03.07.2020 - 15:35 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Bürgermeisterin packt mit an: Harte Arbeit auf dem Bergbauernhof

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Die Arbeit ist anstrengend, nicht ungefährlich und wird nicht bezahlt. Also etwas für Idealistinnen wie Gabi Wittleben. Die Zweite Bürgermeisterin hat zwei anstrengende Woche bei einer Bergbauernfamilie mit angepackt, die Hilfe brauchte.

Gabi Wittleben verbrachte zwei Wochen in den Südtiroler Bergen. Sie ging dort als ehrenamtliche Helferin einer Bauernfamilie bei der Bewirtschaftung des Hofes zur Hand.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Rein in Taufers (italienisch Riva di Tures) ist ein Ortsteil der Marktgemeinde Sand in Taufers in Südtirol (Italien). Der Ort mit etwa 340 Einwohnern liegt auf 1600 Meter Höhe im Reintal, einem Seitental des Tauferer Tals.

Auf die 460 Kilometer lange Reise dorthin machte sich Gabi Wittleben im Juni dieses Jahres, nachdem sie den in Bozen ansässigen Verein „Freiwillige Arbeitseinsätze“ kontaktiert hatte. Der Verein organisiert im Auftrag des Südtiroler Bauernbunds und der dortigen Caritas Helfer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und natürlich aus Italien. Sie sollen Bergbauern zur Hand gehen, die alleine mit ihrer Arbeit überfordert wären.

Lange Arbeitszeiten

Gelandet ist Gabi Wittleben auf dem alten Koflerhof der Familie Oberhauser in Rein in Taufers. „Wenn ich aus dem Fenster geschaut habe, habe ich gegenüber einen Gletscher gesehen“, erzählt die 54-Jährige. Viel Zeit zu schauen hatte sie allerdings nicht: „Ich bin jeden Morgen um 5.30 Uhr aufgestanden und dann haben wir oft bis 20 Uhr gearbeitet.“ Weil Gabi Wittleben eine trainierte Sportlerin und Radfahrerin ist, kam sie mit der körperlichen Anstrengung ganz gut zurecht.

Gabi Wittleben als Zweite Bürgermeisterin vereidigt: Hier der Artikel

Schwarzenfeld

Das Anwesen ist der höchst gelegene, ganzjährig bewirtschaftete Bergbauernhof im Pustertal. Die Arbeit auf 1800 Meter Höhe war kein Zuckerschlecken. Das Sensen an Hängen, die so steil sind, dass sie keine Maschine bewältigen kann, das Auffüllen von Schlaglöchern in der Zufahrtsstraße zum Hof, Holz machen und ähnliche Kraftanstrengungen standen auf dem Programm. Bei Regen wurde im Haushalt geholfen und beim Käse machen.

Ich bin jeden Morgen um 5.30 Uhr aufgestanden und dann haben wir oft bis 20 Uhr gearbeitet.

Gabi Wittleben

Auch der Neubau neben dem Koflerhof musste weiter auf Vordermann gebracht werden. Denn die Familie hat mit staatlicher Unterstützung ein Wohngebäude hochgezogen, das noch nicht ganz fertig ist und unter anderem drei Ferienwohnungen enthält – mit dem Ziel, die Einkünfte auf eine breitere Basis zu stellen. Bislang bringt der Hof nur Geld aus dem Verkauf von Zirbenholz und Heu, Milch und Käse.

Das Anwesen ist der höchst gelegene, ganzjährig bewirtschaftete Bergbauernhof im Pustertal. Die Arbeit auf 1800 Meter Höhe war kein Zuckerschlecken für die Schwarzenfelderin.

Um in Übung zu kommen, hat Gabi Wittleben vorher in Schwarzenfeld das Sensen geübt, an möglichst steilen Böschungen, die sonst vom Bauhof bearbeitet werden müssen. Das gab natürlich nur einen Vorgeschmack. In Südtirol erwarteten sie nämlich 90-Grad-Hänge, „auf denen ich teilweise auf allen Vieren unterwegs war“.

Interessante Erfahrung

Auch wenn sie schweißtreibend waren, die zwei Wochen auf dem Koflerhof waren für die Zweite Bürgermeisterin eine interessante Erfahrung. Mit der Bergbauern-Familie ist sie gut ausgekommen, weil sie anzupacken wusste. Sich so anzustrengen mögen nicht alle, die sich für einen Einsatz auf einem Bergbauernhof melden. Manche denken, sie erwarte ein Urlaub auf dem Bauernhof mit etwas körperlicher Ertüchtigung nebenbei. „Aber wir“, so Gabi Wittleben, „haben sogar an den Sonntagen gearbeitet“.

Zwischenzeitlich ist sie wieder zu Hause in Schwarzenfeld und bereitet sich auf einen ganz anderen Einsatz vor. Wenn Bürgermeister Peter Neumeier demnächst sein erstes Kind bekommt, wird sie ihn aktiv bei der Verwaltungsarbeit im Rathaus unterstützen – damit er sich um Frau und Baby kümmern kann.

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