19.07.2021 - 16:25 Uhr
SchwarzhofenOberpfalz

Schnelles Internet: Schwarzhofen zieht mit anderen Kommunen an einem Strang

Der Markt Schwarzhofen beseitigt „weiße Flecken“ in der Breitbanderschließung im Marktgebiet. Dabei zieht er mit anderen Kommunen an einem Strang.

In interkommunaler Zusammenarbeit sollen die restlichen "weißen Flecken" in der Breitbandversorgung des Marktes Schwarzhofen beseitigt werden.
von Externer BeitragProfil

Noch vor kurzem waren die 24 Gemeindeteile des Marktes Schwarzhofen fast komplett von der Breitbanderschließung mit „schnellem Internet“ abgeschnitten, da die Telekommunikationsanbieter kein finanzielles Interesse hatten, die Flächengemeinde mit Glasfaser zu versorgen. Das ändert sich jetzt.

Breitbanderschließung ist ein Standortvorteil, gehört zur Grundversorgung der Bevölkerung, der Schulen und Betriebe und der Landwirtschaften. "Gerade während des Lockdowns in der Corona-Krise hat sich gezeigt, wie wichtig eine gute Breitbandversorgung ist. Homeoffice oder Homeschooling wären unmöglich gewesen für unsere Gemeindebürger", so Bürgermeister Maximilian Beer in einer Mitteilung aus dem Rathaus.

Der Markt Schwarzhofen hat vor Jahren mit dem Bayerischen Breitbandförderprogramm weite Bereiche des Marktes mit „schnellem Internet“ versorgt. Insgesamt wurden bisher zwei Förderverfahren erfolgreich abgeschlossen. Dem Markt war dabei im ersten Schritt wichtig, in allen Altgemeinden und zumindest allen größeren Dörfern eine gleichwertige Situation zu schaffen. So ist es gelungen, dass nunmehr fast alle Anwesen im gesamten Marktgebiet von einer Breitbandversorgung von mindestens 30 Mbit/s, in weiten Teilen der Gemeinde bereits von mehr als 100 Mbit/s, profitieren. In einigen Dörfern des Marktes wurde schon Glasfaser bis ins Haus verlegt. Dies hat Investitionen der Gemeinde von weit über einer Million Euro erfordert. Der Markt konnte hohe Zuschüsse von 90 Prozent in Anspruch nehmen und die Maßnahmen weitestgehend refinanzieren.

Lediglich 17 Anwesen verfügen nun noch als „weiße Flecken“ über eine Ist-Bandbreite von unter 30 Mbit/s, aber über 16 Mbit/s. Der Markt Schwarzhofen hat versucht, im Rahmen einer Markterkundung für diese 17 Anwesen einen Anbieter zu finden, der im Auftrag der Gemeinde eine Erschließung vornimmt. "Leider war der Versuch aufgrund der geringen Rentabilität für Telekommunikationsanbieter – trotz der hohen Förderung, die diese durch staatliche und kommunale Gelder erhalten hätten – erfolglos geblieben", bedauert Bürgermeister Beer.

Nunmehr geht die Gemeinde einen neuen Weg. Er wird durch das neue Förderprogramm des Freistaates Bayern zum Aufbau von gigabitfähigen Breitbandnetzen mit besonderer Förderung interkommunaler Zusammenarbeit möglich. Es können nunmehr mehrere Kommunen gemeinsam eine Ausschreibung vornehmen, die dann eine größere Anzahl zu erschließender Anwesen beinhaltet. "Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Anbieter findet, der den Auftrag haben will", erläutert der Bürgermeister.

Der Markt Schwarzhofen wird deshalb in interkommunaler Zusammenarbeit mit der Gemeinde Dieterskirchen und der Gemeinde Thanstein eine neuerliche Ausschreibung voranbringen, um die 17 weißen Flecken mit einer Versorgung unter 30 Mbit/s zu beseitigen. Konkret sollen alle Wohnanwesen in Meischendorf, in Altenhammer, in Holzhof und in Höfen bei Uckersdorf sowie die Einzel-Anwesen Girnitz 20 und 22 sowie Demeldorf 1 direkt mit Glasfaser erschlossen werden.

Außerdem hat der Marktgemeinderat beschlossen, auch von den „grauen Flecken“, das sind Anwesen, die mit 30 bis max. 100 Mbit/s versorgt werden, die weniger gut versorgten Bereiche mit in das Ausschreibungspaket mit aufzunehmen, um aufgrund der nunmehrigen Größe des Ausschreibungsumfangs auch tatsächlich ein Angebot eines Telekommunikationsanbieters zu bekommen. Es sollen deshalb aus dem Bereich der Ortschaft Zangenstein die Wohnanwesen im Bereich der Ernst-Hanauer-Straße, des Zellwegs, des Lindenwegs und des Birkenwegs ebenfalls mit Glasfaserkabel angebunden werden. Zusätzlich hat der Marktgemeinderat beschlossen, die Firma emz Hanauer und in Girnitz die Firma Seebauer direkt mit einer Glasfaserverbindung zu versorgen.

Die beabsichtigte Erschließung der 17 weißen und der 41 grauen Flecken wird für den Markt Kosten von 1,4 Mill. Euro mit sich bringen. Da wiederum die Kommune 1,1 Millionen Euro an Förderung bekommen wird, verbleibt bei der Marktgemeinde ein Eigenanteil von 290.000 Euro. Das hierfür notwendige Verfahren ist bereits angestoßen. Es wird aber noch voraussichtlich zwei bis fünf Jahre dauern, bis die Breitbanderschließung hier umgesetzt ist. Bürgermeister Maximilian Beer freut sich jedoch trotz des Zeitfaktors, da mit dieser Entscheidung des Marktgemeinderates und in interkommunaler Zusammenarbeit "dann alle Anwesen im Marktgebiet über eine zeitgemäße und auch ausreichende Breitbandversorgung verfügen werden."

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"Mit dieser zukunftsweisenden Entscheidung des Marktgemeinderates und in interkommunaler Zusammenarbeit werden dann alle Anwesen im Marktgebiet über eine zeitgemäße und auch ausreichende Breitbandversorgung verfügen."

Bürgermeister Maximilian Beer

Bürgermeister Maximilian Beer

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