28.10.2020 - 12:38 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Bahnhof als Unterschlupf für Schmuddelwetter

Seit Jahren plant die Gemeinde Speichersdorf, eine Unterstellmöglichkeit für Buskinder am Bahnhof zu bauen. Doch der Vertragspartner Bahn ist schwierig.

Das ehemalige Toiletten- und Betriebsgebäude der Bahn AG soll abgerissen werden und Platz für einen Bussteig samt Wartehäuschen machen.
von Arnold KochProfil

Nach dem Dringlichkeitsantrag der SPD-Gemeinderatsfraktion in der vergangenen Sitzung beschäftigte sich der Bauausschuss mit Standortalternativen für das geplante Bushäuschen am Bahnhof. Das Gremium verzichtete auf eine Ortseinsicht der bekannten Örtlichkeit bei anbrechender Dunkelheit und beurteilte die Grundstücksverhältnisse anhand aktueller Lagepläne und Luftaufnahme im Sitzungssaal.

Rund 100 Buskinder

"Wir haben vor und rund um das Bahnhofsgebäude außer Straßengrund nur sehr wenig Flächen, die der Gemeinde gehören und geeignet sind", verdeutlichte Bürgermeister Christian Porsch eingangs. Er berichtete, dass mehrere Schulbuslinien morgens in der Zeit von 6.45 bis 7.05 Uhr vom Bahnhof aus Richtung Bayreuth und Kemnath starten. Rund 100 Mädchen und Buben stiegen in drei Busse zu weiterführenden Schulen. Es bestehe derzeit keine Unterstellmöglichkeit bei schlechter Witterung.

Anhand der Grundstückspläne sah der Ausschuss, dass weder für eine Dauer- noch für eine sinnvolle Übergangslösung geeignete Gemeindeflächen im Bahnhofsumgriff zur Verfügung stehen. "Unsere Zukunftsplanung sieht vor, das leerstehende Bahngebäude mit Toiletten und angrenzenden Parkflächen westlich des Bahnhofgebäudes zu erwerben. Nach einem Abriss soll dort eine größere Unterstellmöglichkeit für Busfahrer samt verkehrssicheren Bussteig, öffentlichem WC und eventuell Kiosk samt angrenzender, aber verkleinerter Parkfläche entstehen", erläuterte Porsch.

Vertrag unterschriftsreif

Seit April ist der Kaufvertrag mit der Bahn AG zum Erwerb der dafür notwendigen Grundstücksflächen unterschriftsreif, doch der Abschluss zieht sich auch aufgrund von Kompetenzproblemen beim Staatskonzern hin. Die Gemeinde hat zur endgültigen Lösung vier Bundestagsabgeordnete und den Bahnbevollmächtigten um Unterstützung gebeten. "Eine Lösung vor diesem Winter ist nicht absehbar", meinte das Gemeindeoberhaupt.

Ein von der Verwaltung eingeholtes Angebot für ein 9,2 mal 1,8 Meter großes Bushäuschen aus Glas beläuft sich auf rund 15 000 Euro zuzüglich Fundamente. Dafür gibt es jedoch als Einzellösung keine staatliche Förderung. Der vorübergehende Aufbau in der Nähe des Kellerabganges wäre möglich, aber wenig sinnvoll. Porsch schlug deshalb vor, die Wartehalle des Bahnhofes für Busfahrer zu öffnen. Diese sollte nach dem Wunsch von Claudia Fischer (SPD) sofort bereits ab 6.30 Uhr geöffnet und erst um 19 Uhr wieder geschlossen werden. "Den Schlüssel hab' ich schon, um auch zu Corona-Zeiten die Halle beidseits zu öffnen und damit auch für genügend Durchzug zu sorgen", sagte der Bürgermeister.

Die Gemeinde setzt bei den Verhandlungen mit der Bahn AG auf Schützenhilfe der Politik

Speichersdorf

In seinem Beschluss stimmte der Ausschuss dieser Übergangslösung mit der Aufforderung zu, die Endverhandlungen mit der Bahn AG mit Nachdruck zu führen und den Grunderwerb für einen neuen Busbahnhof notariell abzuschließen.

Hintergrund:

Imbisswagen bis Weihnachten weg

  • Franc Dierl (CSU) regte an, weitere solargespeiste Geschwindigkeitsmessanlagen anzuschaffen. Diese seien effektiv und trügen erheblich zur Minderung der Fahrgeschwindigkeit des Durchgangsverkehrs bei. Bürgermeister Christian Porsch ergänzte, dass bereits eine zweite Anlage bestellt sei.
  • Johannes Frank (UBV) schlug vor, erneut bei der Straßenbaubehörde vorstellig zu werden, um eine Beschränkung auf Tempo 50 zwischen Kirchenlaibach und Windischenlaibach zu erreichen, da dies auch anderswo möglich sei.
  • Dierls Anfrage zur geplanten Erneuerung des Sankt-Florian-Bildes am Feuerwehrgerätehaus Windischenlaibach wird durch die Verwaltung geprüft.
  • Zum Hinweis, wann der Imbisswagen auf dem Parkplatz am Schützenheim entfernt wird, erklärte Porsch, dass der Eigentümer aufgefordert worden sei, diesen unverzüglich zu entfernen. Ansonsten werde ihm die Entsorgung durch die Gemeinde in Rechnung gestellt. Ziel ist es, das bereits seit einem Jahr bestehende Abstellen bis Weihnachten zu beseitigen
  • Annke Gräbner (SPD) bat, die Standsicherheit von zwei dürren Birken auf dem Ramlesreuther Friedhof zu überprüfen. Porsch ergänzte, dass auch weitere tote Birken auf dem Speichersdorfer Friedhof und am Marterl nahe der Kreuzstraße entfernt werden müssten.
  • Ortssprecher Heiko Adelhardt wies abschließend auf eine Straßensetzung mit Deckenriss an der Ortsdurchfahrt Selbitz hin.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.