14.02.2020 - 17:22 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

"Sabine" ist nicht das Sorgenkind

„Sabine war bei uns recht zahm“, sagt Yvonne Wolfrum. Der Orkan habe in den Wäldern des Landkreises nur geringe Schäden angerichtet, erklärt die Geschäftsführerin der Waldbesitzervereinigung Nabburg-Burglengenfeld.

Johann Krottenthaler, August Steinbauer, Yvonne Wolfrum, Alwin Kleber, Bernhard Irlbacher und Hubert Amode (von links) sprachen bei der Mitgliederversammlung der Waldbesitzervereinigung Nabburg-Burglengenfeld.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Waldbesitzer plagen andere Sorgen. "Das Geschäftsjahr war geprägt von Trockenheit und Käferbefall", stellte Yvonne Wolfrum bei der Jahreshauptversammlung in der Miesberggaststätte im Rückblick fest. "Vor allem der Kiefernprachtkäfer macht uns zu schaffen", so die staatlich geprüfte Försterin. Besonders im Raum Schwarzenfeld und Burglengenfeld habe der Parasit große Schäden verursacht, begünstigt durch die Trockenheit und die Hitze. "Käferbefall, Schneebrüche und Sturmschäden zwingen unsere Mitglieder zu vermehrtem Einschlag", erklärt die Geschäftsführerin.

Überangebot drückt Preis

Die Folge: Das Überangebot an Holz drückt die Preise. Derzeit lassen sich für einen Kubikmeter Kiefer 55 bis 60 Euro erlösen. Für die Fichte sind es 65 Euro. Yvonne Wolfrum rät den Waldbesitzern, die vom Prachtkäfer befallenen Kiefern sofort zu fällen, um die "für Frischholz doch noch passablen Preise" erlösen zu können. Für Brennholz bekomme man später nur 25 bis 30 Euro für den Ster. Auch bei der Fichte sollten die Bauern mit offenen Augen durch ihre Bestände gehen und befallene Bäume herausholen, rät die Expertin. Sie weist darauf hin, dass es für die "insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung" staatliche Zuschüsse gebe.

Die Waldbesitzervereinigung Nabburg-Burglengenfeld hat 1565 Mitglieder mit einem Besitz von insgesamt 17 237 Hektar. Sie verkaufte im abgelaufenen Geschäftsjahr 33 408 Festmeter Holz und erlöste dafür knapp 1,7 Millionen Euro. Das waren 600 000 Euro weniger als im Jahr zuvor. Im laufenden Geschäftsjahr deute sich ein weiterer Rückgang an, erklärte Yvonne Wolfrum den Mitgliedern. Der Umsatzrückgang liege im Überangebot an Holz und in den niedrigen Preisen begründet. Die Geschäftsführerin empfiehlt den Mitgliedern, sich vor einem geplanten Einschlag mit dem WBV-Büro in Verbindung zu setzen, "um das Sortiment zuordnen zu können".

WBV-Vorsitzender August Steinbauer erwartet "von der Politik" Steuererleichterungen für die Erlöse aus den Einschlägen und würde dies als Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit der Waldbauern erachten. Forstdirektor Alwin Kleber verspricht sich von der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Amt für Landwirtschaft und Forsten und der Waldbesitzervereinigung eine "noch bessere Zusammenarbeit".

Wald im Dauerstress

Sie sei dringend erforderlich, denn: "Wald- und Forstwirtschaft befinden sich in einer existenziellen Krise". Die letzten vier Jahre waren gekennzeichnet von einem "waldschädlichen Extremklima". Die Bestände seien einem Dauerstress durch Schnee, Wind, Insekten, Pilze und Dürre ausgesetzt. Der Landkreis Schwandorf sei von "Kalamitätsschäden", also von Schäden durch "höhere Gewalt", nicht so stark betroffen wie andere Regionen, stellte der Bereichsleiter am Landwirtschaftsamt fest. Er sieht darin einen Beweis, "dass sich die Waldbauern hierzulande kümmern und mit offenen Augen durch ihre Bestände gehen". Alwin Kleber kündigte für April "eine deutliche Erhöhung der Fördersätze nach den Waldbauförderrichtlinien" an. Aus dem Vertragsnaturschutzprogramm "Wald" gebe es für "Biotopbäume" Fördersätze zwischen 125 und 195 Euro pro Baum.

Der Inhaber der Firma "Holzbodenwerk", Johann Krottenthaler (Michelsneukirchen), stellte eine neue Methode der Thermobehandlung vor, die das Holz gegen Pilzbefall resistent und damit dauerhaft haltbar mache. Damit lasse sich der natürliche Rohstoff im Wohnungsbau vielseitiger verwenden.

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