07.08.2019 - 13:32 Uhr
Steinberg am SeeOberpfalz

Dauereinsatz für Feuerwehr nach Unwetter

Überschwemmte Straßen, vollgelaufene Keller und ein Blitzeinschlag. Die Feuerwehrleute im Kreis Schwandorf waren gefordert. Kreisbrandrat Robert Heinfling bilanziert am Tag danach: "Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen."

In der Freizeitanlage Movin' Ground am Steinberger See hat am Dienstag eine heftige Sturmbö einen stattlichen Baum umgeworfen. Er stand direkt am Ufer in der Nähe einer kleinen Bootshütte (Hintergrund).
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Über den südlichen Landkreis zog am Dienstag ein Unwetter. Von 15 bis 24 mussten die Feuerwehren zu 20 Einsätzen ausrücken. Vor allem Steinberg am See, Bodenwöhr und das Städtedreieck waren laut Robert Heinfling betroffen. Der Kreisbrandrat berichtete von vollgelaufenen Kellern, einem Blitzeinschlag im Raum Steinberg und einer gefluteten Hauptstraße in Bodenwöhr. Davon gibt es im Netz auch ein Video, das zeigt, wie sich die Wassermassen ihren Weg bahnen. Michael Ziegler jun., der Kommandant der Feuerwehr Bodenwöhr, berichtete, dass ein Lagergebäude und ein Keller der Brauerei Jacob sowie drei Keller von Privatpersonen vollgelaufen gewesen seien. Kurzum: Es habe schon intensivere Einsätze gegeben. Auch Kreisbrandrat Heinfling erklärte: Das Unwetter sei für die Bürger relativ glimpflich ausgegangen. Es habe keine Verletzten gegeben.

Baum umgeworfen

Dabei hätte durchaus Schlimmeres passieren können: In der Freizeitanlage Movin' Ground am Steinberger See hat am Dienstag eine heftige Sturmböe einen stattlichen Baum umgeworfen. Er stand direkt am Ufer in der Nähe einer kleinen Bootshütte. "Ich bin so froh, dass niemand verletzt wurde", erklärte Betreiber Dietrich Schmidt. "Es war eine regelrechte Windhose, die hier drüber gefegt ist. So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Schmidt hörbar betroffen. Er hat sein Areal inzwischen wieder aufgeräumt, und auch die rund 20 Sonnenschirme, die es zerlegt hat, weggeräumt. Der Betrieb läuft wieder normal. Steinbergs Bürgermeister Harald Bemmerl berichtete ebenfalls davon, dass es am See gehaust habe. Auch das Rot des Allwetterplatzes sei wegen des vielen Wassers nicht mehr sichtbar gewesen. Etliche Besucher der Erlebnisholzkugel hätten es nicht rechtzeitig von den Aussichtsplattformen ins Trockene geschafft, als der Regen eingesetzt habe. Trotzdem bilanziert er: "Dank der guten Vorbereitungen haben wir das Unwetter ohne großen Nachfolgen überstanden." Denn in den vergangenen Jahren hatten Regengüsse den Ort ziemlich getroffen. Im Juni vergangenen Jahres, um die Kirwa-Zeit, waren etwa 40 bis 50 Keller vollgelaufen und über die Straßen schossen 30 Zentimeter hohe Wassermassen.

Wartungen intensiviert

Die Gemeinde hat aber inzwischen reagiert. Laut Bemmerl sind die Wartungen am Pumpenwerk intensiviert worden. Außerdem sei ein Graben, der unterhalb der Staatsstraße verläuft, von einer ein Meter hohen Schlammschicht befreit worden, damit die Regenrücklaufbecken leer laufen können. "Trotz ziemlich viel Wind, Wasser und Hagelschauer und dank der vorgenommenen Maßnahmen sind wir an einer Katastrophe vorbeigeschrammt."

Wassermassen in Bodenwöhr

Das Unwetter im Juni 2018 in Steinberg

Steinberg am See
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.