In den letzten Apriltagen 1945 passierten zwei Evakuierungsmärsche aus dem Konzentrationslager (KZ) Flossenbürg den Markt Schwarzhofen. In einer parteiinternen Gedenkveranstaltung erinnerte der SPD-Ortsverein an die Geschehnisse vor 76 Jahren. MdB Marianne Schieder, SPD-Kreisvorsitzender Peter Wein und Schieders Mitarbeiter Karl Bley beteiligten sich an der Veranstaltung.
Nach der Begrüßung der Gäste durch Dritten Bürgermeister Andreas Immervoll informierte SPD-Ortsvorsitzender Alfred Wolfsteiner über seine Erkenntnisse der Ereignisse vor 76 Jahren, die er 1995 aus der Befragung von mehreren Augenzeugen und Gewährspersonen erfahren hatte. Wolfsteiner erinnerte zudem an den Besuch des KZ-Überlebenden Max Mannheimer, der den Zuhörern zugerufen hatte: „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was damals passierte. Aber dass es nicht wieder passiert, dafür seid ihr schon verantwortlich“. Unvergessen sei, so Wolfsteiner, auch der Besuch von Überlebenden der Todesmärsche im Jahre 2014 und deren eindringliche Bitte, ihr Schicksal nicht zu vergessen.
SPD-Gründungsmitglied und Zeitzeuge Anton Ziereis informierte aus erster Hand über die damaligen Ereignisse. Seine Schilderungen verband er mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass neben dem bereits vorhandenen Gedenkstein am so genannten „Rosentraudl“ an der Straße nach Neunburg, ein zweiter Stein am Pfarrerberg aufgestellte werde. Hier waren im Juni 1945 weitere 13 ermordete KZ-Häftlinge in einem Bombentrichter gefunden worden. Die Bevölkerung musste sie ausgraben und zum Friedhof bringen, wo sie in einem Massengrab wieder beerdigt wurden. Im Jahre 1958 erfolgte die Umbettung nach Flossenbürg.
MdB Marianne Schieder hob lobend hervor, dass die Erinnerungskultur dem SPD-Ortsverein schon immer ein großes Anliegen sei. Nicht nur, dass der Besuch Max Mannheimers in Schwarzhofen in dessen schon mehrfach gesendeter Film-Biografie „Der weiße Rabe“ festgehalten worden sei. Auch die Errichtung des ersten Gedenksteins 1995 sei ebenfalls von den SPD-Mitgliedern im Marktrat ausgegangen. Sie sagte für die Errichtung eines zweiten Gedenksteins ihre Unterstützung zu.
Nach der Veranstaltung besuchten die SPD-Mitglieder zu einem kurzen Gedenken an die ermordeten Häftlinge den Gedenkstein an der Staatsstraße. Anschließend wurde auch der mögliche zweite Standort am Pfarrerberg besichtigt. Anton Ziereis hat den Fundort der toten Häftlinge bislang über längere Zeit hinweg mit einem einfachen, von Stacheldraht umfassten Holzkreuz, dokumentiert. Ein Gedenkstein an dieser Stelle könnte künftig die nachfolgenden Generationen an das Schicksal und das unsagbar große Leid der Menschen auf den Todesmärschen erinnern.















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