15.09.2020 - 11:58 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Fotoausstellung im Kloster Speinshart: Kraft- und Sehnsuchtsorte in Bildern

Traumhafte Landschaften, Kulturgüter und Naturaufnahmen mit ungewöhnlichen Stimmungen und überraschenden Perspektiven aus der Region: Solche Bilder sind derzeit im Kloster Speinshart zu bestaunen. Gemacht hat sie Martin Gebhardt.

Das Zwielicht des Sonnenauf- und Sonnenunterganges ist für Fotograf Martin Gebhardt die Lieblingszeit für seine oft mystisch wirkenden Aufnahmen - wie bei dem Bild "Frühlingsmorgen am Klosterweiher Speinshart" im Hintergrund.
von Robert DotzauerProfil

Fotoausstellungen sind fester Bestandteil der Kulturarbeit der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart. In den Kreuz- und Konventgängen zeigt die Bildungsstätte regelmäßig Bildersammlungen talentierter und begeisterter Fotografen. Seit Sonntag verzaubert nun eine neue Ausstellung mit dem Titel „Kultur – Landschaft – Geschichte“ die Besucher.

"Schaut in ein wunderbares Fleckchen Heimat", so könnte man die neue Ausstellung allerdings auch nennen, zu der Architekt, Städtplaner und Fotograf Martin Gebhardt aus Weiden in das Kloster Speinshart einlädt. Denn besonders das barocke Kleinod Speinshart steht im Fokus der Aufnahmen.

Nach dem Corona-Lockdown wirkt das Fotoprojekt in Speinshart wie ein herzlicher Begrüßungscocktail mit einem brillanten Feuerwerk an Sonnenauf- und Untergängen in lieblichen Landschaften. Ergänzend zu den Bildern aus seiner Oberpfälzer Heimat widmet sich Gebhardt auch der böhmischen Nachbarschaft. In Coronazeiten ist das Reisen zwar nicht mehr selbstverständlich und unterliegt zahlreichen Einschränkungen. Umso größer ist dafür in Krisenzeiten die Aufmerksamkeit für das Selbstverständliche. Besondere Schätze bekommen dadurch eine emotionale Wirkung und Wahrnehmung, wie auch die Fotoaufnahmen eines Sonnenaufganges im Prager Petrin-Park mit der grandiosen Silhouette der Moldau-Metropole oder ein Neujahrsmorgen in Loket (Elbogen) zeigen.

Eine weitere Ausstellung im Kloster Speinshart

Speinshart

Thomas Englberger, Leiter der Internationalen Begegnungsstätte, spricht bei der Vernissage von unglaublichen Lichtspielen und mit Blick auf die vielen Speinsharter Motive von einer wunderbaren Visitenkarte für Kloster und Klosterdorf. Wer Naturfotos und den Zusammenhang mit Kultur und Geschichte liebt, ist seit Sonntag in Speinshart an der richtigen Adresse. Die Besucher bestaunen Bilder, die der passionierte Fotograf in vermeintlicher Leichtigkeit „schoss“, die jedoch einer intensiven Vorbereitung bedurften.

Gebhardt ist vielen Reizen seiner Heimat auf der Spur. Heimat sind für den Städteplaner die Pläne der Natur. Menschen sind eher Staffage und Beiwerk. Land und Landschaft und deren einzigartiger Lebens- und Erlebnisraum prägen seine Wahrnehmung. Und: Der Fotokünstler lässt sich von der Malerei der Romantik inspirieren. „Ich betrachte meine Werke weniger als Fotografien, sondern mehr als Landschaftsgemälde“, sagt er. „Ein Bild muss nicht erfunden, sondern empfunden syn“, zitiert er Caspar David Friedrich. Daraus resultierend ordnet Gebhardt seine Motivauswahl Gefühlsmomenten zu. „Die Orte, die ich finde, sind persönliche Identifikationspunkte voller Energie“. Gedruckt werden die Bilder auf Foto-Leinen, gespannt auf einen Holzrahmen.

Auch das Kloster Speinshart sieht er als „Kraftort“. Mit Blick auf die Gründerzeit der Abtei im 12. Jahrhundert und auf das barocke Ensemble aus dem 18. Jahrhundert entdeckt der Fotograf eine surreal wirkende Naturlandschaft mit dunkler Romantik und einzigartiger Kunst.

Besichtigung der Ausstellung:

Öffnungszeiten

Die Bilder sind bis 8. November an Sonn- und Feiertagen von 13.30 bis 17 Uhr unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften zu bestaunen. Auf Anfrage (Telefon 09645/60193601) ist auch eine Besichtigung außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Der Eintritt ist frei.

Die Vernissage eröffnet Bildungsstättenleiter Thomas Englberger.
Die Naabtalbrücke bei Oberwildenau im Sonnenaufgang.
St. Katharina am Barbaraberg.
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