06.08.2020 - 10:29 Uhr
StadlernOberpfalz

Gemeinde Stadlern steht vor finanziellem Kraftakt

Das Kanalnetz in Stadlern ist marode. Wie Ingenieur Fabian Biersack den Gemeinderäten verdeutlicht, muss vor allem in der Böhmerwaldstraße schnellstmöglich eingegriffen werden. Doch geklärte Verhältnisse kosten der Gemeinde auch viel Geld.

Die Gemeinde Stadlern strebt die Erneuerung seiner Kläranlage an. Bei der Kanalsanierung hat der Bereich an der Böhmerwaldstraße (Foto) mit oberste Priorität.
von Ludwig HöcherlProfil

Bürgermeister Gerald und die Mitglieder des Stadlerner Gemeinderates hörten in der Sitzung umfassende Informationen über das örtliche Kanalsanierungskonzept. Ingenieur Fabian Biersack (Büro Beraten und Planen, Neunburg) gab auch Auskünfte über die Förderkulisse. Als Grundlage bezog sich der Fachmann auf die Ergebnisse einer Untersuchung des Kanalsystems aus den Jahren 2017/2018. Nötige Maßnahmen sind dabei in Schadensklassen von 1 bis 5, je nach Priorität mit Schadensbehebung durch Reparatur, Renovierung oder Erneuerung, eingeteilt.

Die Länge des Kanalnetzes beträgt 7,2 Kilometer. Die höchste Schadensklasse 5 weisen 900 Meter Leitungen, vor allem in der Böhmerwaldstraße, auf. Hier bestehe schneller Handlungsbedarf. Von der öffentlichen Hand würde für die gesamten erforderlichen Maßnahmen in Höhe von 1,1 Milionen Euro eine rund 80-prozentige Förderung bereitgestellt. Allerdings müsse das Projekt bis zum Jahresende 2021 über die Bühne gebracht und wegen der Förderkulisse nach den "Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben" (RzWas) auch abgerechnet sein.

Bürgermeister Gerald Reiter unterstrich die Dringlichkeit des Vorhabens. Unter anderem laufe durch Schäden an den Rohren verstärkt Fremdwasser über das Kanalsystem. Planer Fabian Biersack ergänzte seinen Vortrag mit dem Verweis auf die Prüfung von verschiedenen Varianten für die Abwasseranlage der Gemeinde. Im Vordergrund steht dabei das Verbundsystem mit Waldhäuser, Schwarzach und Charlottenthal. In diesen Orten würden auch Regenüberlaufbecken und Pumpstationen gebaut, außerdem zwischen Stadlern und Waldhäuser eine Wasserleitung.

Kanal und Kläranlage – dieses Thema beschäftigt den Stadlerner Gemeinderat schon länger

Stadlern

Wie sich im weiteren Verlauf der Sitzung bei der Haushaltsberatung zeigte, ist der Neubau der Kläranlage in den nächsten Jahren die größte Position im Finanzplan. Sind heuer Kosten von 50 000 Euro berücksichtigt, wird in 2021 eine Summe von 725 000 Euro und im Jahr darauf von 732 300 Euro erwartet.

Entschieden wurde in einem weiteren Tagesordnungspunkt die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED. Diese hatte Wolfgang Dumm, Kommunalbetreuer beim Bayernwerk Regensburg, bereits bei der Juni-Sitzung vorgestellt. Seitdem befasste sich Elektromeister und Zweiter Bürgermeister Tobias Eckl eingehend mit dieser Angelegenheit. Er schlug vor, auf einen deutschen Anbieter mitsamt Gewährleistung einer gesicherten Ersatzteillieferung über mindestens zwei Jahrzehnte zu setzen. Zwar fällt diese Variante um 7000 Euro teurer aus als die Alternative mit 30 000 Euro, doch die Zustimmung am Ratstischwar einstimmig.

Bürgermeister Gerald Reiter informierte noch, dass bei der nächsten Sitzung am Donnerstag, 13. August, Architekt Christian Schönberger über die Themen Dorferneuerung und Ortsentwicklung informieren wird.

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