30.05.2021 - 09:14 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Aus der Traum: Feuerwehr Speinshart sagt Gründungsjubiläum endgültig ab

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Eigentlich wollte die Freiwillige Feuerwehr Speinshart schon 2020 ihr 125-jähriges Gründungsjubiläum feiern. Wegen der Coronapandemie wurde es auf 2021 verschoben. Nun ist es endgültig abgesagt. Dafür gibt es gute Gründe.

"Voll Mai Ding" ist für die Freiwillige Feuerwehr Speinshart Geschichte. Nach der endgültigen Absage des 125-jährigen Gründungsjubiläums entfernten die Vorstände Stefan Schedl und Wolfgang Merkl, beobachtet von Nicole Kroher als Vertreterin der Festdamen (von rechts), das Festmotto von Autoscheiben und Werbeflächen
von Robert DotzauerProfil

Das Fest zum 125. Gründungsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Speinshart sollte bereits 2020 ein Höhepunkt im Vereins- und Gemeindeleben und vor allem in der langen Geschichte der Brandschützer werden. Doch die Coronapandemie machte den vielen Kameraden einen Strich durch ihren Traum, unter dem Motto „Voll Mai Ding“ ausgelassen und fröhlich zu feiern.

Kommandant: Fest in noch nie dagewesener Größe

Also gab es keinen Kirchzug mit Festgottesdienst, keinen Festzug und auch keinen Kreisfeuertag mit großer Fahrzeugschau, der erstmals seit vielen Jahren wieder in Speinshart geplant war. Auch die Bayerische Jugendleistungsprüfung musste abgesagt werden sowie die musikalischen Höhepunkte mit einer Disco-Nacht, mit dem österreichischen Entertainer Lorenz Büffel als Stargast einer Musik-Show und die Gastspiele der Dießfurter Blaskapelle, der Pirker Blechmusi, der Speinsharter Klosterbläser, den „Rotzlöffln“ und der Cover-Band "Lost Eden" einschließlich einer "Girlpower-Hoch-3-Show“ fielen dem Virus zum Opfer. Waren die dreijährigen Vorbereitungen für die Katz? 36 Festausschussmitglieder organisierten bis dahin ein perfektes Fest in einer Größenordnung, wie es Speinshart noch nicht erlebt hat, so Vorstand Stefan Schedl.

Ersatztermin 2021 gefunden

Die mutigen und optimistischen Feuerwehrkameradinnen und Kameraden um Vorstand Stefan Schedl und Kommandant Christian Höllerl gaben dennoch nicht auf. Ein Ersatztermin wurde nach langen Verhandlungen mit den für das Fest geplanten Akteuren gefunden. Berücksichtigt wurden zudem Festveranstaltungen im gesamten Landkreis Neustadt/WN, um ja nicht mit Feierlichkeiten anderer Vereine zu kollidieren. Das rauschende Fest sollte nun vom 22. bis 25. Juli 2021 nachgeholt werden. Ein 3000-Mann-Zelt war geordert, mit Unternehmer Hubert Schug verlängerte auch der Schirmherr für das Festjahr 2020 seine Zusage. Auch die Ehrenschirmherren, Bayerns Finanzminister Albert Füracker, Landrat Andreas Meier, Landtagsabgeordneter Tobias Reiß und Bürgermeister Albert Nickl standen für die Speinsharter Festtage längst im Terminkalender 2021. Doch nun sagten Vorstandschaft und Festausschuss die Jubiläumstage endgültig ab.

Der Grund für die Absage

„Es fällt uns nicht leicht, auf der Zielgeraden das Fest endgültig abzusagen“, stöhnen die Vorstände Stefan Schedl und Wolfgang Merkl. Zu unsicher seien die Vorhersagen über die Chancen, in einer dann hoffentlichen „Nach-Corona-Zeit“ ein Fest in einem größeren Rahmen zu veranstalten. Als Beispiel nennt der Vorstand die zeitige Absage des Oktoberfestes 2021 und weiterer Groß-Events.

