08.04.2019 - 12:20 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Kinder staunen über Natur

200 Schüler der Grundschulen Eschenbach, Pressath und Speinshart erleben einen Naturkundeunterricht besonderer Art. Im Speinsharter Gemeindezentrum erfahren sie viel über das Leben in heimischen Gewässern, in der Flur und in der Luft.

Über das Fell der Jagdhelfer streicheln ist nur erlaubt, wenn der Hundeführer zustimmt.
von Walther HermannProfil

Anlass war die Hegeschau der Kreisgruppe Eschenbach im Bayerischen Jagdverband. Im Zuge dieser jährlichen Pflichtschau sind die Jäger der Region seit Jahren bemüht, zu dokumentieren, dass sie bei ihrem Tun stets die Natur als Ganzes im Blick haben. „Wir sind bestrebt, einen Beitrag zum Gleichgewicht in unserer Umwelt zu leisten“, versicherte Kreisvorsitzender Mario Gittler. Die Präsentationen wertete er als Beitrag dazu.

Im Freien weckten Hundeführer die erste Aufmerksamkeit der Schüler. Sie stellten Hunderassen vor, die sie als wichtige Helfer bei der Jagd begleiten: Rauhaardackel, Labrador, Deutscher Langhaar und Hannoveraner Schweißhund. Die Tiere ließen sich von den Kindern sogar streicheln. Aus Freising war Nicole Anzinger mit ihrem Falken angereist, der seine Flugkünste zeigte. Die Exponate im Saal gaben einen umfassenden Einblick in die heimische Tierwelt in Wald und Flur. Konrad Nickl stellte unter anderem Waschbär, Marder und Iltis vor und zeigte Keiler-Hauer, Hirschgeweih und -gebiss. Auf der Bühne hatte der Landesbund für Vogelschutz und der Bund Naturschutz eine Ausstellung mit Nistkästen und Vogelpräparaten vorbereitet. Rainer Dötsch stellte unter anderem vor: Auerhahn, Reiher, Elster, Eichelhäher, Stockente, Habicht, Sperber, Schleiereule, Storch, Kormoran und auch einen Biber. Die Kinder bekamen große Augen und lauschten Dötschs Erklärungen.

Erlebnischarakter hatte der Wasserbereich des Fischereivereins Pressath. In einem großen Bassin schwammen heimische Fische wie Schleien, Rotfedern und Rotaugen. Von Norbert Ferstl erfuhren die Schüler nicht nur viel über das Verhalten der Fische, über deren Wachstum und Größe, über die Qualitäten als Speisefisch und deren unterschiedliche Schuppen. Sichtlich erstaunt zeigten sie sich, als sie erfuhren, dass heimische Fische im Aquarium verhungern, die Blase den Fischen als Lunge dient und der Krebs seine Eier bis zum Schlüpfen unter der Schwanzflosse trägt.

„Ohne Bienen kein Obst und kein Gemüse.“ Mit dieser Nachricht zog Sepp Seidl die Schüler in seinen Bann. Sie erfuhren, dass 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge von der Bestäubung der geflügelten Helfer abhängig und Honigbienen nach Rind und Schwein das drittwichtigste landwirtschaftliche Nutztier sind. Der Imker-Ausbilder sprach über das Leben der Honigbiene und informierte über Brutentwicklung, Lebenszeit und Aufgaben der Bienen, die Blüten bis zu drei Kilometer Entfernung anfliegen.

Einen Waschbär zu streicheln, ist für die Kinder ein ungewöhnliches Erlebnis.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.