20.07.2021 - 16:29 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Brückenneubau bringt Einschränkungen für Speichersdorfer

Zwei Großbaumaßnahmen waren die beiden Kernpunkte der Bürgerversammlung in Speichersdorf. Vertreter von Ingenieurbüros und Baufirma stellten das Brückenbauwerk und die größte Investition der Gemeinde in den nächsten drei Jahren vor.

Johanna-Franziska Schmidt (rechts) von der Deutschen Bahn Netz AG und Diplomingenieur Taimur Tadros (links) von der Baufirma Porr-Bau GmbH aus Wien erläuterten Ablauf und Umfang der Brückenbauarbeiten.
von Arnold KochProfil

Zur Vorstellung der geplanten Baumaßnahmen an der Bahnüberführung West hieß Bürgermeister Christian Porsch von der Deutschen Bahn Netz AG Johanna-Franziska Schmidt und Diplomingenieur Taimur Tadros von der Baufirma Porr-Bau GmbH aus Wien willkommen. Laut Porsch laufen die Planungen zur Erneuerung der Bahnbrücke zwischen der Neustädter und Bahnhofstraße seit 2015: "Auch wir sind mit dem Bau eines neuen Gehweges beim Brückenneubau im Boot." Es sei dringend notwendig, dieses 115 Jahre alte Nadelöhr und dazu wichtigste Nord-Süd-Verbindung der Orte Speichersdorf und Kirchenlaibach durch ein größeres Bauwerk zu ersetzen.

Technische Details und den vorgesehenen Zeitablauf erläuterten die beiden Referenten. Seit sechs Jahren plant die Bahn zusammen mit den Straßenbaulastträgern Freistaat und Gemeinde die Erneuerung der nach heutigen Standards zu niedrigen und zu schmalen Bahnbrücke. Die Planung fertigte das Büro Gauff-Rail-Engineering aus Nürnberg. In vielen gemeinsamen Terminen wurden die Bedürfnisse und Interessen aller Beteiligten abgesteckt, um den künftigen Anforderungen aller gerecht zu werden.

Größere Durchfahrtshöhe

Die Brückengründung liegt im Grundwasserbereich, da die Durchfahrtshöhe vergrößert wird und der Gleiskörper nicht angehoben werden kann. Es ist beabsichtigt, die Bahnbrücke nördlich der bestehenden Überführung zu errichten und dann einzuschieben. Schmidt berichtete, dass in der Unterführung Wasser-, Kanal-, Strom-, Gas- und Telekomleitungen liegen, die vorher verlegt werden müssten. Das anfallende Wasser aus dem Unterführungsbereich wird mittels eines neuen Kanals in ein neu zu bauendes Regenrückhaltebecken geleitet, bevor es zum Kirrlohbach abgeleitet wird. Ein Grunderwerb von Dritten ist nicht erforderlich.

Das Bauwerksausmaß konnte durch die Verkleinerung des überführenden Bahnkörpers wesentlich verringert werden. Die alte Brücke misst 28,8 und die neue Brücke zwischen 14,03 und 16,4 Metern Breite. Die lichte Weite beträgt 10,40 (bisher 7), die Höhe 4,5 Meter (bisher 3,75). Zusammen mit dem Brückenbauwerk müssen die Einmündungsbereiche der Kreuz-, Erfurter, Jahn- und Neustädter Straße tiefergelegt und an den bestehenden Straßenverlauf mit Verbesserung der -führung wieder angepasst werden. Zudem wird eine Zufahrt zu den Kleingärten samt Pumpwerk für die Straßenabwässer gebaut.

Im Kurvenbereich der Bahnhofstraße entsteht eine Stützmauer, die durch die Tieferlegung der Straße erforderlich wird. Die Sichtverhältnisse an den Einmündungsbereichen werden verbessert. Der 2,5 Meter breite und behindertengerechte Gehsteig samt neuer Straßenbeleuchtung befindet sich auf der West- und Nordseite der Bahnhofstraße und führt bis zur Einmündung der Bayreuther Straße. Nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz tragen alle Beteiligten anteilsmäßig die Kosten. Die Bauzeit beträgt zwei Jahre. Während dieser Zeit wird der Unterführungsbereich gesperrt und großflächig umgeleitet. Die Neustädter-, Jahn- und Erfurter Straße können bis zur Baustelle weiter befahren werden. Nach Fertigstellung des Bauwerkes muss die Bahnstrecke für längstens 96 Stunden gesperrt und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden.

In dieser Zeit werden das alte Brückenbauwerk abgerissen, die neue Brücke eingeschoben und die Schienenanschlüsse samt Gleisbett wieder hergestellt. Für den Erhalt sind die Beteiligten entsprechend der genutzten Anlagen zuständig. Die Verkehrssicherungspflicht des Gehweges und der Straßen obliegt dem Freistaat und der Gemeinde.

Baustelle auf Westseite

Auf die Frage von Altbürgermeister Manfred Porsch zum Ort der Baustelleneinrichtung wurde die Brückenwestseite genannt. Konkrete Verkehrsregelungen müssen auch zur Umleitung des Zulieferverkehrs zum Rosenthal-Gelände getroffen werden. Ein weiteres Nadelöhr muss mit der Parksituation in der Bayreuther Straße und dem Durchgangsverkehr in der Kreuzstraße umgangen werden.

Bürger wiesen darauf hin, dass auch der Fußgängerverkehr über den Bahnsteg und durch die Bahnbrücke Ganghofer Straße gelenkt werden muss. Dabei ist zur Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer die Durchfahrtsgeschwindigkeit in der Brücke an der Ganghofer Straße möglichst auf Schritttempo zu mindern.

Überwiegend ums Geld ging es in Bürgerversammlung beim Thema Kläranlage

Speichersdorf

Abschließend informierte der Rathauschef darüber, dass die Bahn AG den Rückbau des Zusatzgleises an dieser Brücke nicht bestätigte, um die Brückenlänge zu minimieren. Die Gemeinde wird hierzu einen weiteren Vorstoß machen. Der Bau der Bahnbrücke Ost ist für 2026 vorgesehen.

Hintergrund:

Zwei laute Wochen

Die Bauverantwortlichen wiesen in der Bürgerversammlung darauf hin, dass alle Arbeiten möglichst am Tag erfolgen. Die Anlieger werden bei konkreten Beeinträchtigungen rechtzeitig informiert. Lärmintensiv sind besonders folgende voraussichtliche Zeiträume:

  • 20. bis 28. Mai 2022 Teilabbruch der Brücke nachts
  • 28. Oktober bis 4. November 2022 Einschub des neuen Brückenbauwerkes
Etwa zwei Jahre werden die Arbeiten an der Bahnbrücke West zwischen der Neustädter und Bahnhofstraße in Anspruch nehmen.

Alle Infos zum Bau der West-Brücke

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