29.06.2020 - 18:00 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Denkmalschutzmedaille für Speinshart

26 Bauprojekte in Bayern erhalten 2020 die Denkmalschutzmedaille. Darunter ist auch ein Objekt aus der Region.

Aus dem Anwesen 23 in Speinshart ist durch eine Sanierung ein Schmuckstück geworden. Das Engagement ehrt das bayerische Kultusministerium mit der Denkmalschutzmedaille.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Schon seit Mitte März weiß Speinsharts Bürgermeister Albert Nickl, dass die Gemeinde für die Sanierung des Anwesens 23 die Denkmalschutzmedaille erhält. "Das ist natürlich eine besondere Auszeichnung und Anerkennung der bisher sanierten Gebäude", freut sich Nickl.

Die Medaille vergibt der Freistaat seit 1978 jährlich für besondere Verdienste in der Bau-, Kunst- und Bodendenkmalpflege. Prämiert werden nach Angaben des Landesamts für Denkmalpflege nicht nur vorbildlich sanierte Objekte, sondern auch engagierte Menschen, die sich der Vermittlung von Kulturdenkmälern und ihrer Geschichte widmen. So sieht es auch der ehrenamtliche Bürgermeister Nickl. Die Instandsetzung des Hauses der Dorfkultur, wie das Anwesen 23 zwischen der Wieskapelle und dem historischen Osttor nun genannt wird, stehe stellvertretend für all die Gebäude, die in den vergangenen Jahren im Klosterdorf Speinshart bereits saniert wurden.

So baufällig war das Anwesen 23 vor der Sanierung.

"In schlechtem Zustand"

Das Gebäude ist Teil des Klosterhofs, der nach einem Brand in der Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden ist. Das Haus diente als Wirtschaftsgebäude der Prämonstratenser-Abtei. Die Teilnehmergemeinschaft, eine Gruppe, die sich um die Dorferneuerung kümmert, habe das baufällige Anwesen 23 um die Jahrtausendwende von einer Erbengemeinschaft erworben. "Das Haus war in einem schlechten Zustand", erinnert sich Nickl. Der Dachstuhl war kaputt, die Last drückte auf die Mauern, diese drohten, sich zu verschieben. Eine sogenannte Notsicherung wurde vorgenommen, damit sich die Schäden nicht noch weiter verschlimmern. Dann folgte eine lange Pause, in der unter anderem die Finanzierung geklärt worden sei. Die Gemeinde übernahm das Objekt und begann 2017 mit der Generalsanierung. Mauerkronen, Gewölbe und Fundamente mussten ausgebessert werden. Die Gemeinde kaufte auch die zweite Hälfte des Osttors und sanierte es. Mehr als 800 Arbeitsstunden haben Gemeinderäte und weitere Speinsharter geleistet. 1,2 Millionen Euro hat die Instandsetzung gekostet, etliche Behörden haben das Vorhaben finanziell unterstützt.

Freiwillige Helfer leisten 800 Arbeitsstunden.

Für Feiern und Versammlungen

Im Mai 2019 waren die Bauarbeiten beendet. Entstanden sei "ein mustergültig saniertes Kleinod." "Alle bisherigen Gäste des sanierten historischen Anwesen bestätigen, dass aus dem sehr alten Anwesen etwas Tolles geschaffen wurde", freut sich der Bürgermeister. Vor der Corona-Pandemie nutzten die Speinsharter das Haus für Feiern, Versammlungen und Hochzeiten. Das Wieszimmer kann für 40 bis 70 Personen bestuhlt werden. Es gibt eine Theke sowie eine Küche. Die Toiletten sind in einer Scheune untergebracht. Im Obergeschoss befinden sich eine Arztpraxis und eine Wohnung.

"Diese Auszeichnung verstehen wir aber auch als eine Auszeichnung für das gesamte historische Klosterdorf, dass einschließlich des Klosters seit etwa drei Jahrzehnten eine Baustelle war und bei der Gesamtsanierung und Revitalisierung unheimlich viel erreicht wurde", erläutert Nickl. Bis auf wenige Anwesen erstrahle das Klosterdorf heute in neuem alten Glanz.

Info:

Weitere Preisträger aus der Oberpfalz

Aus der Oberpfalz erhalten die Denkmalschutzmedaille neben der Gemeinde Speinshart

  • Eva und Konrad Martiny sowie Agnes Martiny und Harald Bauer für das Jurahaus-Ensembles Obermühle in Dietfurt-Mühlbach (Kreis Neumarkt)
  • Monika und Franz Schöfer für die Sanierung eines im 16. Jahrhundert aus einer romanischen Kapelle entstandenen Wohnhauses in Regensburg
  • Bürgermeister Markus Dauch für die Instandsetzung des Schießlhofes und den Umbau des Anwesens zu einem Forschungszentrum für Erdstallforschung in Neukirchen-Balbini (Kreis Schwandorf)
Blick in das Wieszimmer, in dem Feiern stattfinden können.

Die Geschichte des Hauses der Dorfkultur

Speinshart
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