Festdamen hoffen weiter

Die Absage trifft auch die 18 Festdamen aus Speinshart und einigen Ortsteilen der Gemeinde schwer. Sie hatten sich mit vielen Aktionen jahrelang auf ihre großen Auftritte vorbereitet und sahen dem Festmotto "Voll Mai Ding 2021" optimistisch entgegen. Nun also die Absage, und das, obwohl die Festgewänder bereits für 2020 bestellt wurden. Vergeblich geschneidert wurden sie trotzdem nicht, versicherte Nicole Kroher. Sie gehört zu den Sprecherinnen der eingeschworenen Damenmannschaft. Immer noch hofft sie auch nach der endgültigen Festabsage auf spektakuläre Auftritte bei anderen Gelegenheiten. Die Chancen stehen gut. Nach dem ideellen und finanziellen Aufwand für die kostbaren Roben arbeitet der Verein an alternativen Lösungen, um die Festdamen doch noch im vollen Glanze vorzustellen, merkte Stefan Schedl geheimnisvoll an. Bis dahin blieben die Festgewänder unter Verschluss.

Rundbrief macht Hoffnung

Aufgeben wollen die Brandschützer trotz aller Rückschläge und des finanziellen Rückschlags durch die entgangenen Festeinnahmen nicht. In einem Rundbrief an die Vereinsmitglieder bedauerte Vorsitzender Stefan Schedl die schicksalhafte Entwicklung und richtete einen Jetzt-erst-recht-Blick in die Zukunft. „Heute ist nicht alle Tage! Wir kommen wieder – keine Frage“, heißt es.

Fest zur Gerätehauserweiterung 2022?

In die Zeit der Festvorbereitungen fiel auch die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses. Voller Schaffenskraft erwiesen zahlreiche aktive und passive Mitglieder der Wehr dem Gemeinschaftsgeist alle Ehre. Tausende freiwillige Arbeitsstunden waren notwendig, um das Gerätehaus an die neuesten technischen und sicherheitsrelevanten Erfordernisse anzupassen. Eine ehrgeizige Aufgabe, die von den vielen Kameradinnen und Kameraden gemeistert wurde und Grund genug, an weiteren Festplanungen aus Anlass der Einweihung des Erweiterungsbaues zu tüfteln. 278 Mitglieder, davon 78 aktive Brandschützer und 17 Jugendliche lassen für die Zukunft hoffen.

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Speinshart
Info:

Die bewegte Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Speinshart

  • 1895 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Speinshart mit 11 Männern; Pfarrer Lederer vollzog laut Protokoll als Initiator die Gründung.
  • 1896 Nach Sammlung Kauf einer Handdruckspritze
  • 1900 erste Fahnenweihe
  • 1912 bereits 45 Mitglieder
  • Keine Aufzeichnungen während des Ersten und Zweiten Weltkriegs
  • 1934 Ernennung von Bäckermeister Martin Girisch zum Ehrenvorstand
  • 1947 Dokumentation des Kaufs eines Mannschaftswagens vom Typ Opel Blitz und einer Motorpumpe; Kommandant: Johann Mayer,Vorstand: Josef Beer
  • Wirrungen um Feuerwehrfahne: Im Zweitem Weltkrieg nach Verbot von Vereinsfahnen verschwunden
  • 1951 Anschaffung einer neuen Fahne
  • 1960 alte Fahne taucht wieder auf
  • 1983 Entscheidung für Restauration der alten Fahne aus dem Jahr 1900; Verantwortliche: Kommandant Hans Diepold und Bürgermeister Josef Bräutigam als Kommandant und Kreisbrandinspektor
  • 2010 Einweihung des neuen Gerätehauses nach 11.000 freiwilligen Arbeitsstunden beim 115. Gründungsjubiläum; Vorstand Andreas Morgner, Kommandant Günther Diepold

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