06.08.2020 - 15:39 Uhr
SchwarzhofenOberpfalz

Energetische Sanierung stärkt Schwarzhofen als Schulstandort

Ein Unterrichtsort als Großbaustelle: Schon länger laufen die Arbeiten zur energetischen Sanierung der Dr.-von-Ringseis-Grundschule in Schwarzhofen. Über zwei Millionen Euro schwer ist das Projekt – trotz "insgesamt guter Bausubstanz".

Im Gerüst-Gewand präsentiert sich das Gebäude der Doktor-von-Ringseis-Schule in diesen Sommerferien. Über den Verlauf der energetischen Sanierung informierten sich (von rechts) Zweiter Bürgermeister Franz Stockerl, Hausmeister Martin Lohrer, Rektorin Claudia Buchmann, Bürgermeister Maximilian Beer, Dritter Bürgermeister Andreas Immervoll und Architekt Michael Steidl.
von Adolf MandlProfil

Am "Bildungshügel" in Schwarzhofen informierten Architekt Michael Steidl und Bürgermeister Maximilian Beer über das Projekt. Beleuchtet wurden der Umfang der Maßnahmen und der aktuelle Stand bei der energetischen Sanierung der Dr.-von-Ringseis-Grundschule. Auf einen offiziellen Spatenstich war verzichtet worden, da sie Arbeiten bereits in unterschiedlichen Ausmaßen angelaufen sind.

Im Beisein von Rektorin Claudia Buchmann, seiner Stellvertreter Franz Stockerl und Andreas Immervoll und Schulhausmeister Martin Lohrer führte Beer aus, dass das Vorhaben dem Erhalt des Schulstandortes diene. Dazu sei es nötig, das Unterrichtsgebäude qualitativ aufzuwerten. Für diesen Weg habe der Marktgemeinderat ein Gesamtpaket zur Sanierung geschnürt. Damit werde die Schule zur Großbaustelle, und es bedeute für den Markt, einen "großen Brocken“ bei der Finanzierung zu stemmen. Für die Zukunft vorgesehen ist laut Beer der Ausbau der Mittagsbetreuung, außerdem sollen nicht mehr gebrauchte Räume wie der Physiksaal umgewidmet werden.

Wie Architekt Michael Steidl ausführte, soll die Sanierung dazu beitragen, im Schulhaus Energie einzusparen. Im Vorfeld wurde festgeschrieben, dass die nötigen Maßnahmen in einem "vertretbaren vernünftigen Rahmen" bleiben sollen. „Wir hätten schon noch mehr ausgeben können“, so der Planer mit einem Schmunzeln. Laut Steidl bestehe der Gebäudekomplex aus drei Abschnitten: Westlicher Bautrakt aus dem Jahr 1990; Klassentrakt von 1967; Bautrakt 3 mit Turnhalle, Verwaltung und Nebenräumen aus 1987.

Während der jüngste Anbau dem Markt die geringsten Sorgen bereitet – hier sind nur wenige kleinere Maßnahmen vorgesehen – hat der älteste Mitteltrakt in Sachen Energieverbrauch das größte Defizit. Als "energetische Katastrophe" bezeichnete ihn der Bürgermeister bei diesem Termin. Insgesamt betrachtet aber sei die Bausubstanz gut.

Im Mai hat der Marktgemeinderat Schwarzhofen den Haushalt für 2020 verabschiedet

Schwarzhofen

Zum großen Teil bereits ausgetauscht wurden die 53 Jahre alten undichten Holz-Fenster. Sie wurden durch moderne Fenster mit Dreifach-Verglasung ausgetauscht. Planer Steidl lobte hier die gute Arbeit der ausführenden Firma. Bereits erledigt sei auch die Dämmung der Umfassungswände bis 50 Zentimeter unter die Erdgleiche. Ein zwölf Zentimeter starkes Verbundsystem zur Wärmedämmung ist ebenfalls bereits eingebaut. Für den Sonnenschutz werden die alten Rollos ausgebaut und durch neue Raff-Rollos ersetzt.

Überall im Gebäude muss für zeitgemäßen Brandschutz gesorgt werden. Auch dem Blitzschutz gilt ein Augenmerk. Neu verlegt werden die Fallrohre der Dachrinnen. Im Bereich der Turnhalle sind unter anderem einige Fenster auszutauschen, ein neuer Notausgang muss eingerichtet werden. Zu erneuern ist auch die Treppe, um für gleiche Abstände der Stufen zu sorgen. Im Bereich der Photovoltaikanlage sind etliche Dachziegel zu tauschen, die durch die Halterungen beschädigt wurden. Insgesamt ist noch eine Fülle weiterer Maßnahmen nötig. Zum Abschluss sollen alle Gebäudeteile noch mit einem neuen mineralischen Fassadenanstrich versehen werden. Der Einbau einer neuen Gasheizung steht ebenfalls an.

Auf Anfrage drückte Michael Steidl die Hoffnung aus, dass zum Schulbeginn ein Großteil der Maßnahmen abgeschlossen sein werde. Er informierte, dass die Corona-Krise vieles auf dem Bausektor verändert habe. „Früher brauchte man im August erst gar keine Angebote einholen, weil die Firmen alle Urlaub hatten." Mittlerweile seien die Unternehmen flexibler geworden. Bürgermeister Beer hoffte, dass 2021 die gelungenen Maßnahmen mit einem Fest gewürdigt werden können.

Architekt Michael Steidl mit dem abgetrennten Teilstück eines alten Blitzableiters.
Hintergrund:

Finanzielles zur Schulsanierung

  • Kosten für die Sanierung von Schule und Turnhalle: 1,31 Millionen Euro
  • Brandschutz: 594 964 Euro
  • Dachsanierung (Bereich unterhalb Solaranlage): 126 116 Euro
  • WC-Anlage: 105 908 Euro
  • Begleitende Maßnahmen: 33 176 Euro
  • Gesamtkosten: 2,16 Millionen Euro
  • Zur Finanzierung erwartet die Marktgemeinde hohe Zuschüsse
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