13.06.2018 - 11:58 Uhr
SchwarzhofenOberpfalz

Von Ameisen und Einwanderern

Durch Wälder und Wiesen führt die Neuauflage der Bayerntour-Natur. Die Teilnehmer erhalten Einblicke in ein Ameisennest und Auskunft zum Konzert der Vogelstimmen. Auch eingewanderte Tiere und Pflanzen spielen eine Rolle.

An einem Ameisenhaufen (im Vordergrund) erläuterte Anton Schießl (Zweiter von rechts) die Lebensweise der Roten Waldameise.

(mad) Am Ausgangspunkt, der neuen Dorfscheune in Schönau, hieß Gerhard Würl vom Kulturförderkreis die Naturfreunde willkommen. Der Förderkreis veranstaltete die Neuauflage der "Natur-Tour", zusammen mit dem Imkerverein und der Marktgemeinde. Über gute Wege ging es dann hinauf auf die umliegenden Höhen. Vom Waldrand aus hatte die Gruppe einen schönen Blick hinunter über das Schwarzachtal.

Auf dem Weiterweg ging Bürgermeister Maximilian Beer auf „Neophyten“ - eingewanderte Pflanzen - wie das Indische Springkraut oder den Riesenbärlauch ein. Diese würden sich wegen fehlender Fressfeinde rasch vermehren und andere verdrängen. Bei den Tieren stelle das schwarze amerikanische Eichhörnchen Konkurrenz für das heimische braune Exemplar dar.

Im Wald deutete Experte Herbert Ippisch, Vertreter des Vogelschutzbundes, diverse Vogelstimmen. Maximilian Beer wies später darauf hin, dass Wald und Natur wegen des Klimawandels im Umbruch seien und auch die Marktgemeinde als „größter örtlicher Grundbesitzer" darauf reagieren müsse.

Nach einer Rast in Grasdorf beim Milchviehbetrieb Lottner, folgte gleich hinter dem Waldrand der „Höhepunkt“ des Rundwegs. An einem imposanten Ameisenhaufen der Roten Waldameise informierte Experte Anton Schießl, Vorsitzender des Gartenbau- und Ortsverschönerungsvereins, über die kleinen Krabler, die unter strengem Naturschutz stehen.

Er stellte das Leben und den Nutzen der Ameisen in den Mittelpunkt und teilte mit, dass der sichtbare Hügel nur einen kleinen Teil des eigentlichen Baus darstelle und dass schätzungsweise eine halbe Million Individuen darin Bau lebten. In einem Volk seien - je nach Art - entweder eine einzige oder aber bis zu tausend Königinnen zu finden. Es gebe oft eine Reihe von Tochterbauten, wie auch im konkreten Fall zu beobachten war.

Wenn – beispielsweise bei Straßenbaumaßnahmen – ein Ameisennest verlegt werden müsse, würden freiwillige Helfer den Haufen per Hand Stück für Stück genau nach Lage einzeln in Eimer verladen, beschildern und am neuen Standort wieder einbringen. Eine Prozedur mit „großem Gerät“ könne den Tod des gesamten Volkes bedeuten. Nach der Rückkehr wurde zum Abschluss noch eingekehrt.

Unterwegs entdeckten die Teilnehmer eine prächtige Königskerze.

Weitläufiger Blick über das Schwarzachtal.

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