16.07.2021 - 15:53 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Rosenwasser aus Schwarzenfeld

Rosenblüten haben sie genug. Und auch eine weitere Idee, was daraus gemacht werden kann. Das Ergebnis, so freut man sich in der Delikatessen-Manufaktur in Schwarzenfeld, sei "sensationell". Und kann das auch belegen.

In der Delikatessen-Manufaktur in Schwarzenfeld wird in der eigenen Brennerei aus historischen Damaszener-Rosen ein bayerisches Rosenwasser destilliert.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Seit 1996 pflanzt die Delikatessen-Manufaktur Bergler-Fischer kontinuierlich Damaszener-Rosen an, auch nach dem Umzug aus dem Unterfränkischen nach Schwarzenfeld vor gut zwölf Jahren, als man die damals 2000 Rosenstöcke ins Naabtal verpflanzt hat. Aus den Blütenblättern stellt der Familienbetrieb eine große Produktvielfalt an Rosendelikatessen her.

Wie Geschäftsführerin Veronika Graf berichtet, „kamen wir letztes Jahr auf die Idee, aus unseren historischen Damaszener-Rosen ein bayerisches Rosenwasser in unserer eigenen Brennerei zu destillieren“. Dort werden in den Wintermonaten die Alkohol-Destillate der Firma hergestellt. Wobei man das Thema „Rosenwasser“ eigentlich eher mit anderen Ländern in Verbindung bringt. Klassisch werden Rosenwasser und Rosenöl in Bulgarien, Iran, Irak und der Türkei hergestellt. Wichtig für den Rosenölgehalt im Blatt ist die Temperaturschwankung zwischen warmen Tagen und kalten Nächten – daher die klassischen Anbaugebiete.

Statt Rosenwasser benutzt Veronika Graf auch den genaueren und hochwertigeren Begriff Rosenhydrolat: „Weil das Hydrolat via Dampfdestillation gewonnen wird.“ Sie weißt darauf hin, dass „Wässer“ auch synthetisch hergestellt werden können oder es werde „das billigere Geraniol oder Citronellöl mit destillierten Wasser lediglich gemischt“. Umgangssprachlich werde dieses Produkt trotzdem Rosenwasser genannt, „jedoch ist ein echtes Hydrolat etwas Besonderes, da die ätherischen Öle im Produkt enthalten sind“.

Gute Laborergebnisse

Auch wenn das Naabtal nicht die klimatischen Voraussetzungen der klassischen Rosenanbaugebiete aufweise, „haben wir es trotzdem ausprobiert und haben das Rosenwasser auch extra in Frankreich in einem Labor untersuchen lassen“. Das Ergebnis machte Mut: Der Rosenölgehalt des Produkts aus Schwarzenfeld betrug 0,0537 Prozent. Das ist deutlich höher als beispielsweise in Bulgarien, wo ein gutes Rosenwasser mindestens 0,02 Prozent Ölgehalt enthalten muss. „Für uns war das natürlich sensationell.“

Veronika Graf versichert, das Schwarzenfelder Rosenwasser enthalte keinen Alkohol und auch keine Konservierungsstoffe: „Das ätherische Rosenöl konserviert ganz natürlich.“ Es habe „höchste Lebensmittelqualität“ und könne für die orientalische, indische und marokkanische Küche hergenommen werden, aber auch zum Backen. Oder als Gesichtstonic. „Das ätherische Öl pflegt die Haut und Haare. Man kann das Rosenwasser auch als Basis hernehmen um selbst Kosmetik herzustellen.“

Gerade in der heutigen Zeit, in der Regionalität und Nachhaltigkeit immer wichtiger werde, ist „der größte Clou bei der Sache“ für Veronika Graf, „dass wir in Schwarzenfeld das wohl regionalste Rosenhydrolat herstellen konnten, das ein hervorragendes Laborergebnis aufweist“.

Die Firmengeschichte der Delikatessen Manufaktur beginnt mit einem alten Familienrezept und Obst aus Garten und Streuobstwiesen. 1992 startete der Familienbetrieb als kleine Likörmanufaktur im Fränkischen seine Produktion. Die Gründer, das Ehepaar Petra Bergler-Fischer und Dieter Fischer, sind beide ausgebildete Agraringenieure.

Sortiment erweitert

Mit dem Erwerb des Brennrechtes konnte das anfängliche Sortiment um feine Obst- und Tresterdestillate aus der hauseigenen Brennerei erweitert werden. Seit 1996 wurden kontinuierlich Damaszener-Rosen angepflanzt, aus deren Blütenblättern der Betrieb seine überregional bekannten Rosendelikatessen herstellt. Seit dem Jahre 2000 wurde eine Vielzahl der Destillate, Liköre und Rosendelikatessen von der DLG mit zum Teil höchsten Medaillen gewürdigt.

2006 erschien ein Rosenkochbuch „Rosen á la carte“ im Eigenverlag. "Die Idee Rosen in der Küche zu verwenden ist nicht neu, sondern vielerorts nur in Vergessenheit geraten," meint Veronika Graf. Das Buch solle bei allen Rosenfreunden und Feinschmeckern die Lust wecken, mit Rosen zu kochen, aber auch zu eigenen kreativen Rezeptideen mit Rosen inspirieren.

Traditionelles Rosenfest im alten Kloster

Schwarzenfeld

„Für uns war das natürlich sensationell.“

Geschäftsführerin Veronika Graf

Geschäftsführerin Veronika Graf

Statt Rosenwasser benutzt Veronika Graf auch den Begriff Rosenhydrolat, weil es via Dampfdestillation gewonnen wird.
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