29.07.2021 - 09:51 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Postverteilzentrum kommt nach Speichersdorf

Die Deutsche Post AG siedelt das DHL-Unterverteilzentrum in Speichersdorf an. Bis zu 60 neue Arbeitsplätze entstehen. Auch für Bauplätze für weitere Siedlungswillige wird gesorgt.

Das neue Gewerbegebiet für die DHL-Ansiedelung wird direkt gegenüber der Zufahrt zum Gewerbegebiet Nord-Ost entstehen.
von Arnold KochProfil

Gleich vier Bebauungsplanaufstellungsverfahren standen auf der Tagesordnung der Sitzung des Gemeinderates. Mit dem neuen Bebauungsplan "Gewerbegebiet Am Wirbenzer Weg" sorgten die Post und die Kommune für eine mehr als freudige Überraschung. Bürgermeister Christian Porsch berichtete, dass die Deutsche Post DHL Group schriftlich einen Antrag auf Aufstellung eines Bauleitplanverfahrens für eine Gewerbeansiedlung gestellt habe.

1500 Quadratmeter große Halle

Auf einem rund einen Hektar großen Grundstück südlich des bestehenden Gewerbegebietes Speichersdorf Nord-Ost an der B22-Anschlussstelle Ost gegenüber der Firma Reifen-Deubzer plant das Unternehmen einen Zustellstützpunkt für die Region Weidenberg, Creußen, Kemnath, Kulmain, Immenreuth und Speichersdorf. "Dies ist für unsere Gemeinde ein absoluter Glücksfall. Es soll eine rund 1500 Quadratmeter große Halle gebaut und damit zwischen 50 bis 60 Arbeitsplätze geschaffen werden. In diesem Unterverteilzentrum wird der Paket- und Postverkehr zusammen erledigt", berichtete Porsch.

Solarstrom für Transporter-Flotte

Das Hallendach wird mit einer PV-Anlage ausgestattet, die die künftige E-Kfz-Flotte der Post mit Ladestrom versorgen soll. Neben der Halle entstehen Park- und Grünflächen für Ausgleichsmaßnahmen. Morgens werden fünf bis sechs Lkw das Postgut anliefern; abends bringen drei bis vier Lkw das Leergut wieder weg. Von 7 bis 10 Uhr werden die 10 bis 15 Zustellfahrzeuge beladen und verlassen zeitversetzt zur Zustelltour das Postzentrum über die B 22. Durch die erwartet geringe Verkehrszunahme ist keine Abbiegespur ins Gewerbegebiet erforderlich. Auch der innerörtliche Verkehr wird nur unwesentlich zunehmen.

Vorbereitungsgespräche mit dem Landratsamt zeigten bereits, dass nach Ausweisung dieser Fläche als Gewerbegebiet im Flächennutzungsplan eine vorgabenkonforme Lösung ohne große Widerstände möglich ist. Aus städtebaulicher und bauplanungsrechtlicher Sicht bestehen keine Bedenken, die Erschließung ist gesichert. Der Rat beschloss einstimmig, das Bauleitplanverfahren einzuleiten und billigte den Bebauungsplanentwurf.

Auch das Bauleitplanverfahren für den "Bürgersolarpark Speichersdorf" wird mit der erneuten Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange fortgeführt. Das Gremium behandelte die im Verfahren eingegangenen Stellungnahmen. Auf Antrag von Roslaser Bürgern wird eine Teilfläche an der Kreisstraße BT 18 nördlich des Bahnüberganges gestrichen. Die verbleibenden Flächen werden eingegrünt, das vom Eisenbahnbundesamt geforderte Blendgutachten wird eingearbeitet. Dem Hinweis des Landratsamtes auf den zum Abbau der beiden Windkraftanlagen benötigten Platz wird Rechnung getragen. Dazu können später die freiwerdenden Flächen mit weiteren PV-Modulen besetzt werden. Eventuell auftretende Hochwasserschäden gehen nach Hinweis des Wasserwirtschaftsamtes zulasten des Anlagenbetreibers.

Zum Bebauungsplanentwurf "Haidenaab Nord-West" fasste der Gemeinderat den Satzungsbeschluss und machte den Weg zur Bebauung bei vorhandener Erschließung frei. Zum Hinweis des Landratsamtes, die Dachformen zu stark zu öffnen, verwies man auf das Ziel, einen bisher fehlenden gestalterischen Spielraum für Siedlungswillige zu schaffen.

Auch für die zweite Änderung des Bebauungsplanes "Speichersdorf-Zentrum" erfolgte der Satzungsbeschluss. Den Hinweis des Landratsamtes, die Angaben zum zulässigen Kniestock zu ergänzen sowie die geänderten Rechtsgrundlagen einzuarbeiten, kam man redaktionell nach.

Der Gemeinderat beriet den Antrag von Thorsten Neugirg (FWG), aufgrund der Corona-Pandemie kostenlos Freikarten oder Gutscheine für den Besuch des Naturerlebnisbades Immenreuth an Kinder und Jugendliche zu verteilen. Bürgermeister Christian Porsch berichtete, dass dieser Vorschlag auch von der Jugendbeauftragten Ursula Hörath (UBV) unterstützt werde.

Zum 15. Juli 2021 sind 643 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 17 Jahren in der Gemeinde gemeldet. Jüngere können das Freibad sowieso kostenlos besuchen. Auf der Grundlage eines Eintrittspreises von 2,50 Euro zugrunde ergibt dies notwendige Haushaltsmittel von 1607,50 für einen, 3215 Euro für zwei und 4822,50 Euro für drei Eintrittsgutscheine.

Diese könnten durch Einsparungen in anderen Bereichen bereitgestellt werden. „Dies wäre ein weiteres Zeichen zur Familienfreundlichkeit unserer Gemeinde und eine Chance zum Kennenlernen des Naturerlebnisbades“, stellte Porsch fest. Der Beschluss für drei Gutscheine war einstimmig. Die Bons werden im Rathaus und in der Bücherei ausgegeben.

Die Gemeinde möchte den Tourismusbereich ankurbeln

Speichersdorf

"Dies ist für unsere Gemeinde ein absoluter Glücksfall."

Bürgermeister Christian Porsch

 

 

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