26.02.2019 - 10:48 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Des Priors letzte Reise

Das weiße Birett und die Stola der Prämonstratenser sind für immer abgelegt. Eine große Trauergemeinde nahm am Montag Abschied von Pater Hermann Wolf.

Eskortiert von Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Speinshart wurde der Sarg mit dem Leichnam des Verstorbenen in einem stillen Trauerzug von der Klosterkirche zum Konventgrabim Friedhof Speinshart gefahren
von Robert DotzauerProfil
Während des Trauergottesdienste war der Sarg mit dem Leichnam von Pater Hermann Wolf vor den Stufen zum Altarraum der Klosterkirche aufgebahrt. Auf dem Sarg waren die Insignien des 64 Jahre währenden Wirkens, Stola, Messkelch, Birett und Gebetbuch, abgelegt.

Über 50 Priester, Ordensmänner und -frauen, Kommunalpolitiker und die Bevölkerung erwiesen Pater Hermann Wolf am Montag die letzte Ehre. Für sein Leben und Wirken fanden Abt, Weihbischof und Bürgermeister ergreifende Worte: Er war ein Mann mit Herz und Humor, ein Priester voller Zuversicht und Ausstrahlung, ein Pater mit sozialer Verantwortung und Herzenswärme.

Die Klosterkirche in Speinshart war schon zu Beginn des Sterberosenkranzes voll besetzt. Hunderte von Trauergästen, unter anderem die Schwester des Verstorbenen, die aus seiner alten böhmischen Heimat aus Eger angereist war, nahmen Abschied. Die Priester, Ordensbrüder, Bürgermeister aus der Pfarreiengemeinschaft Speinshart und die Vereinswelt mit Fahnenabordnungen begannen mit Abt Hermann Josef Kugler, Weihbischof Reinhard Pappenberger, den Äbten Albert Dölken aus Hamborn und Filip Zdenek Lobkowicz aus Tepl (Tschechien) und der Ordensgemeinschaft um Prior Adrian Kugler das Requiem mit der Bitte des Hauptzelebranten Abt Hermann Josef Kugler: "Möge uns Gott in dieser Feier das Herz auftun."

Botschaft der Auferstehung

Diesen Wunsch ergänzte der Administrator von Speinshart und Abt von Windberg und Rottenburg mit der Feststellung: "Was einer ist, was einer war, im Sterben wird es offenbar." Den Charakterzug eines treuen Mitbruders stellte der Kirchenmann in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Gott habe seinen Mitbruder zu den jungen Menschen geschickt, um als Religionslehrer Gutes zu bewirken. In dieser Zeit wie auch später als Prior und Pfarrer von Schlammersdorf habe Pater Hermann Wolf die Botschaft der Auferstehung verkündet und das Miteinander gepflegt.

In den Fürbitten kam noch einmal die Wertschätzung des Paters für seine Arbeit als Menschenfischer zum Ausdruck. "Wir sind voller Dankbarkeit für die Verkündigung der Frohbotschaft und für die Leistungen für die Abtei Speinshart." Weihbischof Reinhard Pappenberger dankte im Namen des Bistums und des Heimatdekanats. Der Oberhirte skizzierte den ehemaligen Prior und Bischöflich Geistlichen Rat als guten Menschen und Jünger des Herrn. Pater Hermann habe ohne Scheu vor den apostolischen Mühen des priesterlichen Dienstes Großes geleistet. Ob seiner Menschenfreundlichkeit erwarte Pater Hermann in der Ewigkeit ein freundliches Schulterklopfen, mutmaßte der Weihbischof.

Soziale Verantwortung

So wie Christus die Mitte seines Lebens war, so sei es Pater Hermann ein besonderes Anliegen gewesen, den Menschen und vor allem der Jugend diese Mitte vorzuleben, urteilte ein Kurssprecher des Priesterjahrganges 1955. Für die Gemeinden Speinshart, Schlammersdorf und Vorbach sowie für die Vereinswelt dankte Bürgermeister Albert Nickl. Auch im Namen der Bürgermeisterkollegen Gerhard Löckler und Werner Roder würdigte der Kommunalpolitiker den Pater als guten und humorvollen Mitmenschen und als Mann mit sozialer Verantwortung. Leutselig und voller Warmherzigkeit habe Pater Hermann auch der Gemeinde gedient. Nickl erinnerte zudem an die Gemeinderatstätigkeit von Hermann Wolf in der Wahlperiode 1972 bis 1978 und zählte die Verdienste und Leistungen für die Kommune auf. "Pater Hermann gehörte zu Speinshart", fasste der Bürgermeister zusammen.

Dem Trauergottesdienst und den Würdigungen folgte die Verabschiedung durch Abt Hermann Josef Kugler in der Klosterkirche. Begleitet von vier Kameraden der Speinsharter Feuerwehr Speinshart bewegte sich anschließend ein langer Trauerzug mit dem Sarg von Pater Hermann durch den Klosterhof zum Friedhof. Dort wurde der ehemalige Prior der Abtei, der am 19. Februar im Kemnather Krankenhaus verstorben war, im Konventgrab bestattet.

Lebensweg:

Am 19. Juli 1929 in Klattau (Tschechien) geboren, zeigt der Lebenslauf von Pater Hermann Wolf viele Stationen. Den Weg weist ihn sein Onkel Prälat Gereon Motyka. Nach dem Abitur in Weiden tritt Wolf 1949 in die Prämonstratenser-Abtei Speinshart ein und wird am 2. Juli 1955 zum Priester geweiht. Bis 1988 wirkt Pater Hermann als Religionslehrer an der Berufsschule, 1969 bis 1982 fungiert er als Administrator der Abtei Speinshart, weitere zehn Jahre dient er der Chorherren-Gemeinschaft als Prior, und auch die Schlammersdorfer wissen seinen Einsatz als Pfarradministrator von 1988 bis 2006 zu schätzen.

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