20.09.2021 - 12:48 Uhr
Stein bei PlößbergOberpfalz

Wasserstoff-Tankstelle soll bis 2023 fertig sein

Der klimaneutralen Möglichkeit der Wasserstoff-Gewinnung kommt enorme Bedeutung zu. Ein Sägewerk in Plößberg will bald diesen umweltfreundlich erzeugten "grünen Wasserstoff" liefern.

Grüner Wasserstoff soll bald aus dem Sägewerk kommen: Beim Ortstermin mit den Freien Wählern blickten Bundestagskandidat Tobias Groß, Hans-Jörg Schön (Leiter Rundholz), Gerhard Ziegler, Linda Ziegler, MdL Tobias Gotthardt, Kreisvorsitzender Bernhard Schmidt und Kreistags-Fraktionssprecher Hans Klupp (von links) in die Zukunft.
von Externer BeitragProfil

Seit mehr als 90 Jahren beliefert das Sägewerk der Familie Ziegler in Plößberg Privatleute, Zimmereien und Großhandel mit ihren Holzprodukten. 250.000 Festmeter Rundholz laufen nach Firmenangaben inzwischen jährlich übers Band. Jetzt will das Familienunternehmen zusätzlich neue Wege gehen: Firmenchef Josef Ziegler wird Energieproduzent.

Mit einem Mix aus Photovoltaik- und Windkraft-Anlagen will der Unternehmer Strom erzeugen. Der Eigenbedarf ist dabei aber eher Nebensache. „Der Hauptteil soll in die Erzeugung von grünem Wasserstoff gehen“, sagte die Tochter des Firmenchefs, Linda Ziegler. Bis in zwei Jahren soll so die erste Wasserstoff-Tankstelle in Plößberg entstehen. Nach einer ersten Ausbaustufe sei das Gesamtkonzept so ausgelegt, dass Strom- und Wasserstoffgewinnung je nach Bedarf modular erweitert werden können.

Einer Delegation der Freien Wähler stellte die Familie Ziegler ihre Planungen vor. „Grüner Wasserstoff ist die Zukunft“, sagte Landtagsabgeordneter Tobias Gotthardt nach der Präsentation, wie aus einer Mitteilung der Partei hervorgeht. „Wenn wir da weiterkommen wollen, braucht es genau solche dezentralen Lösungen, wie sie die Familie Ziegler hier in Stein plant: Treibstoff aus der Region für die Region.“ Er werde das Konzept auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger vorstellen, denn für die Verbraucher von Wasserstoff sei ein dichtes Tankstellen-Netz nötig. Die Familie Ziegler wolle hier schon in zwei Jahren Autos und Lkw betanken und sei damit Vorreiter.

Derweil laufen die Planungen bei der Familie Ziegler weiter. Noch gelte es, etliche Detailfragen zu klären. Zum Beispiel: Wohin mit dem bei der Elektrolyse aus Wasser gewonnenen Sauerstoff? „Der ist natürlich unschädlich und wir könnten ihn einfach ablassen“, sagte Linda Ziegler. „Aber eine Idee wäre auch, ihn direkt hier zu nutzen und zum Beispiel in der Kläranlage zum Einsatz zu bringen.“

Im April stellten die Unternehmer das Konzept für die Wasserstoff-Tankstelle im Marktrat vor

Liebenstein bei Plößberg

 

 

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