01.06.2021 - 15:11 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Vision von einem Schwarzenfelder Hallenbad mit Stil

Ein Wellnessbad soll nicht daraus werden. Aber moderner und energiesparender wird die Turn- und Schwimmhalle schon konzipiert. Auch wenn manchen Räten bei geschätzten vier Millionen Euro Umbaukosten flau im Magen wird.

von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Der zentrale Punkt der Sanierungsüberlegungen, wie sie nun dem Marktrat vorgelegt wurden, ist die Erneuerung der Badewasser-Aufbereitung für das Hallenbad. Sie ist notwendig, weil die Wasserwerte nicht mehr den Richtwerten entsprechen. Kosten wird dieser Arbeitsschritt rund 250 000 Euro, ein entsprechender Ingenieurvertrag ist schon unterzeichnet.

„Davon ausgehend haben wir die Gesamtkulisse geprüft,“ erläuterte Markus Maier vom Büro Maier Architekten aus Amberg. Dazu gehörte unter anderem die energetische Sanierung der Gebäudehülle, sowie die Erneuerung von Umkleiden und Duschen. Beides war schon früher im Gespräch.

Neu sind die Ideen der Planer, was die Anordnung der einzelnen Elemente (Duschen, Umkleiden, Treppen) im Inneren des Gebäudes anbelangt. „Kürzere Wege für die Besucher“ lautete der Grundgedanke dabei. Außerdem können sich die Architekten vorstellen, ein Kinderbecken neu zu integrieren, um den Schwimmbetrieb zu entzerren, wie Maiers Mitarbeiter André Ries betonte. Platz gewonnen dafür wird durch ein Versetzen der Fassade nach außen. Neu werden soll auch das Dach. Es wird abgetragen und als Flachdach aufgebaut.

„Hatten wir nicht schon einmal ein Flachdach, das uns Probleme bereitet hat?“, wollte Karl-Heinz Dausch wissen. Ihm wurde geantwortet, dass es jetzt neue Techniken für Flachdächer gebe. Im übrigen zeigte sich Dausch von den Skizzen und Grundrissen der beiden Planer recht angetan: „Das gefällt mir ausgesprochen gut, was aus dem Konzept herausgekommen ist.“

Etwas kritischer äußerte sich Gerhard Peter , der sich „ganz überrascht“ zeigte, „über was wir uns hier unterhalten“. Mit Blick auf die geschätzten 3,9 Millionen Euro an Umbau- und Sanierungskosten sprach er von einer „Luxusvariante“ und einem „Projekt für die Zukunft“. Er erinnerte seine Kollegen daran, „dass wir auch noch andere, teuere Projekte in der Pipeline haben“.

Hubert Piehler warf die Frage in den Raum, was denn ein Neubau kosten würde. „Das Doppelte,“ versicherte Architekt Maier und wies darauf hin, dass der Kern des Gebäudes sehr gut sei und keiner Bearbeitung bedürfe. „Wenn wir was machen, dann anständig,“ warf Manfred Kurz in die Runde, „ein Wellnessbad wird’s eh nicht werden“.

Ob es wirklich am Ende vier Millionen Euro kosten wird, das Gebäude auf den neuesten Stand zu bringen, ist noch offen, die Planer sollen auch „abgespecktere“ Versionen präsentieren – zum Beispiel ohne eine Verkleidung der Fassade mit Buchtal-Platten. „Auf jeden Fall sollen in diesem Jahr die Planungen vorangetrieben werden,“ so Maier. Seine Vorstellung: Das seit längerem geschlossene Bad könne den Winter über noch einmal in Betrieb gehen, wenn man zum Beispiel die Schäden an den Fließen im Schwimmerbecken beseitigt. Ab April oder Mai 2022, also in einem Jahr von heute an, würden dann Bad und Turnhalle für möglicherweise 18 Monate für die Öffentlichkeit geschlossen sein.

„Wir müssen erst die finanziellen Förderungen klären,“ lautete der Vorbehalt von Bürgermeister Peter Neumeier. Unter dieser Prämisse wurde die Vorplanung des Architekturbüros Maier einstimmig gebilligt. Welche der vorgestellten Ausführungsvarianten favorisiert werden soll, soll in einer gesonderten Sitzung behandelt werden.

Den Auftakt jeder Sitzung des Marktrates macht ein Bericht, mit dem Bürgermeister Peter Neumeier auf Geschehnisse und Entscheidungen seit der letzten Zusammenkunft des Gremiums hinweist. Diesmal hatte er folgende Informationen im Gepäck, unter anderem über den Beginn des Sportbetriebs:

  • Die Hygienekonzepte für den Wiederanlauf des Sportbetriebs werden im Moment an die aktuell geltenden Regeln angepasst. Dazu braucht es auch eine räumliche und zeitliche Lösung für den Testbetrieb. „Mit dem Ablauf der aktuell gültigen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung in der kommenden Woche sollte zusätzliche Klarheit in die Situation kommen.“
  • Der Bewerbungszeitraum für die offenen Stellen beim Atemschutz- und Feuerwehrgerätewart und der Kläranlage ist abgelaufen. In den letzten beiden Wochen haben Vorstellungsgespräche stattgefunden. „Beide Stellen können mit engagierten Personen besetzt werden, die Kandidaten werden in diesen Tagen benachrichtigt.“
  • Der Fahrradpavillon wurde am vergangenen Donnerstag durch Jugendliche aus dem Landkreis und aus Schwarzenfeld unter professioneller Anleitung eines Graffiti-Künstlers neu gestaltet.
  • Dass es heuer kein Bürgerfest „wie immer“ geben kann, wurde im Marktrat bereits besprochen und erläutert. „Leider haben wir wegen der großen Unsicherheiten auch die ersatzweise angedachte Veranstaltungsreihe nicht weiterverfolgt. Es wird daher seitens des Marktes in diesem Jahr keine Sommerveranstaltungen in Schwarzenfeld geben.“
  • Aktuell finden die Bauanlaufbesprechungen bei der Kläranlage statt. Das Belebungsbecken II steht seit September leer. Zunächst werden die Edelstahlanbauten und die Maschinentechnik demontiert, Anfang Juli beginnt dann die eigentliche Betonsanierung. Mit der Wiederinbetriebnahme des Belebungsbeckens II wird Ende August gerechnet. Danach beginnt das gleiche Spiel für das Belebungsbecken I. Die elektrotechnische Sanierung ist ebenfalls bereits angelaufen.
  • Der Kiosk am Forsterweiher wurde generalüberholt und ist wieder geöffnet.

1969 wird die Turn- und Schwimmhalle eröffnet

Schwarzenfeld

"Ein Neubau würde das Doppelte kosten."

Architekt Markus Maier

Architekt Markus Maier

Hintergrund:

Turn- und Schwimmhalle

  • Im Oktober 1968 kann zur Hebefeier des Neubaus an der Bahnhofstraße geladen werden
  • Am 17. Oktober 1969 wird die Weihe der Turn- und Schwimmhalle vorgenommen
  • Kostenaufwand: 2,2 Millionen Mark für die Doppelturnhalle und das 8 mal 25 Meter große Schwimmbecken
  • Eine Generalsanierung von 1987 bis 1989 schlägt mit rund 1,7 Millionen Mark zu Buche
  • In guten Jahren zählt das Schwarzenfelder Hallenbad bis zu 13 000 Besucher
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