Immer wieder kommt man gern zu den Konzerten in Speinshart. Das musikalische Niveau ist bemerkenswert. Nach dem Gastspiel von Nürnberg Barock im Vorjahr beeindruckten die jungen Musikerinnen aus der Frankenmetropole erneut mit ihrer Leidenschaft für Alte Musik. Wohltuend, frisch und lebendig zauberte das professionelle Ensemble den Klang seiner Zeit in das voll besetzte barocke Speinsharter Kleinod. In besonderer Umgebung vermittelten die sieben jungen Damen und Sprecher Helwig Arenz einen lebendigen Eindruck vom musikalischen Geschmack und der kulturellen Mode der Epoche.
Mit „The Musical Traveller“, so der Konzerttitel, begab sich das Ensemble auf eine Zeitreise quer durch das musikalische Europa. Im Mittelpunkt stand der englische Musikgelehrte Charles Burney (1726–1814), der seinerzeit den Klang dieser Epoche mit persönlichen Begegnungen prägender Musikgrößen zu erforschen suchte. Burney notierte Gespräche und musikalische Eindrücke mit einer Mischung aus Neugier, Witz und präzisem Blick, die seine Reiseberichte bis heute einzigartig machen.
Diese lebendigen Notizen mit Berichten seiner Forschungsreisen durch ganz Europa, die der Künstler mit der Pferdekutsche unternahm, bewegten Nürnberg Barock, um Höhepunkte dieser musikalischen Reisen aus dem 18. Jahrhundert wieder aufleben zu lassen. In Speinshart faszinierte das Publikum ein abwechslungsreiches Programm, das die Reiseerfahrungen eines rasenden Reporters der Musikgeschichte als Gesprächskonzert mit dem freien Schauspieler Helwig Arenz erlebbar machte.
Nach einführenden Worten von Elisabeth Fichtner, Geschäftsführerin der Internationalen Begegnungsstätte, unternahm das Ensemble, sich orientierend an den Reisetagebüchern des bedeutendsten englischen Musikhistorikers, einen mitreißenden Ausflug in die damaligen Musikzentren. Zum Leben erweckte Nürnberg Barock zum Beispiel Kompositionen von Christoph Willibald Gluck mit dem „Ballo“ aus „Orpheus“, von Johann Sebastian Bach (Präludium fis-Moll), Carl Philipp Emanuel Bach (Streichersinfonie), dem „Miserere“ von Gregorio Allegri und ganz selbstverständlich Kompositionen des „Reisenden“ Charles Burney höchstpersönlich.
Ein Konzertnachmittag, der den Besuchern zeitlose Barockmusik facettenreich und farbig sowie mit viel Wärme, Transparenz und Klarheit vermittelte. Bei prächtigem Muttertagswetter bot sich für die große Besucherschar die Möglichkeit, bei der anschließenden Begegnung im Innenhof des Klosterareals bei Klosterwein und Klosterbier den persönlichen Austausch und die entspannende Atmosphäre der Abtei zu pflegen.













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