01.08.2019 - 10:58 Uhr
Oberpfalz

Selbstgemachtes Glück

Anpacken, Dinge in die eigene Hand nehmen, kreativ werden. Do-it-yourself liegt im Trend - und kann richtig glücklich machen, sagt die OWZ-Glücksexpertin.

Gartenarbeit kann so entspannend sein – und richtig glücklich machen.
von Autor EWAProfil

"Es hat tatsächlich geklappt." "Geschafft!" "Ich bin richtig stolz auf mich." "Das habe ich selber gemacht." Wann haben Sie das letzte Mal Brot gebacken, Marmelade eingekocht, ein Gartenhaus oder ein Regal gebaut, ein Kleid genäht, Gurken eingemacht, Socken gestrickt, ein Bild gemalt oder einen Tisch gezimmert? Das ist noch gar nicht so lange her? Dann erinnern Sie sich bestimmt an das herrliche Gefühl, das Sie hatten, als Sie damit fertig waren. Längst weiß man: Selbermachen und etwas mit den eigenen Händen schaffen liegt nicht nur wieder im Trend, sondern erzeugt auch eine Menge Glücksgefühle.

Dabei könnten wir es doch so bequem haben. Längst müssen wir nicht mehr selbst Hand anlegen, wenn wir frisches Obst oder Gemüse essen wollen, etwas Neues zum Anziehen brauchen oder eins unserer Geräte den Geist aufgegeben hat. Alles, was unser Herz begehrt, ist heutzutage schnell und mühelos zu bekommen, für alles gibt es ausgebildete Spezialisten. Warum tut es uns aber trotzdem so gut, etwas selbst zu machen? Karl Marx erkannte als Erster, dass wir irgendwann die Beziehung zum Produkt unserer Arbeit verlieren und dadurch unglücklich werden würden.

Viele von uns erledigen heutzutage im Job abstrakte Arbeitsabläufe, sind gestresst, sehen jedoch den Erfolg ihrer Arbeit gar nicht mehr. Da ist es zum Beispiel schon etwas anderes, selbst ein Möbelstück zu schreinern, das dann fertig vor einem steht. Natürlich ist uns auch immer etwas, das wir selbst hergestellt haben, mehr wert, als etwas, was wir mal eben in einem Laden gekauft oder im Internet bestellt haben. Etwas selbst zu schaffen stärkt nicht nur unser Selbstbewusstsein und unsere Persönlichkeit, sondern lässt uns außerdem tiefe Befriedigung erfahren.

Nicht zu unterschätzen ist der soziale Aspekt: Wer etwas herstellt, der tut dies meist nicht allein. Er tauscht Erfahrungen mit Gleichgesinnten aus. Man trifft sich, leiht sich nötiges Werkzeug aus und gibt Tipps und Tricks weiter. Auch Freunde und Nachbarn freuen sich, wenn sie von uns mit selbstgemachtem Honig, selbstgezogenen Kürbissen oder selbstgebauten Vogelhäusern beschenkt werden. Und wir freuen uns, dass sie sich freuen.

Arbeit muss außerdem nicht immer anstrengend sein, oftmals hat diese eine regelrecht entspannende Wirkung. "Wirklich?", fragen Sie jetzt ungläubig. Dann stricken Sie doch mal wieder einen Pullover oder jäten Sie in aller Ruhe Ihre Blumenbeete. Egal, ob Sie sich nun dafür entscheiden, mal wieder einen Kuchen selbst zu backen, Ihr Wohnzimmer zu tapezieren oder Kaffeebohnen selbst zu rösten - eins ist schon jetzt sicher: Sie werden sich anschließend nicht nur befriedigt zurücklehnen, sondern auch ein bisschen stolz auf sich selber sein. Und ganz schön glücklich. (ewa)

Mehr Rezepte zum Glück: www.onetz.de/themen/gluecksrezept

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