29.10.2019 - 16:58 Uhr
Oberpfalz

Spielend glücklich werden

Wir Erwachsenen haben oft vergessen, was für Kinder selbstverständlich erscheint: Spielen ist ein grundlegender Bestandteil des Lebens und macht richtig glücklich. Laden Sie ein paar Freunde ein, spielen Sie und vergessen Sie für einige Stunden die Sorgen und Ärgernisse des Alltags, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Verantwortlich für den Spaß beim Spiel ist das Hormon Dopamin, das so gerne als Glückshormon bezeichnet wird.
von Autor EWAProfil

"Gehe in das Gefängnis. Begib dich direkt dorthin. Gehe nicht über Los. Ziehe nicht 4000 Euro ein." "Du hast den zweiten Preis in einer Schönheitskonkurrenz gewonnen. Ziehe 200 Euro ein." "Lasse alle deine Häuser renovieren. Zahle an die Bank für jedes Haus 500 Euro, für jedes Hotel 2000 Euro." Wann haben Sie eigentlich das letzte Mal "Monopoly" gespielt? Oder "Mensch ärgere Dich nicht"? Halma, Mühle, Jenga oder Backgammon? Sie können sich nicht erinnern? Dann wird es aber höchste Zeit, dass Sie mal wieder ein Spielbrett auf dem Tisch ausbreiten und Spielfiguren verteilen.

Wenn Brettspiele nicht so Ihr Ding sind, können Sie auch würfeln, mal wieder eine Runde Schafkopf oder Rommé spielen oder Ihrem Gedächtnis beim "Memory" auf die Sprünge helfen. Denn wir Erwachsenen haben leider oft vergessen, was für Kinder selbstverständlich erscheint: Spielen ist ein grundlegender Bestandteil des Lebens und macht richtig glücklich. Das ist inzwischen sogar wissenschaftlich erwiesen. Verantwortlich ist hier mal wieder das Hormon Dopamin, das so gerne als Glückshormon bezeichnet wird.

Denn jedes Mal, wenn wir erfolgreich eine neue Runde meistern, die Figur des Gegners aus dem Rennen werfen oder beim "Monopoly" über Los marschieren, wird dieses Glückshormon ausgeschüttet - und wir werden dazu motiviert, weiterzuspielen. Deswegen kommt es uns auch oft so vor, als würden bei "Monopoly" und Co. die Stunden wie im Flug vergehen. Doch das ist längst nicht alles. Dazu kommt das Adrenalin, das unsere Konzentration fördert und eine aufputschende Wirkung auf uns hat. Ebenso wird das Belohnungszentrum im Gehirn beim Spielen aktiviert, so dass wir bald sehr heiter gestimmt sind. Vergessen Sie also ungesunde Rauschmittel jeder Art, spielen Sie lieber eine Runde "Monopoly". Oder "Mensch ärgere Dich nicht". Oder Mikado. Das ist oftmals genauso erheiternd - und macht am nächsten Tag keinen unschönen Kater.

"Das Spiel ist so notwendig für das menschliche Leben wie das Ausruhen", das wusste schon Thomas von Aquin vor einigen Jahrhunderten. Er empfahl ausdrücklich die Anwendung des Spieles und des Witzes zur Entspannung seiner Studenten. "Denn der wahrhaft Weise muss ab und zu die gespannte Schärfe seines Geistes lockern - und eben das geschieht durch spielerisches Tun und Denken."

Worauf warten Sie also noch? Schauen Sie doch am besten gleich mal nach, welche Brettspiele Sie noch im Schrank haben. Laden Sie ein paar Freunde ein, vergessen Sie für einige Stunden die Sorgen und Ärgernisse des Alltags - und spielen Sie mal wieder nach Herzenslust.

Sie werden sehen, dass das nicht nur wahnsinnig viel Spaß macht, sondern ebenfalls dazu führt, dass Sie Ihre Mitspieler mal von einer ganz anderen Seite kennenlernen. Weiterhin werden Sie feststellen, dass auch ein Gefängnisaufenthalt oder teure Renovierungsmaßnahmen richtig glücklich machen können. Zumindest dann, wenn Sie "Monopoly" spielen.

Mehr Rezepte zum Glück: www.onetz.de/themen/gluecksrezept

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