Schwarzenfeld
24.03.2021 - 13:18 Uhr

Geldautomat in Schwarzenfeld gesprengt – Täter auf der Flucht

Großer Schaden, aber keine Beute: Der Geldautomat im SB-Center der Commerzbank in Schwarzenfeld ist in der Nacht zum Mittwoch gesprengt worden. Die Täter sind auf der Flucht.

Am Mittwochfrüh wurde der Umgriff der Commerzbank-Filiale für die Ermittlungsarbeiten abgeriegelt. Bild: mab
Am Mittwochfrüh wurde der Umgriff der Commerzbank-Filiale für die Ermittlungsarbeiten abgeriegelt.

In den frühen Morgenstunden drangen zwei maskierte Männer in das SB-Center der Commerzbank in der Neuen Amberger Straße in Schwarzenfeld ein und sprengten den Geldautomaten. Der Tresor blieb ganz.

Doch schon vor dem Knall wurden die beiden maskierten Täter anscheinend von Zeugen gestört. Sie beobachteten, wie zwei Männer im Vorraum herumhantierten. Die Täter "fühlten sich wohl ertappt", teilt Fabian Künzig, Pressesprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes in München, mit. Sie flüchteten ohne Beute in einem dunklen Fahrzeug.

Gelände abgeriegelt

Kurz vor 4 Uhr morgens wurde dann die Feuerwehr Schwarzenfeld alarmiert. Ursprünglich für einen Einsatz zu einem Verkehrsunfall. Es wurde ein Einsatz ganz anderer Natur. Die Feuerwehrleute machten den Raum, in dem der gesprengte Geldautomat steht, rauchfrei und riegelten das Objekt ab. Am Morgen war dann ein Großaufgebot an Polizeieinsatzkräften vor Ort. Die Experten des Waffen- und Sprengstoffsachgebiets des Landeskriminalamtes übernahmen unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Amberg die Ermittlungen. Das Gelände war abgesperrt, Spuren wurden gesichert. Zur Sprengung des Automaten wurde laut Fabian Künzig kein Gasgemisch, sondern fester, "explosionsgefährlicher Stoff" verwendet. Genauere Untersuchungen dazu werden in den kommenden Tagen im Kriminaltechnischen Institut des LKA in München durchgeführt.

Der Sachschaden ist enorm: Fabian Künzig spricht von geborstenen Sicherheitsgläsern, Rissen im Fundament des Gebäudes. "Das war, als ob eine Bombe losgeht". Der Geldautomat ist komplett zerstört.

Drei ähnliche Fälle

Das SB-Center in Schwarzenfeld war nicht das erste Mal das Ziel von Panzerknackern. Zudem gab es ähnliche Fällen in Nabburg und Nittenau. Bereits vor zwei Jahren ereignete sich in Schwarzenfeld eine Tat nach gleichem Strickmuster: Drei unbekannte Täter sprengten am Morgen des 15. April 2019 das Gehäuse des Automaten. Weil der darin befindliche Tresor stand hielt, mussten die Täter ohne Beute die Flucht ergreifen. Damals waren Anwohner, auch Beschäftigte einer gegenüberliegenden Bäckerei, kurz nach vier Uhr durch einen lauten Knall auf die Einbrecher aufmerksam geworden. Die Polizei wurde von einem Wachdienst-Mitarbeiter verständigt, der sich nach der automatischen Alarmierung auf den Weg zum SB-Center gemacht hatte. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Eine Zeugin beobachtete damals, dass drei Männer wegliefen und mit einem dunklem SUV flüchteten.

Ende November vergangenen Jahres ereignete sich ein ähnlicher Fall in Nittenau. Auch hier wurde ein Geldautomat gesprengt. Ein weiterer Aufbruch dann im Dezember in der Nabburger Commerzbank-Filiale: Dabei hinterließen die Täter Schaden in Höhe von rund 10 000 Euro.

Das Bayerische Landeskriminalamt bittet die Bevölkerung um Mithilfe: Wem sind in den frühen Morgenstunden im Bereich der Neuen Amberger Straße in Schwarzenfeld verdächtige Personen aufgefallen? Wer hat im Vorfeld in der näheren Umgebung verdächtige Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit der Sprengung des Geldautomaten stehen könnten? Sachdienliche Hinweise zur Tat oder den Tätern nimmt das Bayerische Landeskriminalamt unter Telefon 089/12120, oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Schwarzenfeld15.04.2019
Die Feuerwehr wurde gegen 4 Uhr alarmiert. Sie machte den Raum rauchfrei und sicherte das Objekt. Bild: mab
Die Feuerwehr wurde gegen 4 Uhr alarmiert. Sie machte den Raum rauchfrei und sicherte das Objekt.
Durch die Detonation ging auch die Glasfront des Gebäudes zu Bruch. Bild: mab
Durch die Detonation ging auch die Glasfront des Gebäudes zu Bruch.
 
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