23.03.2021 - 12:02 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Die Sanierung der Kläranlage in Schwarzenfeld läuft an

Die planerischen Vorarbeiten zur Sanierung der Kläranlage sind größtenteils abgeschlossen. Der Marktrat beschließt die Umsetzung des 2,6-Millionen-Projekts noch in diesem Jahr.

Nach einem Vierteljahrhundert Betriebszeit sind die Verschleißerscheinungen in der Kläranlage deutlich sichtbar. Mit der Sanierung soll im April begonnen werden.
von Richard BraunProfil

Vor gut einem Jahr fasste der Marktrat die Sanierung der Kläranlage ins Auge. Mängel an der Bausubstanz und der Technik duldeten keinen längeren Aufschub des kostspieligen, aber doch notwendigen Vorhabens. Die Betriebszeit von 25 Jahren hinterließ deutliche Verschleißerscheinungen an allen Anlagenkomponenten. Mit der Planung der Anlage wurde die Firma U.T.E. Ingenieur GmbH aus Regensburg beauftragt. Deren Mitarbeiter Claudia Scharnagel und Jürgen Goetz stellten dem Marktrat die Ausführungsplanung für die Gewerke "Betonsanierung" sowie "Bautechnik" vor.

Erste Betonuntersuchungen wurden bereits 2019 durchgeführt. Nach damaligen Schätzungen standen allein für die Betonsanierung 1,15 Mio. Euro im Raum. Untersucht wurden die Bauwerke Zulaufbecken, Langsandfang, Belebungsbecken und Nachklärbecken. Das Ergebnis war ein vorgeschlagener Teilabriss des Zulaufbeckens und die Sanierung der restlichen Bauwerke. Die Erneuerung der Belüfterkerzen eines Belebungsbeckens im September 2020 und die damit verbundene Beckenentleerung machte eine zweite Betonuntersuchung möglich, die wesentlich erfreulichere Ergebnisse brachte: Kein Teilabriss des Zulaufbeckens notwendig, Sanierung ausreichend; flächige Sanierung des Belebungsbeckens, jedoch weniger tief als angenommen. Die Kosten reduzieren sich dadurch auf 650 000 Euro.

Beim Bau unter Zeitdruck

Das zweite Gewerk "Bautechnik" umfasst die Sanierung der Betriebsgebäude und Schlammgebäude. Hinzu kommt noch die Erneuerung der Mittelbauwerke im Nachklärbecken und Brauchwasserleitungen von den Brunnen zum Schlammgebäude. Dafür sind 315 000 Euro angesetzt. In die Verfahrenstechnik werden weitere 905 000 Euro investiert. Inklusive der Baunebenkosten wurde eine Gesamtsumme von 2 613 835 Euro errechnet. Die weiteren Schritte in der Umsetzung sind Pumpversuche im Brauchwasserbrunnen, Fertigstellung der Ausführungsplanung und die Vorbereitung der Leistungsverzeichnisse.

Im April ist dann die Submission geplant und im Mai die Vergabe der Aufträge. Das Bauende ist witterungsabhängig bis Jahresende oder bis April nächsten Jahres geplant. Während der Ausführung laufen die Betonsanierung, Bautechnik und die Erneuerung der Verfahrenstechnik immer parallel bei laufendem Betrieb.

Förderung schon gesichert

Hinsichtlich der RZWas-Förderung besteht ein enormer Zeitdruck. Der Hintergrund liegt in den förderfähigen Kosten. Die rund 2,6. Milionen Euro müssen bis Ende 2021 verbaut und abgerechnet sein. Ein Zuwendungsbescheid über 1,56 Millionen Euro liegt bereits vor. Bürgermeister Peter Neumeier wurde für die Vergabe der Bauleistungen nach Durchführung einer öffentlichen Ausschreibung ermächtigt. Die Kosten für die Kanalsanierung werden nicht über Verbesserungsbeiträge finanziert, sondern sind in die neuen Gebührensätze eingepreist, die in der Sitzung des Gemeinderates ebenfalls festgesetzt worden sind. Die Neuberechnung der Beitragssätze und Gebühren für Niederschlags- und Schmutzwasser wurde durch die Kommunalberatung Hurzlmeier GmbH erstellt.

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Das sehr umfangreiche Zahlenwerk erläuterte Marina Maier vom beauftragten Büro dem Marktrat. Der Kalkulationszeitraum umfasst die Jahre 2020 bis 2023. Als neuer Beitragssatz für die erstmalige Herstellung von Grundstücksanschlüssen wurden 1,12 Euro je Quadratmeter für die Grundstücksfläche (bisher 1,09 Euro je Quadratmeter) und 7,95 Euro je Quadratmeter beitragspflichtige Geschossfläche (bisher 8,84 Euro je Quadratmeter), errechnet.

Geändert wurden auch die Gebührensätze für den laufenden Betrieb. Demnach beläuft sich die Gebühr für Niederschlagswasser auf 0,24 Euro je Quadratmeter (bisher 0,19 Euro) und für Schmutzwasser 1,31 Euro je Kubikmeter (bisher 0,82 Euro). Die Gebühren sollen kostendeckend festgesetzt werden und treten rückwirkend zum 01 Januar 2020 in Kraft.

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