14.04.2021 - 20:20 Uhr
Steinberg am SeeOberpfalz

„Pop-Up-Camping“ am Steinberger See

Die Gemeinde erwartet im Sommer einen Wohnmobil-Ansturm am Steinberger See. Mit dem Konzept „Pop-Up-Camping“ will die Kommune den Urlauberstrom kanalisieren.

Wohnmobilbesitzer können den Pop-Up-Campingplatz am Steinberger See bis Oktober nutzen.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Mit den Lockerungen der Corona-Regeln wird ein Run auf die Campingplätze einsetzen. Davon ging VG-Hauptamtsleiter Reinhard Schuss aus, als er bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag die Richtlinien für den Betrieb von Campingplätzen erläuterte.

Grundsätzlich sei dafür eine baurechtliche Genehmigung erforderlich, so der Diplom-Verwaltungswirt. Das Problem: Diese Voraussetzung erfüllt das Gelände am Movin`Ground momentan noch nicht. Um den Bedarf an Stellplätzen am See dennoch zu decken, soll der Betreiber des Freizeitparks eine Sondergenehmigung erhalten. Zumindest bis Oktober und unter strengen Auflagen des Landratsamtes. Der Gemeinderat erteilte die Genehmigung für diesen „Pop-Up-Campingplatz“, also für ein Provisorium, um damit, wie Bürgermeister Harald Bemmerl betonte, einem "wilden Campen“ vorzubeugen.

Die Firma „InMotion“ will an der Kugelwirtschaft am Steinberger See weitere Sitzgelegenheiten schaffen, Sport- und Freizeitanlagen errichten und Event-Hütten bauen. Der Gemeinderat änderte deshalb bereits in der Februar-Sitzung den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Naturnaher Freizeitpark mit Kugelturm“, ließ ihn zur öffentlichen Einsicht auslegen und berücksichtigte die eingegangenen Stellungnahmen. Am Dienstag beschlossen die Gemeinderäte nun diese Änderung als Satzung. Auf dem Kugel-Gelände entstehen Hütten für die Bewirtung und Unterhaltung der Gäste sowie ein Sport- und Freizeitpark mit Niedrigseilparcours, „Kugelbahn“ und Trampolin. In unmittelbarer Nähe zur Kugel baut die „Chalet Resort Seenland GmbH“ für 5,8 Millionen Euro eine Ferienhaussiedlung mit 22 Holzhäusern. Zielgruppen des Resorts sind Familien mit Kindern, die das Seenland für sportliche Aktivitäten nutzen und in den Chalets übernachten wollen.

Die Gemeinderäte verabschiedeten einstimmig den Etat 2021 mit einem Verwaltungshaushalt von 4,1 und einem Vermögenshaushalt von 3,08 Millionen Euro. Zur Finanzierung beansprucht die Gemeinde ein Darlehen von 730 000 Euro. Für Bürgermeister Harald Bemmerl sei die Kreditaufnahme kein Problem, liege die Gemeinde bei einer Pro-Kopf-Verschuldung von 523 Euro pro Einwohner doch weit unter dem Landkreisdurchschnitt. Der Bürgermeister nennt ein weiteres Kriterium, durch das sich Steinberg am See von anderen Kommunen unterscheidet: „Wir haben die Haushalte 2019 und 2020 zu hundert Prozent abgearbeitet“. Auch die Zuführung von 306 000 Euro vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt zeuge von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Gemeinde, so Bemmerl. Diese Meinung vertraten auch die Fraktionssprecher Bernd Hasselfeldt (CSU) und Klemens Hecht (SPD), die ihre Zustimmung zum Haushaltsentwurf signalisierten und dem Finanzausschuss und dem Kämmerer für die Arbeit dankten.

Am See entsteht eine Ferienhaussiedlung

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