04.12.2020 - 14:37 Uhr
Schwarzenreuth bei NeusorgOberpfalz

Schokolade und Futterknödel

Das Denkmal von 1504 bei Schwarzenreuth birgt so manches Geheimnis. Eine Gedenktafel erinnert an die Toten des Landshuter Erbfolgekriegs.

Das geheimnisvolle Denkmal von 1504 bei Schwarzenreuth ist ein außergewöhnlicher Ort mit einer ganz besonderen Atmosphäre..
von Bernhard KreuzerProfil

„In dieser etwas anderen Zeit, den Kindern heute strahlende Augen gemacht. Herzlichen Dank dafür und danke für die kleine Schokolade“. Jakob, Lotta und Bene schrieben diese Zeilen in das kleine Gästebuch am Denkmal von 1504 bei Schwarzenreuth. Für lustige und besinnliche Gedanken zur Weihnachts- und Adventszeit ist es versteckt in einem Vogelkasten zu finden. Darin sind auch kleine Süßigkeiten für die Kinder.

Vorweihnachtlich mit Adventskranz, Kerzen, Figuren und Christbaumkugeln ist das Denkmal geschmückt. Selbst für die Vögel des Waldes sind Futterknödel ausgelegt. Wer es getan hat? Die Frage bleibt offen. Viele Spuren von Wanderern führen bereits dorthin. Auch sie sagen Dank denen, die den Platz liebevoll und schön gestaltet haben. „Ich finde diese Idee einfach toll“, ist in dem Gästebüchlein zu lesen, das aber auch nachdenkliche Zeilen beinhaltet. „Je mehr ich von den Menschen sehe, so mehr liebe ich meinen Hund“, steht auf einer Seite.

Dieser Satz sollte den Blick des Wanderers auf die Gedenktafel des Denkmals lenken. Sie erinnert an 1000 tote Fichtelgebirgler aus dem Landshuter Erbfolgekrieg. Der Markgraf von Ansbach-Kulmbach-Bayreuth gab zu jener Zeit den Auftrag, Raubzüge in die „Obere Pfalz“ zu unternehmen. Die Soldaten zogen plündernd durch das Oberpfälzer Gebiet. Das Kloster Waldsassen wurde gebrandschatzt. Auf dem Rückweg wollten sie im Wald zwischen Neusorg und Schwarzenreuth ihre Beute aufteilen.

Dem erbeuteten Messwein des Klosters wurde kräftig zugesprochen. Der Pfleger von Parkstein hatte zwischenzeitlich alle wehrfähigen Männer des angrenzenden pfälzischen Gebiets von Kemnath um sich versammelt. Mehr als 1100, meist Bauern und Knechte sollen es gewesen sein, die über die Wunsiedler herfielen. Auf dem linken Felsblock des Denkmals ist dazu zu lesen: „8.8.1504. Hier starben 1000 Mann im Erbfolgekrieg“. Worte, die mit dem adventlichen Schmuck die Friedensbotschaft von Weihnachten näher bringen sollten. „Mag dieses Weihnachten dann für wahr, viel Hoffnung sein fürs neue Jahr“, schreibt am Ende seines Gedichts "Wolfgang aus Kemnath" in das Gästebüchlein.

Denkmal ist ein beliebter Ort für Versammlungen

Schwarzenreuth bei Neusorg
In diesem "Gästebuch" gleich neben dem Denkmal sind Einträge zu lesen, über die es sich manchmal nachzudenken lohnt.
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