25.04.2019 - 14:20 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Rücklagen schmelzen weg

Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Pretzabrucker Gruppe finanziert die Ausgaben seines neuen Haushalts größtenteils mit einer Rücklagenentnahme. Teuere Projekte stehen an.

Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Pretzabrucker Gruppe betreut annähernd 3500 Einwohner. Maschinenhaus und Aufbereitungsanlage sind in Asbach.
von Herbert RohrwildProfil

Nach der Eröffnung im Sitzungssaal Wasserwerk Asbach gedachten die Mitglieder des verstorbenen Altbürgermeisters Michael Niederalt, Verbandsrat von 1990 bis 1996 während seiner Amtszeit als Erster Bürgermeister des Marktes Schwarzenfeld, informierte Vorsitzender Hans Gradl in seiner Würdigung.

Das Gesamtvolumen des Haushalts 2019 - im Verwaltungshaushalt 488 900 und Vermögenshaushalt 347 000 Euro - beträgt 835 900 Euro und das entspricht einer Steigerung um 213 450 Euro, erläuterte Kämmerer Thomas Krapf. Eine Zuführung vom Vermögenshaushalt zum Verwaltungshaushalt in Höhe von 93 500 Euro sind erforderlich.

Wasserleitung geplant

Für den Hochbehälter und das Wasserwerk fallen für Unterhaltsmaßnahmen 23 500 Euro an. Der Ansatz für die Planungskosten zu den Erneuerungen der Wasserleitung Asbach-Lindenlohe liegt bei 10 000 Euro. Für die Vergabe dieser Maßnahme ist für das Jahr 2020 eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 700 000 Euro erforderlich.

Für den Austausch der Zu- und Ableitungen des Hochbehälters Altfalter mit Betonarbeiten sind 130 000 Euro vorgesehen. Der Kostenansatz für die Ermittlung und Ortung des genauen Trassenverlaufes und für die Vermessungsarbeiten des Wasserleitungsbestandsplanes beträgt 22 000 Euro.

Der Rücklagenbestand zum Jahresende 2018 in Höhe von 839 605 schmilzt bis 2022 durch Entnahmen auf 14 306 Euro zusammen. Der Zweckverband ist schuldenfrei. Einstimmig votierten die Verbandsräte für die Annahme des Haushaltsplanes 2019.

Die Jahresrechnung 2017 schließt mit Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt von 409 403,40 sowie im Vermögenshaushalt von 40 573,05 Euro. Als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses mahnte Franz Herrmann, "auf Einnahmen zu achten, damit der Zweckverband auf gesunden Beinen stehen kann".

Die Tagesordnung umfasste zahlreiche Punkte. Alle Beschlüsse erhielten ein eindeutiges Votum. Die Änderung der Wasserabgabesatzung regelt die Verwendung von Funkwasserzählern . Auf Hinweis des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands wird nun die Verbrauchsgebühr jährlich abgerechnet.

Von den durch das Ingenieurbüro Weiß vorgestellten Varianten zur Besserung der Versorgungssituation in Lindenlohe und Freihöls plädierte das Gremium für die Anbindung von Hohenirlach entlang der Kreisstraße SAD 19 bis nach Holzhaus in einer Länge von rund 3036 Metern. Die Ausgaben liegen bei 700 000 Euro.

Gemäß des Wasserlieferungsvertrages aus dem Jahr 2001 versorgt der Zweckverband Pretzabrucker Gruppe Pertolzhofen und Zankendorf mit Trinkwasser. Die Gemeinde Niedermurach beabsichtigt, künftig für den Ort Pertolzhofen das benötigte Trinkwasser vom Zweckverband zur Wasserversorgung der Nord-Ost-Gruppe Neunburg (NOG) zu beziehen. Daher legte das Ingenieurbüro Weiß eine Studie hinsichtlich der künftigen Versorgung - auch unter Betrachtung der Löschwassersituation - für die Ortsteile Fronhof, Siegelsdorf und Oberkonhof des Verbandsmitglieds Altendorf vor. Die Verbandsversammlung beschied, mit dem Zweckverband NOG sei ein dauerhafter Notverbund anzustreben.

Kein Grund für Keime

Zur Überprüfung der Trinkwasserqualität erfolgt in regelmäßigen Abständen eine Beprobung an verschiedenen Stellen im Leitungsnetz, berichtete Vorsitzender Hans Gradl. Trotz intensiver Recherchen konnte die Ursache der Keimbelastung nicht eindeutig geklärt werden. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wurde die Behandlung des Trinkwassers Ende November 2018 eingestellt.

Zur Sicherung der Versorgung unterhält der Verband in Altfalter zwei Hochbehälter. Sie wurden 1965 errichtet und Sanierungsbedarf stehe an. Das Ingenieurbüro Weiß wird mit dem Konzept beauftragt.

Die "Bodenwöhrer Senke" enthält eines der wichtigsten Grundwasservorkommen der Oberpfalz. Aktuell entnehmen zwölf Wasserversorgungsunternehmern mit mehreren Brunnen Grundwasser aus diesem Gebiet, informierte Gradl. Der Zweckverband fördert mit seinen Brunnen I und II bei Asbach Grundwasser aus dem westlichen Teil. Nun soll eine Abflussmessstelle im Bereich der Kreisstraße SAD 3 Asbach-Lindenlohe errichtet werden.

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