20.09.2019 - 14:12 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Ostbayernring: Ärger wegen Bohrungen

Eigentümer wirft Tennet mangelnde Information vor

Ein Tennet-Mitarbeiter begutachtet Bodenproben nach einer Bohrung bei Ettmannsdorf. Im Mai war die Bohrkampagne in Schwandorf gelaufen, ab 7. Oktober soll sie nahe Schwarzenfeld fortgeführt werden.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Matthias Kiener ist sauer. Am Donnerstag las er unseren Artikel "Bohrungen für Ostbayernring" und stellte fest, dass auch sein Grundstück bei Irrenlohe von den Bodenuntersuchungen der "Tennet" betroffen sei. Dabei hat er den Erkundungen auf seinem Grundstück schon länger widersprochen.

"Der Eigentümer, in diesem Fall ich, muss von den geplanten und von mir bereits im Januar 2019 untersagten Probebohrungen aus der Zeitung erfahren. An meiner Untersagung hat sich bisher auch nichts geändert! Als Grundstückseigentümer hätte ich zumindest erwarten können, dass die Tennet mich über den Termin informiert und bei einer erneuten Nichtzustimmung dann den juristischen Weg einschlägt", schrieb Kiener daraufhin an die Tennet, ließ eine Kopie auch der Redaktion zukommen. Kieners Schlusssatz im Brief: "Mit den Grundstückseigentümern wird wie mit Leibeigenen umgesprungen."

Das Grundstück gehöre schon ewig seiner Familie, erklärte Kiener der Redaktion, sei an einen Landwirt verpachtet. Wenn der Mast hier hin komme, sei die rund 2000 Quadratmeter große Fläche nicht mehr vernünftig zu bewirtschaften. Dazu kommt: Kiener hatte schon beim Wasserwirtschaftsamt angefragt, ob er hier einen Weiher anlegen könnte. Geht nicht, so die Antwort, weil Wasserschutzgebiet. "Und jetzt soll da ein 85-Meter-Mast hin. Für die Fundamente müssen die ewig tief bohren", sagte Kiener. "Ich bin nicht auf Krawall gebürstet", erklärt der Eigentümer, aber er erwarte einen vernünftiges Umgang der Tennet mit ihm - und eine angemessene Entschädigung.

Tennet-Sprecherin Ina-Isabell Haffke stellt in einer Antwort auf eine entsprechende Anfrage der Oberpfalz-Medien klar, dass die Tennet gegen etwaige Widersprüche gegen Bodenuntersuchungen nicht vorgehen werde. Laut Gesetz könnte das Unternehmen bei der zuständigen Regierung der Oberpfalz eine Anordnung beantragen. Entsprechende Anträge lägen nicht vor, bestätigte der Sprecher der Regierung der Oberpfalz, Markus Roth. Die VG Schwarzenfeld hatte die Tennet-Pläne für die Untersuchungen bekannt gemacht und die Termine (7. Oktober bis 29. November) sowie die betroffenen Grundstücke genannt. Den Buchstaben des Gesetzes ist damit genüge getan.

Kieners Widerspruch gegen die Bohrung und seine Einwände gegen die Planungen für den Ostbayernring seien der Tennet bekannt, so Haffke, gebohrt werde ohne seine Zustimmung nicht. Kiener hätte auch persönlich informiert werden sollen, so Haffke. Die Information durch die VG und die Oberpfalz-Medien kam dem zuvor. Kiener bestätigte am Freitag der Redaktion, dass er nun auch von einem Tennet-Mitarbeiter angerufen worden sei.

Für Tennet ist der Standort auf Kieners Eigentum laut Haffke "von besonderem Interesse". Der Grund ist derselbe, der Kieners Weiherprojekt begrub: Die Fläche liegt im Wasserschutzgebiet.

Die Bekanntmachung

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