02.07.2020 - 11:27 Uhr
Schwend/BirglandOberpfalz

Gemeinde Birgland kämpft mit Folgen der Coronakrise

Mit dem Haushalt 2020 muss der neu formierte Gemeinderat Birgland gleich eine harte Nuss knacken. Corona macht sich schon bemerkbar.

Mit einem Griff in die Rücklagen und neuen Krediten kommt die Gemeinde Birgland 2020 finanziell über die Runden.
von Franz MüllerProfil

Mindereinnahmen durch die Auswirkungen der Pandemie und höhere Umlagen verhagelten der Gemeinde Birgland eine sonst ordentliche Bilanz. Notwendige Investitionen können aber - wenn auch mit Krediten - finanziert werden, nahm der Gemeinderat als Fazit aus seinen Haushaltsberatungen mit.

Melanie Haller, die Kämmerin der Verwaltungsgemeinschaft Illschwang, ging auf wichtigsten Zahlen noch einmal ein.Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Verwaltungshaushalt mit 2 973 500 Euro etwas vermindert. Die Steuereinnahmen sinken um 170 000 Euro, die Schlüsselzuweisung um 59 300 Euro. Bei den Ausgaben ist es umgekehrt: Der Hauptposten Kreisumlage schlägt mit 785 000 Euro zu Buche, ein Plus von 108 500 Euro höher. Insgesamt bleiben 309 500 Euro als Zuführung zum Vermögenshaushalt übrig. Die zur Tilgung von Krediten vorgeschriebene Mindestzuführung von 331 400 Euro wurde damit knapp nicht erreicht.

Im Vermögenshaushalt von 3 435 600 Euro sind Investitionenvon 2 807 700 und die Tilgungen enthalten. Zu den Strukturmaßnahmen zählen der Breitbandausbau, die Sanierung der Straße von Leinhof zur AS 3, die Sanierung der Burgruine Lichtenegg sowie der Fahrzeug- und Maschinenbedarf des Bauhofs. Ferner kommen Ausrüstung der Feuerwehren, Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Licht, Kanalsanierungen Fürnried und Frechetsfeld sowie ein Regenrückhaltebecken in Schwend dazu. All dies wird mit einer Entnahme von 464 700 Euro aus den Rücklagen und Kreditaufnahmen von 730 000 Euro finanziert. Die Verschuldung erhöht sich daher von 3 396 400 Euro Anfang 2020 auf voraussichtlich 3 795 000 Euro. Deshalb müsse in den nächsten Jahren auf eine Verringerung geachtet werden. Sparsamkeit bei den Ausgaben und Anhebung von Gebühren und Steuern seien daher angesagt, folgerte die Kämmerin.

Für die SPD-Fraktion meldete sich Elmar Halk mit einer Stellungnahme zu Wort. Die Arbeit der Verwaltung und der Bürgermeisterin hielt er für gründlich und anerkennenswert. "Die Pflichtaufgaben können auch heuer wieder erfüllt werden, künftig wird es aber schwieriger werden", glaubte er. Ein weiteres Bau- oder Industriegebiet könne die Lage verbessern. Die Mittel dazu wären gut angelegt und bei dem günstigen Zinsaufwand auch tragbar. Der Gemeinderat verabschiedete den Haushalt, verbunden mit Stellenplan sowie Finanz- und Investitionsplan 2020 bis 2022.

Weitere Themen aus dem Gemeinderat Birgland:

Feuerwehrhelme, LED-Licht und Bauangelegenheiten

Der neue Ausschuss für Sicherheit, Feuerwehren und Hilfeleistungen hat die Arbeit schon aufgenommen, berichtete Thomas Renner. Das Thema war die Anschaffung von neuen Helmen für die Feuerwehr Sunzendorf. Dies sei notwendig, weil der alte Bestand nicht mehr den jetzigen Sicherheitsvorschriften entspreche. Zudem solle teilweise die leichtere Ausführung für die Bekämpfung von Waldbränden gewählt werden. Ein Beschluss soll an Angebot und Bedarf angepasst werden.

Für die im Haushalt enthaltene Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Licht mit 73 Leuchten in verschiedenen kleinen Ortschaften lag ein Angebot des Bayernwerks vor, das der Gemeinderat akzeptierte.

Zum Neubau eines Carports in Schwend, zur Voranfrage für ein Einfamilienhaus in Sunzendorf und zum Umbau eines früheren Gasthauses mit Wohnungen gab es das gemeindliche Einvernehmen.

Gemeinderat Birgland formiert Ausschüsse neu

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