20.05.2021 - 13:27 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Gemeinde Speinshart: Mehr "Smileys" sollen Temposünder ausbremsen

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Bei Rasern gibt es für "Smileys" nichts mehr zu lachen. Die Tafeln in Speinshart sollen Verkehrssünder mit hängenden Mundwinkeln auf die zu hohe Geschwindigkeit aufmerksam machen. Von den gelben Gesichtern soll es nun noch mehr geben.

Bürgermeister und Gemeinderat hoffen auf die Einsicht der Temposünder und damit verbunden auf freundlicher schauende "Smileys".
von Robert DotzauerProfil

Sie gehören in Speinshart, Tremmersdorf und Münchsreuth bereits zum gewohnten Anblick: die kleinen elektronischen Anzeigetafeln, die per lachendem oder traurigem Smiley den Verkehrsteilnehmern zeigen, ob sie sich an die erlaubte Höchstgeschwindigkeit halten, oder eben nicht. Eine lohnende Investition der Gemeinde Speinshart. Davon sind Bürgermeister und Rat überzeugt. „Die Aufzeichnungen geben wertvolle Hinweise auf mögliche Temposünder und haben gleichzeitig den erzieherischen Effekt, die Autofahrer in den Ortsdurchfahrten zu angepasster Geschwindigkeit zu mahnen“, betonte Bürgermeister Albert Nickl.

Vor einigen Wochen empfahl Gemeinderat Martin Rodler, ein Messgerät auch in der Ortsdurchfahrt Höfen der Staatsstraße 2168 zu installieren. Dieser Hinweis veranlasste den Bürgermeister, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates „als nachhaltige Lösung“ zusätzlich in weiteren Ortsteilen der Gemeinde "Smileys" vorzuschlagen. Insgesamt handelt es sich um sechs Geschwindigkeitsanzeigetafeln in vier Ortschaften. Sie sollen die Kraftfahrer an Straßen mit einem höheren Verkehrsaufkommen vor Tempoüberschreitungen warnen. Als Standorte nannte Albert Nickl die Ortsdurchfahrt der Staatsstraße in Höfen (zwei Messgeräte), die Ortsdurchfahrt der Gemeindeverbindungsstraße Zettlitz mit ebenfalls zwei Anzeigetafeln, in Speinshart mit einem "Smiley" an der Kreisstraße aus Richtung Münchsreuth kommend und eine weitere Messstelle an der Kreisstraße in Tremmersdorf aus Richtung Kirchenthumbach.

Auch die Kosten hatten Bürgermeister und die VG-Verwaltung schon abgeklärt. Das ausgewählte Angebot der Messtechnik-Firma Bremicker für sechs Vista-"Smileys" mit zweifarbigen LED-Anzeigen ohne Zählvorrichtung beträgt insgesamt 14.560 Euro. Jeweils drei Geräte werden mit einer Solarvariante und mit Anschlussmöglichkeiten an die Straßenbeleuchtung geliefert. Eine Menge Geld, aber als Sicherheitsbeitrag der Gemeinde und für alle diejenigen gedacht, die unbewusst zu schnell fahren, wie Martin Rodler anmerkte. Zweiter Bürgermeister Roland Hörl verwies zudem auf die Möglichkeit der Nutzung der VG-Geräte mit Messmöglichkeiten. Weil nicht im Haushalt 2021 vorgesehen, sollen Restmittel aus anderen Einzelplänen angezapft werden, um die Finanzierung zu sichern. Die Zustimmung des Gremiums zum Kauf der sechs Displays erfolgte einstimmig.

Immer noch elektrisiert das Thema der Funkmast-Planung im Bereich des Ortsteiles Haselhof. Bürgermeister Albert Nickl informierte über einen Auftrag, im Vorfeld der Telekom-Planung das Projekt von einem unabhängigen Sachverständigen begleiten zu lassen. Dessen wichtigste Aufgabe sei eine Funkwellen-Messung vor und nach der Inbetriebnahme des Senders. Die Gemeinde erhoffe sich mit diesem Auftrag klare Verhältnisse zur Strahlungsintensität. Zudem verprach Nickl zu gegebener Zeit eine Veröffentlichung der Messdaten. Der Bürgermeister nannte Gesamtkosten in Höhe von circa 3000 Euro. Eine staatliche Förderung von 90 Prozent halte den Kostenanteil der Gemeinde in einem „überschaubaren Rahmen“.

Mit der Lockerung der Corona-Infektionsschutzvorschriften bedingt durch spürbar sinkende Inzidenzwerte sieht der Bürgermeister auch wieder gute Aussichten auf mehr Bewegungsfreiheiten der Bevölkerung. Damit verbunden seien auch wieder Einladungen zu Informationsversammlungen in den Ortsteilen. Als Beispiele nannte Nickl ein Treffen mit den Einwohnern des Ortsteiles Dobertshof. Die für April geplante Einweihung und offizielle Wiedereröffnung des Gemeindezentrums nach der Innensanierung kündigte der Gemeindechef für Juli 2021 an. Erfreut zeigte sich der Bürgermeister im Informationsteil der Sitzung auch über die guten Baufortschritte zur Sanierung der historischen Scheunenanlage. Nach Abschluss der Elektroinstallation komme es zum Schlusseinsatz für die Zimmerer, Bodenverleger und die Verputzfirma.

Ungenutzt blieben coronabedingt neue Maibaumständer in Speinshart und Tremmersdorf. Der Bürgermeister berichtete über die Installation unterirdischer Varianten mit umfangreichen Fundamentarbeiten und einer Blechabdeckung der Gruben. Für die Mitfinanzierung dankte er dem Amt für Ländliche Entwicklung. Hoffnungsvoll blickt der Bürgermeister nun auf den Herbst, wenn die praktische Vorrichtung zum Aufstellen des Kirwa-Baumes genutzt werden könnte.

Als „Klimabaum-Aktion“ wertete der Bürgermeister das Pflanzen von jungen Walnussbäumen in Münchsreuth, Seitenthal, Speinshart und Tremmersdorf. Die Pflanzaktion bezeichnete Nickl als Teil einer Klimaschutz-Kampagne der Gemeinde gemeinsam mit dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, dem Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald, dem Landratsamt und dem örtlichen Obst- und Gartenbauverein. Die Pflanzungen habe der Gemeindebauhof vorgenommen.

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Speinshart

„Die Aufzeichnungen geben wertvolle Hinweise auf mögliche Temposünder und haben gleichzeitig den erzieherischen Effekt, die Autofahrer in den Ortsdurchfahrten zu angepasster Geschwindigkeit zu mahnen.“

Bürgermeister Albert Nickl

 

 

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