung der Hertzstraße werden künftige Gebäude Hausnummern ab 101 erhalten.

Es ging auch noch um einige Baumaßnahmen. Die oben genannte Verlängerung der Hertzstraße, die sich im Gewerbegebiet West befindet, wird von der Tiefbaufirma Seebauer aus Schwarzhofen ausgeführt. Eingeschlossen in den Auftrag sind Straßen-, Kanal- und Wasserleitungsbauarbeiten, außerdem eine DSL-Verrohrung. Den Markt kostet das ungefähr 400 000 Euro.

Auf die etwa gleiche Summe summieren sich zwei Aufträge für die Schulsanierung: Die Baumeisterarbeiten im Innen- und Außenbereich erledigt die Firma Wagner aus Waldmünschen für 350 000 Euro; 70 000 Euro ist an die Firma Kone aus Regensburg zu zahlen, die einen Aufzug in die Schule einbaut. Und schließlich ging es laut Bürgermeister Neumeier auch noch um eine "unaufschiebbare Entscheidung, die für die Steuerung des weiteren Bauablaufs in der Äußere Ringstraße" nötig gewesen sei. Neumeier hat kürzlich vor Ort entschieden, 25 000 Euro auszugeben für den flächigen Aus- und Wiedereinbau der Asphaltdecke von der Einmündung der Klosterstraße bis zur Nabburger Straße. Das Ziel dabei: eine technische Aufwertung und längere Haltbarkeit der Fahrbahn. Der Marktrat hatte nichts dagegen.

Am Ende der Sitzung wurde bekannt gegeben, dass vermutlich in der zweiten Juliwoche der Haushaltsentwurf 2020 dem Marktrat zur Entscheidung vorgelegt wird.

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