17.09.2020 - 15:01 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Milchwerke bauen Firmensitz weiter aus

Der Bauboom der Naabtaler Milchwerke nimmt kein Ende. Drei neue Anträge werden diese Woche vom Bauausschuss des billigend zur Kenntnis genommen. Zur Sprache kommt bei der Sitzung auch der fehlende Service am Forsterweiher.

Die Naabtaler Milchwerke planen weitere Baumaßnahmen auf ihrem Firmengelände, die unter anderem die beeindruckende "Skyline" um drei zusätzliche Edelstahltanks von 30 Metern Höhe ergänzen werden.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Die Naabtaler Milchwerke GmbH & Co. KG Privatmolkerei Bechtel bauen ihren Firmensitz in Schwarzenfeld weiter aus. Die Großmolkerei ließ sich vom Bauausschuss zunächst die geplante Vergrößerung der Kantine absegnen. Sie soll fast doppelt so groß werden wie bisher und zusätzlich mit einer ausgedehnten Büroanlage überbaut werden.

"Das ist erforderlich, um die Räumlichkeiten an den bereits vorhandenen Personalstamm anzupassen", heißt es zur Begründung. Aktuell würden keine neuen Arbeitsplätze geschaffen. "Dennoch soll die Baumaßnahme zukünftiges Wachstum berücksichtigen." Ziel sei, mit neun neuen Büros und drei Besprechungsräumen die beengte Bürosituation für das Personal zu entschärfen, das derzeit in anderen Räumen und Gebäuden tätig ist. Außerdem würden die beengten Verhältnisse in der Kantine verbessert, die dann nicht mehr 122, sondern 222 Quadratmeter Fläche aufweisen würde.

Darüber hinaus befasst sich ein zweites Vorhaben des Unternehmens damit, das Molkereigebäude an der Ostseite zu erweitern. Dazu wird ein dreistöckiges Produktionsgebäude errichtet. Zusätzlich will man die Fundamente für drei neue Lagertanks bauen lassen. Hintergrund des Vorhabens ist die Umstellung der verwendeten Zuckerarten - von Glukose/Fructose-Sirup auf Kristallzucker. "Auf Kundenwunsch," wie es hieß. Das Gebäude wird im Erdgeschoss in Richtung Osten als Erweiterung einer bereits vorhandenen Rampe gebaut und über zwei weitere Geschosse in die Höhe geführt. Zusätzlich wird ein Aufzug installiert, der Zucker-Big-Bags und Personen transportieren kann. Auf das Dach kommt ein lärmarmes Kühlgerät, das die Räumlichkeiten auf 16 Grad klimatisieren kann.

Kein höherer Wasserverbrauch

Die drei geplanten Lagertanks dienen laut Firma zur Aufnahme von Milch und Milchprodukten. Die Tankfundamente sollen sofort gebaut und aufgestellt werden, die 30 Meter hohen und vier Meter im Durchmesser aufweisenden Edelstahltanks erst später. Auch hier gelte: Die Maßnahme bewirke keine Erhöhung der Produktionskapazität, sondern sei der Änderung der Rezepturen geschuldet, die sich aus der Umstellung auf Kristallzucker ergeben. Wichtig aus Sicht von Firma und Rathaus: "Die Baumaßnahme zieht keine Erhöhung des Wasserverbrauchs nach sich."

Über diese Bauanträge gab es im Ausschuss keinen Diskussionsbedarf, so dass ihnen das gemeindliche Einvernehmen erteilt wurde. Ähnliches galt für das Vorhaben, die bestehende Kälteanlage zu verändern. Dazu brauchte der Betrieb eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung, gegen die es vonseiten des Ausschusses keine Einwände gab. Diese Arbeiten erfolgen außerdem innerhalb eines bestehenden Gebäudes, so dass ein gesonderter Bauantrag nicht nötig war.

Ausführungsplanung aktuell am Laufen

Schwarzenfeld

Hintergrund ist der Wunsch der Molkerei, die bisherigen Kälteanlagen für die Hochregallager 1 und 2 stillzulegen und rückzubauen. Deren Aufgabe soll die Kälteanlage des Hochregallagers 4 gewährleisten; das wird eine zentrale Kompressionskälteanlage mit geschlossenem Kühlmittelkreislauf. "Die Ammoniakanlage ist absolut gasdicht, Luftemissionen können nicht auftreten," erläuterte Bürgermeister Peter Neumeier den Räten. Überdies werde die Kältemittelfüllmenge nach den Umbauarbeiten deutlich reduziert von 6,6 auf 5,9 Tonnen Ammoniak.

Auf Anregung von Siedler-Marktrat Hans Peter Hierl befasste sich der Ausschuss auch mit dem Thema Forsterweiher. "Die Toiletten dort sind wieder zu," klagte Hierl, für den die Schließung überraschend und unangekündigt gekommen war. Auch die Umkleide wurde geschlossen. Als Grund wurde ihm genannt, dass der Kioskpächter seinen Vertrag gekündigt habe und ihn der Markt wegen der schwierigen Lage in diesem Corona-Sommer entgegengekommen und aus dem Vertrag entlassen habe.

Kiosk neu ausschreiben

Dem Bauhof sei aber im Folgenden nicht zuzumuten gewesen, in Corona-Zeiten die Toiletten, die zum Kiosk gehören, aufzusperren und zu reinigen. Bislang ist es so, dass der Kiosk am Forsterweiher über die benachbarte Sportpark-Gaststätte mitbetreut wird, was sich als unpraktikabel herausgestellt hat. "Wir werden diese Verknüpfung lösen und den Kiosk neu ausschreiben," kündigte Neumeier an.

"Fehlende Toiletten" war auch für ÜPW-Rätin Gabi Wittleben ein Stichwort. Sie bezog es auf den Parkplatz des Schlossparks. Dort gibt es anscheinend immer wieder Camper, die Station machen. Um ihr "Geschäft" zu verrichten, nutzen diese Camper wohl die freie Natur des Parks. "Das ist sehr unangenehm," urteilte Wittleben. Sie bat die Verwaltung zu prüfen, "ob ein Klo dort möglich ist oder ob man die Leute woanders hinleiten kann".

Corona-Sommer: Kiosk und Toiletten am Forsterweiher bleiben zu, nachdem der Pächter gekündigt hat; ein neuer Pächter wird gesucht.
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