18.02.2019 - 17:56 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Elfjähriger gesteht "Angriff" mit Laserpointer

Der Laserpointer-Zwischenfall bei Speinshart war wohl kein gezielter Angriff auf Rettungskräfte. Der Schuldige scheint ausgemacht: ein Elfjähriger.

Laserpointer sind klein, können aber einen großen Schaden anrichten.
von Stefan NeidlProfil

Polizeihauptkommissar Walter Schäffler präsentiert nach dem "Laserpointer-Angriff" auf ein BRK-Fahrzeug am Freitagabend bei Speinshart einen Ermittlungserfolg. Aufgerüttelt durch die Medienberichte zu dem Vorfall, meldete sich die Mutter eines Elfjährigen am Samstagvormittag bei der Polizeiinspektion in Eschenbach. Ihr Sohn sei wohl für den Eingriff verantwortlich, teilt Schäffler mit.

"Es war eine unbedachte Spielerei des Jungen", erklärt der stellvertretende Dienststellenleiter. "Routinemäßig wird nach Abschluss der Untersuchung eine Strafanzeige erstellt werden. Da er aber mit seinen elf Jahren strafunmündig ist, wird das Verfahren vermutlich von der Staatsanwaltschaft eingestellt."

Der stellvertretende Rettungsdienstleiter des BRK in Weiden, Andreas Scheuner, erklärt, dass sich der betroffene Kollege in augenärztliche Behandlung begeben musste. Einer seiner Mitfahrer, die bei der Fahrt eine zu transportierende Person von Tremmersdorf ins Krankenhaus nach Kemnath begleiteten, hätte die Fahrt für ihn fortgesetzt. "Die Notsignale waren ausgeschaltet, und es war dunkel. Deswegen gingen wir nicht von einer Aktion speziell gegen Rettungskräfte aus, wie sie leider immer öfter vorkommt. Es war ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, der jeden hätte treffen können", sagt Scheuner. Der ehrenamtliche Kollege hat nach seinen Worten keine bleibenden Schäden erlitten und sei bereits wieder in der Arbeit. Jürgen Meyer ist Pressesprecher der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz in Weiden. Das Blenden von Autofahrern mit Laserpointern sei ein neues Phänomen im Einsatzgebiet, stellt er auf Nachfrage fest. "In keinem unserer Einsatzprotokolle wird ein ähnlicher Vorfall erwähnt. Sonst kennen wir dies nur aus den Nachrichten, wenn Störer Piloten bei der Landung ablenken", merkt der stellvertretende Dienststellenleiter an.

Mit der Wirkung von Laserpointern kennt sich Augenarzt Alexander Erben aus Weiden aus. "Die Makula ist eine Stelle im Auge und verantwortlich für das scharfe Sehen. Bei einer extremen Blendung kann sie ihre Funktion nicht mehr erfüllen", meint der Experte.

Heutige nach EU-Standards geeichte Laserpointer riefen keine Verbrennungen an der Netzhaut hervor. Selbst ein extrem langer Blick in einen Laserstrahl habe keine thermische Schädigung zur Folge, sagt Erben. Der Effekt sei nur kurzfristig, wobei jeder Mensch unterschiedlich empfindlich sei.

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