21.04.2021 - 14:09 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Eisenbahnüberführung in Speichersdorf soll breiter und sicherer werden

Die wichtigsten Verbindungsachsen innerhalb des zusammengewachsenen Doppelortes Speichersdorf und Kirchenlaibach sind die beiden Bahnüberführungen. Für das östliche Brückenbauwerk laufen aktuell die Planungen.

Das Bild zeigt die Straßenunterführung und Eisenbahnbrücke an der Ganghofer- zur Danziger- und Manfred-Strößenreuther-Straße.
von Arnold KochProfil

Das Bahnhofsgelände samt Gleisanlagen gehört zu einer der Zukunftsbaustellen der Deutschen Bahn AG und der Gemeinde. Da sie zu schmal und zu nieder ist, wird die zweite Nord-Südverbindung zur Querung der Eisanbahnstraße in der Ortschaft Speichersdorf den heutigen Verkehrsanforderungen nicht mehr gerecht. Nach der laufenden Ausführungsplanung für die Straßenunterführung in der Neustädter- und Bahnhofsstraße konkretisiert die Deutsche Bahn und die Gemeinde den Neubau der östlichen Bahnüberführung, die die Ganghofer, Danziger und Manfred-Strößenreuther Straße verbindet.

Erste Planungen schon 2018

Der Gemeinderat befasste sich erneut mit der Planung und den möglichen Ausbauvarianten zum Neubau der Eisenbahnüberführung. Bereits 2018 hatte das Gremium beschlossen die Breite der Straßenunterführung mit elf Metern lichter Weite zu wählen. Diese Breite resultierte aus Gehweg, Fahrbahn samt Boden- und Entwässerungsrinnen, Wasser und Kanaltrasse. Sie wurde auf Anraten der Regierung von Oberfranken gewählt, um eine Förderung zu ermöglichen.

Nun machte die Verwaltung unter Federführung von Bürgermeister Christian Porsch einen erneuten Vorstoß beim Zuwendungsgeber eine Verringerung der lichten Breite zu erwirken, um Kosten zu sparen und eine Überdimensionierung zu vermeiden. Unter Abstimmung mit der Regierung und dem Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr konnte erreicht werden, dass die Ausbaubreite auf 9,10 Metern verringert werden kann. Darin werden der 2,5 Meter breite Geh- und Radweg, eine 5,5 Meter breite Fahrbahn, zwei Entwässerungsrinnen (je 0,30 Meter) und ein 0,5 Meter breiter Schrammbord untergebracht.

Die Fahrbahnbreite orientiert sich an der Straßenbreite der Ganghofer Straße und lässt Pkw-Begegnungsverkehr im Brückenbauwerk zu. „Für Fußgänger und Radfahrer wird durch den Bau eines von der Fahrbahn abgesetzten Geh- und Radweges die Verkehrssicherheit beim Durchfahren des Brückenbauwerkes wesentlich erhöht“, erklärte Porsch. Die Durchfahrthöhe wird von 3,5 auf 4,5 Meter erhöht. Die Verringerung der Bauwerkbreite sei auch dadurch möglich, da die ursprünglich innerhalb des neuen Brückenbauwerks geplanten Wasser- und Abwasserleitungen mittels einer eigenen Unterquerung der Bahnanlagen neu hergestellt werden. Die Anschlüsse wurden dafür in der Ganghofer und Danziger Straße erneuert. Die Verlegung der Leitungen vereinfacht zudem den Brückenneubau und spätere Sanierungsarbeiten. Dafür rechnet man mit Baukosten von rund einer Million Euro. Dementsprechend günstiger wird das Brückenbauwerk, an dessen Kosten sich die Gemeinde beteiligen muss.

Rückbau des Nebengleises

Ein Kritikpunkt an der Brückenplanung ist noch nicht endgültig mit der Deutschen Bahn geklärt. Die bisherige Planung sieht den Bau eines langen Brückenbauwerkes vor, das auch die Nebengleisanlage 29 untertunnelt. Porsch berichtete, dass über den Antrag der Gemeinde, diesen Schienenstrang rückzubauen, noch nicht entschieden ist. Nach dessen Beseitigung könnte nach Berechnungen des Planungsbüros die Brückenlänge um 15 Meter und damit auch die Baukosten samt gemeindlicher Kostenbeteiligung deutlich reduziert werden. Der Bürgermeister hat sich erneut an die Konzernleitung und an den Bundesverkehrsminister gewandt, um den Rückbau des Nebengleises zu erwirken. Eine Entscheidung steht noch aus. In der anschließenden Diskussion waren die Gemeinderäte Rudi Kirchenberger (UBV) und Gernot Hammon (FWG) der Meinung, dass nur ein reiner Geh- und Radweg ausreichen würde. Damit würde die Anbindung des Brückenbaukörpers an den Straßenbestand mangels wegfallender Tieferlegung leichter und das Bauvorhaben kostengünstiger.

Diese Meinung teilten Erster Bürgermeister Porsch, Zweiter Bürgermeister Rudi Heier und Dritter Bürgermeister Franc Dierl nicht. Nur eine Bahnquerung in der Neustädter/Bahnhofsstraße reiche für den innerörtlichen Verkehr nicht. Gemeinderat Roland Steininger (UBV) ergänzte, dass durch diese Bahnunterführung erheblicher landwirtschaftlicher Verkehr führe und die zweite Bahnquerung damit verkehrlich entlastet werde. Der Gemeinderat beschloss mit einer Gegenstimme die Reduzierung der Brückenlichte von 11 auf 9,10 Meter. Einstimmig war das Beschlussergebnis zur Verlegung der Kanal- und Wasserleitungstrasse außerhalb des Brückenkörpers und zum Rückbau des Gleiskörpers 29, um die Bauwerksverkürzung und Kostenreduzierung zu ermöglichen.

Der Bahnhof in Kirchenlaibach wird barrierefrei

Speichersdorf

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.