16.10.2019 - 10:30 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Kammerchor Hof singt im Kloster: Mit Musik Zuversicht vermitteln

Von Dankbarkeit war viel die Rede. Hinzu kommen in der Klosterkirche Speinshart Hoffnung und Zuversicht. Das Rezept ist einfach. Das Sehnen nach Leben und Erfüllung finden viele Menschen in der Musik

Begleitet von Instrumentalisten der Hofer Symphoniker stellte der Kammerchor Hof unter Leitung von Wolfgang Weser das Konzert in Speinshart unter das Leitthema "Zuversicht"
von Robert DotzauerProfil
Zu den Paradestücken des Konzerts gehörten die innigen Solo-Beiträge der Sopranistinnen Judith Schnabel, Monika Tschuschke und Yvonne Berg

„Zuversicht“ hieß deshalb auch das Programm des Kammerchors Hof. Das geistliche Konzert unter anderen mit Werken von Johann Ludwig Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Georg Friedrich Händel, Gustav Mahler, Georg Philipp Telemann und Antonin Dvorak mit 25 Sängern begleiteten Mitglieder der Hofer Symphoniker. „Zuversicht“ hieß für Chor und Instrumentalisten nach den Worten des Psalms 121 ein hoffnungsvoller Blick in Weite und Höhe. „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt“ hieß es exemplarisch mit einem Solo-Terzett aus dem Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Im barocken Juwel der Klosterkirche erfuhren die zirka 200 Besucher auf musikalischer Ebene viel von diesem hoffnungsvollen Blick in den Himmel und nach neuen Horizonten, wie ihn Chorleiter Wolfgang Weser ankündigte und die griechischen Schöpfungsmythen und Max Nietzsche zu Hilfe nahm, um das Prinzip Hoffnung zu verdeutlichen. Eine hilfreiche Verstärkung boten dabei die fast schon theologischen Betrachtungen der insgesamt elf Komponisten, deren Werke zu hören waren. Eine raffinierte Programmgestaltung spannte den musikalischen Bogen von der Renaissance bis zu zeitgenössischen Kompositionen. So entstand ein wahrhaft „hoffnungsvoller“ Bilderbogen mit Musik aus unterschiedlichen Epochen, den die Sängerinnen und Sänger und die Künstler der Hofer Symphoniker eindrucksvoll zu Gehör brachten.

Es waren magische Momente mit ein bisschen Pathos, die Chor und Orchester im großen Rund der Stuckaturen, Fresken und Engel musikalisch veredelten. Energisch und leidenschaftlich ging es zur Sache, aber auch diskret und feinsinnig. Mit leichter Hand wandelte Maestro Wolfgang Weser zwischen den Welten der Emotion und Sehnsüchte, der irdischen Drangsal und Robert Schumanns Optimismus „Nach oben musst du blicken“.

Innig und temperamentvoll, romantisch und zärtlich bewegten sich die Akteure durch die Partituren. So führten die Wege immer wieder auf die Pfade der Liebe, des Glaubens und der Hoffnung, etwa in den Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, in den Sonatas von Jan Dismas Zelenka, in Robert Schumanns „Zuversicht“ und bei Philipp Dulichius Motette „Ich hebe meine Augen auf“.

Auch die Faszination der Kompositionen von Georg Philipp Telemann und Antonin Dvorak bewegte die Hörerschaft. Die biblischen Sprüche Telemanns zu drei Stimmen „Meine Augen sehen stets zu dem Herrn“ oder ein Arrangement des Dirigenten zu biblischen Liedern von Antonin Dvorak fassten Chor und die Instrumentalisten in betörend schöne Melodik. Immer wieder fand sich der Chor vor den Stufen des Chorraumes in unterschiedlichen Formationen wieder, ohne die Harmonie und Präzision zu stören. Emotional und berührend zugleich auch die Soloauftritte von Judith Schnabel und Monika Tschuschke (beide Sopran) und Mezzosopranistin Yvonne Berg. Einfühlsam und dezent begleiteten Heloise Schmitt (Violine), Jiyoung Kim (Oboe), Tonko Huljev (Fagott), Tamara Melikian (Violoncello), Natsuna Araki (Kontrabass) und Dorothea Weser (Orgel) den Chor und die Solistimmen.

Mit Gustav Mahlers „Urlicht“ beschloss der Kammerchor die letzte aller Zuversichten. „Der Liebe Gott wird mir ein Lichtlein geben, wird leuchten mir bis an das ewig, selig Leben“. Auch die Zugabe war als Botschaft zu verstehen. Beifallumrauscht endete das Konzert mit Felix Mendelssohns musikalischem Segenswunsch „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen“. Eine freundschaftliche Begegnung im Innenhof der Prämonstratenser-Abtei schloss sich an.

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