07.10.2019 - 12:39 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Rosenkranzfest: Zuwendung in Gebeten erfahren

Die katholische Frömmigkeit ist marianisch geprägt. Besonders in Speinshart. Beim traditionellen Rosenkranzfest steht die Mutter Jesu in der Mitte der Gläubigen.

Mit dem Prämonstratenser-Abt und Administrator von Speinshart Hermann Josef Kugler (Bildmitte) zelebrieren (von links) Prior Pater Adrian, Pater Andreas, Pater Johannes Bosco und Pater Benedikt (die Festmesse zum Rosenkranzfest.
von Robert DotzauerProfil

Es war wieder ein Festtag für und in Speinshart. Das Rosenkranzfest sprach Gemeinde und Marienverehrer an. Und es ist der Jahrestag der Wiederbesiedlung des Klosters, wie Abt Hermann Josef Kugler feststellte, der für den angekündigten und erkrankten Abt Albert Dölken aus Duisburg/Hamborn das Pontifikalamt zelebrierte. „Nun müssen Sie mit mir Vorlieb nehmen“, sagte der Administrator des Klosters Speinshart bescheiden. Doch was der hohe Würdenträger der Prämonstratenser zu sagen hatte, war bemerkenswert.

In seiner Predigt stellte Abt Hermann Josef das Rosenkranzgebet in den Mittelpunkt. Immer weniger Menschen beten den Rosenkranz, weil der christliche Glaube besonders in der westlich-europäischen Gesellschaft immer mehr verdunste, bedauerte der Hauptzelebrant des Festgottesdienstes. Deshalb empfahl er den Gläubigen, trotz mancher innerkirchlicher Probleme die Frage nach Gott zu stellen. Die Antwort suchte und fand der Abt beim russischen Schriftsteller und Regimekritiker Andrej Sinjawskij: „Über den Menschen ist genug geredet worden. Es ist Zeit, an Gott zu denken“.

Diese Feststellung aufgreifend forderte der Kirchenmann dazu auf, sich wieder den fundamentalen Fragen über den unstillbaren Hunger der Menschen nach Erfüllung ihrer Sehnsüchte und Hoffnungen zuzuwenden. In einer Zeit des Glaubensverlustes biete gerade der Glaube Hoffnung. Zu finden sei er über das Gebet, wie auch Maria im Gebet die Zuwendung Gottes erfahren habe. Diesen Lobpreis Gottes wünschte der Prediger auch den Gläubigen. Aus Kindheitserfahrungen berichtete der Abt von den Gebeten mit der Mutter und dem dadurch beginnenden Hineinwachsen in eine freundschaftliche Beziehung zu Gott. Auch heute könnten die Kinder vom gemeinsamen Gebet in der Familie wieder lernen, etwas von Gott zu hören und zu erfahren.

Der Abt warnte schließlich davor, in einer zunehmenden Gottvergessenheit über eine schlechte Welt zu jammern. Dagegen wirke das Beispiel, wie es die Kirchenführung um Papst Franziskus mit dem Begriff der Neuevangelisierung formuliere. „Wir selber müssen uns um eine lebendige und aufrechte Gottesbeziehung bemühen“, betonte der Kirchenmann. Hilfreich seien lebendige Gemeinden und Gemeinschaften, um sich gegenseitig im Glauben zu stärken. Als guten Wegbegleiter empfahl der Abt die Hinwendung zur Mutter Gottes und zum Rosenkranzgebet. Aus diesem Lobpreis entstehe Freude, die eine den Menschen zugewandte Zuversicht schaffe. „Wir können dadurch zu neuen Menschen werden, die den Glauben leben“, prophezeite der Abt. Es sei Zeit, an Gott zu denken und das Rosenkranzgebet als festen Bestandteil zum Lobpreis Mariens in den Lebensinhalt einzubauen.

Zu Beginn der Festmesse hatte der Abt besonders die Wallfahrer aus Auerbach, die Mitglieder der Pfarreien-Gemeinschaft und als kommunale Vertreter Landrat Andreas Meier und seinen Stellvertreter Bürgermeister Albert Nickl begrüßt. Ein großartigen Rahmen gab der Pontifikalmesse die feierliche Musik. Den Projektchor der Pfarreien-Gemeinschaft dirigierte Iris Meier. Der Messe folgte eine eucharistische Prozession um das Klosterdorf. Am Sonntagnachmittag lud die Klostergemeinschaft zur Vesper. Den musikalischen Abschluss des Festes bildete ein Konzert unter dem Titel „Jungfrau-Mutter-Königin“ (Bericht folgt).

Abt Hermann Josef Kugler appelliert an die Gläubigen: "Es ist höchste Zeit, an Gott zu denken."
Dem Festgottesdienst folgt eine feierliche eucharistische Prozession um das Klosterdorf.
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