Romantische Chormusik und die sogenannte gemäßigte Moderne verliehen dem 46. Speinsharttag eine besondere Ausstrahlung. Am Freitagabend, 10. Juli, glänzte in der vollbesetzten Klosterkirche die Chorgemeinschaft St. Georg aus Pressath mit instrumentaler Verstärkung unter der Gesamtleitung des Dirigenten Richard Waldmann. Ein Hauch des Geheimnisvollen durchwehte das Gotteshaus schon beim Blick in die Programmauswahl. „Der Hirsch schreit nach frischem Wasser“, hieß es da, und der Ruf nach Gottes Güte erschallte.
Schon der Auftakt mit den leidenschaftlichen Laiensängerinnen und -sängern des Chores beeindruckte. Unterstützt vom Streichquintett mit Stefanie Heinrich (Violine I), Johanna Luther (Violine II), Barbara Schorr (Viola), Hermann Heinrich (Cello), Andre Meyer (Kontrabass) und Barbara Dötsch (Flöte) verkündete der Chor Tröstendes von einem allgütigen, liebenden Gott. Herz- und Glanzstücke waren Kompositionen des Briten John Rutter und von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Mendelssohns Meisterwerke
Die romantische Chormusik Mendelssohns gehört zu den absoluten Meisterwerken der Epoche. Aus diesem reichen Repertoire an Vokalwerken bediente sich auch die Chorgemeinschaft. Im Psalm 42 „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir“ verschmolz die innige Psalmvertonung zu einem kunstvoll melodischen Gesamtgeflecht aus Tönen und Texten.
Mendelssohn selbst hielt sein Werk für außergewöhnlich gelungen. Eine Einschätzung, die sich auch die Chorgemeinschaft, Sopran Karin Waldmann und die Streicher mit ihrem hoffnungs- und kraftvollen „Lobgesang“ auf eine Rettung durch Gott zu Herzen nahmen.
Eine dramatische Tonsprache mit einer außergewöhnlichen Intensität ging den Kompositionen von John Rutter voraus. Man muss weder christlich noch kirchgängerisch sein, um die Weite und Wellness der Chorbeiträge „God be in my head“, „For the Beauty of the Earth“ und „All Things Bright and Beautiful“ in der Tonsprache des 20. Jahrhunderts zu verinnerlichen.
Die Kompositionen einschließlich des vertonten Abendgebetes „Evening Prayer“ von Ola Gjeilo spiegelten im energiegeladenen Wechsel bis zu innig-tragenden Momenten die demutsvolle Gottesfürchtigkeit wider.
Berührende Darbietungen
Seligkeit hier, Hoffnung dort, hieß es im Abendlied „Bleib bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget“ von Josef Gabriel Rheinberger. Eine berührende Motette, die der gemischte Chor mit dichter romantischer Harmonik und inniger Klangatmosphäre meisterlich gestaltete. Als erfahrener Kirchenorganist beeindruckte Horst Plößner an der Steinmeyer-Orgel.
Mit stehenden Ovationen würdigten die Besucher das fulminante Klangerlebnis. Zugaben – auch bei der anschließenden Begegnung im Innenhof der Abtei – mussten sein. Mit dem Jubiläumskonzert von „Singing-Witt“ am Freitag, 24. Juli, wartet auf die Freunde des Chorgesangs schon ein weiterer musikalischer Kracher.














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