04.08.2020 - 18:26 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Hitze und Schädlinge setzen Wäldern zu

Die Waldbauern der Region zeigen großes Interesse an nachhaltiger Waldpflege. Sie erhalten auf Schadflächen bei Traunricht von Experten wichtige Ratschläge.

Förster Dieter Ernst erläutert auf dem Kulchberg vor einer Kultur mit jungen Laubbaumpflanzen Nutzen und Sinn einer aktiven, zeitgemäßen Kultivierung anhand von Schaubildern.
von Manfred BäumlerProfil

Wer sich entweder vorbeifahrend oder durchwandernd die Wälder betrachtet, wird auch ohne fachmännischen Waldbauernblick erkennen, dass die Zahl der „roten“ und damit abgestorbenen Bäume in der Region enorm zugenommen hat. Die Gründe dafür sind vielfältig und werden mit zahlreichen Statistiken nachvollziehbar unterlegt. Die Waldbesitzervereinigung Nabburg-Burglengenfeld organisierte zu diesem weit gefächerten Themenkomplex zusammen mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eine Infoveranstaltung am Kulchberg bei Traunricht (Schwarzenfeld).

Mit dabei waren WBV-Geschäftsführerin Yvonne Wolfrum und Förster Dieter Ernst vom AELF, der als versierter Berater der Waldbauern einen guten Ruf genießt. Außerordentlich groß war das Interesse der WBV-Mitglieder, trotz hochsommerlicher Temperaturen.

Situation spitzt sich zu

Zum Themenschwerpunkt „Schadkomplex um den blauen Kiefernprachtkäfer“ verdeutlichte Ernst die Problematik rund um den Kiefernschädling, der nicht zuletzt aufgrund aktuell vorherrschender Witterungsverhältnisse gerade auf sonnenexponierten Standorten sein Unwesen treibt. Um die Biologie des Käfers zu verstehen, zeigte Dieter Ernst anhand von Schaubildern die Entwicklung des Käfers vom Ei über die Larve bis hin zum ausgewachsenen Käfer über den Zeitraum eines Jahres auf. Ernüchternd dabei die Erkenntnis, dass Schwächungen der Kiefern durch Hitzespitzen eine Überlebensrate der Schädlinge enorm begünstigen. "Wassermangel in den Wäldern verschärft dabei die Situation im Wald zusätzlich", so Ernst.

Käferalarm für Waldbauern

Schwarzenfeld

Anhand einer Schadensfläche am Kulchberg, die sich in Besitz des Marktes Schwarzenfeld befindet und sich auf einem Gebiet von 7500 Quadratmetern erstreckt, wurde den Waldbesitzern vor Augen geführt, wie eine Kulturbegründung mit Laubholzbestand gelingen kann. Roteiche, Elsbeere oder auch Vogelkirsche und Eibe sind nur einige der Baumarten, die sich im Gegensatz zur hitzeempfindlichen Kiefer behaupten können. Ein Wermutstropfen dabei ist jedoch die arbeitsaufwändige Bekämpfung der wuchernden Brombeere.

Eindringlich appellierten die beiden Forstleute an die Waldbauern, bei Erkennen der Zeichnung von Kiefern mit rotbrauner Krone unverzüglich zu handeln. Die schnelle Entnahme von Holz und Rinde aus dem Waldbestand müsse gesichert sein. "Die Minimierung des Käfers hat oberste Priorität", machte Förster und Revierleiter Dieter Ernst den Ernst der Lage im Wald klar.

Förderung möglich

Unter Umständen sei die insektizidfreie Bekämpfung der Schädlinge sogar Voraussetzung für eine Förderung, teilt Ernst mit. Hinzu kämen Zuschüsse bei der Ausbringung der Jungpflanzen, "wie es sie selten gegeben hat", ergänzte Yvonne Wolfrum und erwähnt einen „Superfördersatz“ bis zu drei Euro pro Pflanze. Als optimale Pflanzzeit nennen die Fachleute den späten Herbst.

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