08.08.2018 - 17:11 Uhr
Steinberg am SeeOberpfalz

Katalog für Hochwasserschutz

Zweimal innerhalb weniger Wochen rauschen Wassermassen durch Steinberg am See. Auslöser jeweils sind Unwetter. Der Gemeinderat hat am Dienstag Sofortmaßnahmen beschlossen. Besonders das Oberflächenwasser soll schneller ablaufen.

Die große "Hannibal"-Pumpe des Technischen Hilfswerks Nabburg musste bei den Unwettern im Juni und Juli anrücken und das Regenrückhaltebecken leeren.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

(ch) Seit drei Jahren befasst sich der Rat regelmäßig mit einem Hochwasser- und Grabenschutzkonzept. Nach den Unwettern am 9. Juni und 16. Juli, die jeweils viele Keller und Anwesen unter Wasser setzten, werden die Anstrengungen noch einmal intensiviert. "Wir haben sofort reagiert", sagte Bürgermeister Harald Bemmerl (SPD) in der Sitzung am Dienstag. Allein vier Tagesordnungspunkte hatten den Hochwasserschutz zum Thema.

Eiligstes Vorhaben: Der Schreckerbach, in den das große Regenrückhaltebecken an der Sportplatzstraße entwässert. Der Überlauf des Beckens funktioniert nicht, wie er soll. Deshalb musste das THW mit großen Pumpen anrücken, um Abhilfe zu schaffen und das Überlaufbecken zu leeren. Ein Planer ist bereits beauftragt, eine Lösung für das Problem zu erarbeiten. Als Sofortmaßnahme wird der Schreckerbach zwischen Rückhaltebecken und Nord-Süd-Graben bis zu einer Böschungshöhe von 2,50 Metern von Bäumen, Sträuchern und anderen Hindernissen befreit. Die untere Naturschutzbehörde habe ihr Einverständnis erteilt, so Bürgermeister Bemmerl.

Auftrag schon vergeben

Der Auftrag sei bereits vergeben. Etwa 8500 Euro netto werden dafür fällig. Der Gemeinderat gab nachträglich sein Plazet. Auch der Durchlauf unter der Brücke beim Ponyhof soll vergrößert werden. Die Arbeiten werden in der letzten Augustwoche begonnen. Zweiter Punkt: Der Oberlauf des Schreckerbachs muss von Sand befreit werden. Auch das wird erledigt und kostet etwa 5500 Euro.

Bemmerl legte dem Rat eine Liste von 16 Punkten vor, die nun nach und nach abgearbeitet werden sollen. Wichtigstes Anliegen: Den Abfluss des Oberflächenwassers verbessern. "Die Kanalisation kann solche Wassermassen nicht aufnehmen", sagte Bemmerl. Durchlässe sollen geprüft, der Ablauf des Ottengrabens verbessert und verhindert werden, dass das Wasser aus dem Spitalwald in Waldheim in die Kanalisation läuft. Die Wiesen zwischen Seestraße und Tennisplatz sollen über einen vorhandenen Graben entwässern.

Problem Schloßstraße

Einen Lösungsvorschlag für die Schloßstraße hat Bemmerl noch nicht parat. Dort laufen alle Kanäle zusammen, das Wasser drückt in die Keller. Davor müsse sich zunächst - wie auch sonst im Gemeindegebiet - jeder Anlieger selbst schützen. Für das Oberflächenwasser, das ebenfalls zum tiefsten Punkt der Gemeinde in der Schloßstraße strömt, muss noch eine Lösung gefunden werden. "Wir werden kurz- und mittelfristig Verbesserungen schaffen, soweit diese machbar sind", sagte Bemmerl, allerdings müssen diese auch finanziell zu stemmen sein. Für Schnellschüsse sei er nicht zu haben: Alles müsse gut überlegt und effektiv sein. Im Haushalt für dieses Jahr sind für Planungen und erste Maßnahmen noch einige 10000 Euro vorgesehen.

Überplanmäßig sind dagegen die Ausgaben für zusätzliche Ausrüstung der Feuerwehr. Kommandant Franz Kiendl hat mit Bemmerl eine Liste zusammengestellt. Sie umfasst unter anderem diverse Schläuche, Wassersauger, Entwässerungspumpen und ein Notstromaggregat. Außerdem baut sich die Feuerwehr Hilfswagen, mit denen Gerätschaften schnell zu Einsatzorten gebracht werden können. Die Wagen haben sich beim Hochwassereinsatz bewährt. Das Material bezahlt die Gemeinde. Die Kosten von insgesamt rund 17 000 Euro werden aus der Rücklage oder über Einsparungen finanziert. Alle Punkte billigte der Rat einstimmig.

Wir werden kurz- und mittelfristig Verbesserungen schaffen, soweit diese machbar sind.

Bürgermeister Harald Bemmerl

Anbau am Betriebsgebäude:

Wasserskianlage wächst

Das Betriebsgebäude der Wasserskianlage wird vergrößert. Einen entsprechenden Antrag von Steffen Wild billigte der Gemeinderat einstimmig. Umkleiden, WC-Anlagen, und das Büro werden umgebaut. Das Gebäude wird Richtung Nord-Westen um sieben Meter länger, das Dach erneuert. Die notwendigen Befreiungen vom Bebauungsplan und dem Bauantrag stimmte der Rat einhellig zu. (ch)

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