27.06.2021 - 10:26 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Gemeinde Speichersdorf: Wasserverbrauch sinkt

Die Wasserförderung aus den drei Tiefbrunnen bei Haidenaab ist erneut zurückgegangen. Ein Grund liegt an der deutlichen Minderabnahme eines Großabnehmers.

Das Wasserwerk Haidenaab versorgt einen Großteil der Kommune mit Trinkwasser aus den drei Tiefbrunnen bei Haidenaab.
von Arnold KochProfil

Das erste Corona-Jahr 2020 hinterlässt auch bei der Wasserförderung in der Gemeinde Speichersdorf deutliche Spuren. Bürgermeister Christian Porsch erläuterte im Gemeinderat, dass durch die Kurzarbeit bei der Firma Rosenthal merklich weniger Trinkwasser verbraucht worden sei. Inwieweit die kontinuierliche Wasserentnahme aus den drei Tiefbrunnen sich bei der Beantragung der zukünftigen Wasserentnahmemengen niederschlagen wird, müsse mit dem Wasserwirtschafts- und Landratsamt besprochen werden.

Weniger Arbeit, weniger Wasser

Anstatt 89.000 bezog der Porzellanhersteller nur rund 57.000 Kubikmeter. Der Rathauschef berichtete, dass letztmals 1984 und 2019 ein Jahresverbrauch unter 400.000 Kubikmeter Frischwasser verzeichnet worden sei. Der Gesamtverbrauch betrug 2020: 366.920 Kubikmeter (2019: 389.154) . Dementsprechend sank auch der Stromverbrauch in den Pumpwerken (185.119 kWh) um rund 33.000 Kilowattstunden. Der ungemessene Gemeinverbrauch (Spülungen, öffentliche Springbrunnen u.a.) lag bei 7700 Kubikmeter. Der Wasserverlust betrug rund 16.400 Kubikmeter und lag damit bei 4,2 Prozent des Gesamtverbrauchs. Der Tageshöchstverbrauch wurde mit 1471 Kubikmeter und der Mindestverbrauch mit 699 Kubikmeter verzeichnet.

Nur zwei Rohrbrüche an Hausanschlüssen mussten repariert werden. Zudem habe sich die stete Erneuerung alter Wasserleitungen ausgezahlt. Die Auswechslung erfolgte in der Stettiner und Breslauer Straße mit 375 Metern Länge samt zehn Hausanschluss-Erneuerungen. Es läuft noch die Erneuerung der Wasserhauptleitung zwischen Lettenhof, Roslas und Guttenthau in einer Gesamtlänge von 2486 Metern. Porschs Dank galt den beiden Wasserwarten für ihren umsichtigen Umgang mit dem wertvollen Gut Trinkwasser.

Ergebnis der Qualitätsuntersuchung

Zugleich lag dem Gemeinderat der Abschlussbericht der Effizienz- und Qualitätsuntersuchung vor, die bayernweit das Fachbüro Rödl & Partner erstellt hat. Die Gemeinde hatte sich am Benchmarking beteiligt, um wichtige Kennzahlen mit anderen Wasserversorgern gleicher Größe vergleichen zu können. „Bezogen auf die Größe weist unsere Wasserversorgung deutlich unterdurchschnittliche und damit sehr gute Kennzahlenergebnisse auf. Neben den Verwaltungskosten sind auch die Kosten im Bereich Technik unterdurchschnittlich“, verdeutlichte Porsch. Auch die Wasserverluste rangieren deutlich unter dem Gruppenniveau wie auch die Schadensraten am Versorgungsnetz.

Im Gegensatz dazu ist der Umfang der Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen klar überdurchschnittlich. Das heißt, die Gemeinde investiert nachhaltig in die Ertüchtigung ihrer Wasserversorgung. Versorgungssicherheit und -qualität bezeichnete das Fachbüro durchwegs positiv. Aus wirtschaftlicher Sicht wird empfohlen, von der reinen Verbrauchsgebühr auf eine kombinierte Grund- und Verbrauchsgebühr umzusteigen, die von vielen Nachbarkommunen praktiziert wird. Dies soll bei der nächsten Gebührenkalkulation abgewogen werden. Der Gemeinderat bestätigte den Abschlussbericht einstimmig und nahm die Benchmarking-Ergebnisse als zukünftige Entscheidungsgrundlage mit Zufriedenheit zur Kenntnis.

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Speichersdorf

„Bezogen auf die Größe weist unsere Wasserversorgung deutlich unterdurchschnittliche und damit sehr gute Kennzahlenergebnisse auf. Neben den Verwaltungskosten sind auch die Kosten im Bereich Technik unterdurchschnittlich.“

Bürgermeister Christian Porsch

Der Hochbehälter Warthübel versorgt einen Großteil der Kommune mit Trinkwasser aus den drei Tiefbrunnen bei Haidenaab.

 

 

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