16.03.2020 - 18:18 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

In Schwarzenfeld Triumph der Freien auf ganzer Linie

Das Gesicht des Schwarzenfelder Marktrates hat sich durch den Urnengang vom Sonntag deutlich verändert. Acht neue Räte (siehe Bilder) finden sich im Plenum, was deutlich mehr ist als ein Drittel der insgesamt 20 Sitze.

Oppositionsführer Wolfgang Prebeck, CSU
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Wichtiger noch ist, dass sich ein sehr klares rechnerisches Übergewicht der freien Gruppierungen ergeben hat. Die ÜPW, die unter der Flagge der Freien Wähler segelt, konnte ihr Ergebnis von vor sechs Jahren deutlich verbessern und hat nach ihren über 40 Prozent der Stimmen nun nicht mehr fünf, sondern acht Sitze im Rat - zählt man den neuen Bürgermeister Peter Neumeier hinzu, der auch der ÜPW angehört, sind es sogar neun Sitze - mithin fast die Hälfte.

Dazu kommen drei Sitze der Siedlergemeinschaft Schwarzenfeld, die schon in den zurückliegenden Ratsperioden einen engen Schulterschluss mit der ÜPW pflegte und durch die Wahl am Sonntag leicht in Aufwind geriet (fast 17 Prozent). Und nicht zu vergessen die drei Sitze der SWG (bisher zwei), die mit für sie sehr erfreulichen 14,5 Prozent abschnitt.

Nur noch sechs CSU-Räte

Daher wird sich auf der anderen Seite CSU-Leuchtturm Wolfgang Prebeck, der bei der Bürgermeisterwahl recht deutlich an Peter Neumeier gescheitert war, mit seiner insgesamt nur sechsköpfigen Fraktion schwer tun, eigene Ideen im Plenum durchzusetzen - außer mit besseren Argumenten. Die Zeit der selbstverständlichen CSU-Dominanz ist seit Sonntag jedenfalls vorbei.

Keine SPD mehr dabei

Eine weitere Besonderheit des neuen Gremiums: Mit SPD-Urgestein Günter Karl, der 18 Jahre im Marktrat vertreten war, scheidet der letzte Sozialdemokrat aus dem Plenum aus. Die SPD, derzeit in Schwarzenfeld eh kaum wahrzunehmen, war schon gar nicht mehr zur Wahl angetreten. Ihre Mitwirkungsmöglichkeiten sind damit neuerdings bei Null angelangt.

Genauso bitter ist die Entwicklung bei der anderen Volkspartei, die sich in Schwarzenfeld seit mehreren Wahlperioden im Sinkflug befindet - von 46,8 Prozent im Jahr 2008 auf 32,8 Prozent bei der vorletzten Wahl im Jahr 2014 auf nunmehr nur noch 28,6 Prozent für die CSU. Dazu kommt, dass die frühere CSU-Partnergruppe CWG diesmal nicht am Rennen teilnahm, was den konservativen Flügel geschwächt hat. Immerhin verfügt die CWG im aktuellen Marktrat, der noch sechs Wochen amtiert, über zwei Vertreter.

Der neue Chef im Rathaus, Peter Neumeier, kann sich also nicht nur über seine 75 Prozent bei der Bürgermeisterwahl freuen, sondern auch über eine rechnerisch sehr satte Mehrheit von 15:6-Stimmen im neuen Marktrat.

Die Wahlbeteiligung lag diesmal bei 66,8 Prozent. Insgesamt wurden von 3499 Wählern 64 708 Stimmen vergeben. "Stimmenkönig" wurde Peter Neumeier mit 4944; gleich dahinter Gabi Wittleben, auch ÜPW.

Die Sitzverteilung:

CSU: 18 535 Stimmen (28,6 Prozent), 6 Sitze (2014: 32,8/7)

Freie Wähler/ÜPW: 26 014 Stimmen (40,2 Prozent), 8 Sitze (2014: 26,4/5)

Siedlergemeinschaft: 10 785 Stimmen (16,7 Prozent), 3 Sitze (2014: 14,1/3)

SWG: 9374 Stimmen (14,5 Prozent), 3 Sitze (2014: 11,8/2)

Kilian Mauderer, CSU
Gabriele Beck, ÜPW
Markus Dorschner, ÜPW
Martin Bauer, ÜPW
Susanne Lindner, ÜPW
Wolfgang Bäuml, SWG
Georg Greger, SWG
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