20.05.2019 - 15:11 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Klänge aus anderen Welten

Das "Trio Matar" ist musikalisch viel auf der Welt herumgekommen. Einen Auszug seines Erfahrungsschatzes zeigt das Ensemble am Sonntag in der Speinsharter Klosterkirche.

Das "Trio Matar" vereint in der Klosterkirche Klänge aus verschiedenen Kulturen.
von Robert DotzauerProfil

Am Anfang, wie wir wissen, war das Wort. In Speinshart war es am Sonntagabend die Musik, die sich sympathisch erfrischend Land und Leuten aus fremden Kulturen zuwandte. Mit afroamerikanischen Spirituals, indischen Bhajans, religiösen Volksliedern der Hindus, nahöstlichen Klängen, brasilianischen Rhythmen, abendländischen Chorälen und Gebeten sowie Klageliedern der Sioux-Indianer hielt das "Trio Matar" viel Unerwartetes bereit. Der Abend bescherte den Besuchern eine Klangwelt zwischen Jazz und betörender Weltmusik. Denn als "Trio Matar" ließen sich Marcus Rust, Christian Grosch und Demian Kappenstein von Kulturen aus aller Welt inspirieren.

Schlagzeug, Klavier, Orgel, Trompete: Das waren die Zutaten, die das Trio in barocker Umgebung in ein atmosphärisches Klangmenü verwandelten. Das Publikum ließ sich vom Jubeln, Klagen, Singen und Stottern der Trompete in höchsten und tiefsten Tönen fesseln, während Orgel und Percussion die musikalischen Expeditionen mit ihrem eigenen Klang und Schwung ergänzten. Mit diesen Zutaten forschte das Trio nach neuen Farben „alter Musik“.

Der Trip des Trios ging zunächst mit viel Spielwitz über den Bosporus gen Nahen Osten, um sich der Tradition jüdischer Melodien zu widmen. „Der Tag naht“ hieß es voller Lebensfreude und rhythmischer Kraft. Andererseits weckten gerade die sanften Gebete und anmutenden Tonmalereien Sehnsucht nach Gott und dem Heiligen Land. Spannend und herausfordernd taten sich auch Nachbarwelten hervor. Sprachlich, kulturell und musikalisch liegen das Judentum und Palästina eng beieinander. Warum soll also Aussöhnung nicht gelingen? Musikalisch ist das "Trio Matar" längst auf diesem Weg.

„Unterm Zuckerhut“ angekommen jubilierte die Gruppe mit „Singt Gott unserem Herrn“ aus dem Psalm 98 als Satz einer brasilianischen Volksweise. Nach einer Kennenlern-Phase geistlicher südamerikanischer Musik war es nicht mehr weit nach Peru. Musikalisch besuchte das Trio die Volksstämme in den Anden. Das „Gloria a Dios“ wurde zu einem Loblied für Gott auf Peruanisch. Diese traditionellen Melodien inspirierten die Drei, immer wieder eigene Stücke zu schreiben. Dazu gehörte eine bewegende Vertonung des „Vaterunser“. Das Ensemble landete schließlich auf ehemaligem Sioux-Territorium. Mit der Dakota-Hymne „Wakantanka taku nitawa“ huldigte Matar „Gott dem großen Geist“. Letzte Station der musikalischen Reise ist das Wittenberg Martin Luthers. „Wir sind vereint, Herr Jesu Christ“, erklang es. Eine Zugabe, vom Publikum enthusiastisch gefordert, führte noch einmal in die Welt arabischer Klänge.

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