Die Klimaprognosen sagen eine Zunahme von Starkregenereignissen sowie Trockenheit voraus. Die Landwirtschaft muss sich auf diese Herausforderungen einstellen. Es ist eine schwierige Aufgabe mit vielen Unbekannten.
2022 folgte in vielen Regionen nach der Aussaat eine dreimonatige Trockenperiode. Ein Jahr zuvor gab es regional Starkregen während der Keimungsphase, was Auflaufprobleme zur Folge hatte und teilweise zu Bodenerosion geführt hat. Welche Handlungsmöglichkeiten hat ein Landwirt, um sich auf die veränderten Klimabedingungen einzustellen und nachhaltigen Bodenschutz in die Bewirtschaftung integrieren zu können?
In der ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung) Frankenpfalz im Fichtelgebirge wird eine Möglichkeit im Praxistest untersucht. Auf einem Acker (Bodenart: lehmiger Sand) im Trinkwasserschutzgebiet bei Weidenberg wurden drei Versuchsparzellen angelegt. Auf einer Parzelle wird Terra Preta (Boden unter anderem aus Holzkohleresten, Essensabfällen, Fäkalien und Tonscherben), auf einer Kompost aufgebracht und auf einer weiteren Parzelle nichts. Letztere dient als Kontrollvariante. Ansonsten wird das Feld einheitlich bewirtschaftet.
Unter dem Dach der Initiative boden:ständig und mit Förderung durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken wurde dieses Versuchsfeld 2021 auf einer Fläche von Landwirt Reinhard Stoll angelegt. Ziel ist es, die Bodenstruktur und den Humusgehalt durch Zufuhr von Kompost und Terra Preta zu verbessern, denn durch eine poröse und lockere Bodenstruktur steigt die Wasserinfiltration und -haltekapazität des Bodens. Die Steigerung des Humusgehalts wäre wünschenswert.
Bei dem auf fünf Jahre ausgelegten Praxisversuch nimmt das GeoTeam Bayreuth auf den einzelnen Parzellen an zwei Messstellen einmal jährlich Wasserversickerungsversuche vor und analysiert Bodenproben auf verschiedene Parameter. Hier wird auch eine Veränderung hinsichtlich des Restnitratgehalts gemessen.
Die Ausbringung von Terra Preta ist nur eine Möglichkeit, um die Bodenstruktur zu verbessern. Weitere Alternativen sind eine ausgewogene und vielfältige Fruchtfolge, Zwischenfrucht und Untersaat, ebenso eine ausreichende Versorgung des Bodens mit organischer Substanz, durch Einarbeitung von Pflanzenresten oder organischen Düngern. Auch eine bedarfsgerechte Kalkversorgung erhöht die Bodenfruchtbarkeit, denn Bodenmikroorganismen benötigen einen neutralen pH-Wert. Saure Böden verringern das bakterielle Bodenleben.
Am Freitag, 28. Oktober, wird um 10 Uhr die Demonstrationsanlage der ILE Frankenpfalz im Fichtelgebirge der Öffentlichkeit vorgestellt. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter der Landwirtschaft sind dazu eingeladen. Das Versuchsfeld liegt direkt an der Straße zwischen Weidenberg und Waizenreuth auf der rechten Seite.














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