29.08.2019 - 13:54 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Nachtsegler am Dachsberg

Sie huschen lautlos durch die Nacht und jagen auch kleine Mücken, die für die blitzschnellen Segler keine Schwierigkeit als Beute darstellen. Die Fledermäuse sind wahre Flugkünstler.

Fledermaus-Expertin Brigitte Schütze zeigte einen Abendsegler - zu erkennen sind die spitzen Zähne
von Siegmund KochherrProfil

Eine Fledermausnacht auf den Dachsberg, der östlich von Asbach bei Schwarzenfeld liegt, erlebten 70 Teilnehmer. In den Wald in Richtung Thundorfer Weiher hatte der Landesbund für Vogelschutz eingeladen. Die Fledermaus-Exkursion kann auch seine Tücken haben. Nicht immer bekommt man die nachtaktiven Tiere zu Gesicht.

Etwa siebzig Kästen sind in einer Höhe von drei Metern in verschiedene Richtungen angebracht. Im Landkreis Schwandorf beleben und bereichern siebzehn Fledermaus-Arten das Ökosystem. Am Dachsberg ist ein Drittel davon sesshaft. Die meistgesichteten Flugakrobaten sind "das Große Mausohr, die Zwerg-, Mücken,- oder die Wasserfledermaus". Es konnten schon mehr als 200 Fledermäuse festgestellt werden. Einige stehen auf der roten Liste Bayerns.

Beim Spaziergang wird so mancher Wanderer nach dem "Warum" fragen, wenn die vermeintlichen Meisen-Kästen mitten im Wald zu sehen sind, sagte Fledermausbetreuerin Diplom-Biologin Brigitte Schütze. Durch Mücken gebe es auch Nahrung für Fledermäuse. Durch die Fledermauskästen wird die Natur höchst schützenswert. "Wir werden verschiedene Arten von Fledermäusen, den Schwalben der Nacht, zu sehen bekommen", sagt sie weiter. Die Fledermaus ist ein Säugetier, wussten Kinder schon.

Die kleinen Flattertiere zu beobachten, sei gar nicht so einfach. Blitzschnell und lautlos verlassen die Tiere die Kästen. Verschiedene Segler können eine Fluggeschwindigkeit von über 100 km/h erreichen. Im Juni und Juli ist Ruhe in den Wochenstuben. Nach vier bis fünf Wochen sind die Fledermäuse flugfähig. Im Fledermauskasten befindet sich oben oft ein Gitterdraht, um Halt zu geben, wenn die Segler mit dem Kopf nach unten schlafen. In ihnen haben vierzig Mütter mit ihren Jungen Platz.

Bei der Exkursion durften die Kinder anlässlich der Europäischen Fledermausnacht in die Kästen blicken. Die Segler sind ausschließlich Insektenfresser und nachts unterwegs, um den Vögeln am Tage aus Konkurrenzgründen aus dem Weg zu gehen. Die Nachtkerze im Garten bietet schon Nahrung genug. Sie leben auch in den Dachstühlen von alten Feldscheunen.

Die Dynamik am Rande der Führung stellte eindrucksvoll den Beweis, wie die Natur sein kann. Strahlende Kinderaugen beim Anblick eines Abendseglers. Die ausgebildeten Flügel die Ohren und die spitzen Zähne samt der relativ großen Füße lassen die Kinder staunen. Sein Jagd-Flug ist geradlinig und schnell, unterbrochen von rasanten Sturzflügen. Man sah wie eine kleine Wasserfledermaus im geringen Abstand zur Wasseroberfläche ihrer Beute nachstellt. Die Kommunikation innerhalb der Nachtsegler kann bis zu 120 Dezibel erreichen.

In luftiger Höhe befinden sich die Nistkästen der Fledermäuse. LBV-Kreisgruppenvorsitzender Zeno Bäumler bei der Überprüfung.
Fledermausnacht auf dem Dachsberg
Fledermausnacht auf dem Dachsberg
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