15.05.2020 - 10:35 Uhr
Steinberg am SeeOberpfalz

Ruhe vor dem Sturm: So bereiten sich die Betreiber am Steinberger See vor

Der Urlaub in der Region könnte heuer ganz neue Dimensionen annehmen. Fernreisen wird es wohl 2020 keine mehr geben. Die Betreiber am Steinberger See bereiten sich auf einen Ansturm von Gästen vor.

Ab Samstag macht die Erlebnisholzkugel am Steinberger See wieder auf. Die Betreiber rund um den See rechnen mit einem Besucheransturm.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Nach Pfingsten wird es wieder ernst. Neben der Gastronomie sollen dann auch Tourismus und Naherholung in der Region wieder möglich sein. Damit das auch am Steinberger See klappt, hat sich Steinbergs Bürgermeister Harald Bemmerl mit Landrat Thomas Ebeling, Gastronomen, Tourismus-Dienstleistern, den Tourismusverbänden und dem Tourismusverein sowie der Wasserwacht und der Gemeindeverwaltung getroffen, um einen gemeinsamen Plan zu schmieden.

Das zentrale Thema dabei war die ohnehin stark angeschlagene Saison 2020. Für die wichtigsten Fragen rund um die Regeln und Hygienevorschriften am See war Gerhard Domeier zuständig. Er ist Teil des Corona-Krisenteams aus dem Landratsamt Schwandorf.

Freizeit-Sommer abgespeckt

Was den Besucherandrang zum Start der Saison angeht, schieden sich, laut einer Pressemitteilung, die Geister der Betreiber. Demnach hätten die Besucher die ersten wieder erlaubten Angebote wie zum Beispiel den Bootsverleih trotz Sonnenscheins und warmer Temperaturen eher zurückhaltend angenommen. "Die Leute sind immer noch vorsichtig", wird Stephan Müller, der Betreiber des Seetreffs Müller in der Pressemitteilung zitiert.

Allerdings würden die Verantwortlichen zumindest mittelfristig mit sehr hohen Besucherzahlen rechnen. "Unser Ministerpräsident Markus Söder wirbt gerade sehr aktiv für Urlaub in Bayern. Das wird ein großes Thema", sagte Ebeling.

Weil Fernreisen in diesem Jahr kaum möglich sein werden, rechnen die Betreiber am Steinberger See mit einem Boom beim Heimaturlaub. Laut Pressemitteilung sei der See gut auf kommende Lockerungen vorbereitet. Gerhard Domeier betonte, dass es für alle Einrichtungen konkrete Vorgaben geben werde, Detailfragen müssten aber immer neu geklärt werden.

Betrieb läuft am Samstag an

Die Erlebnisholzkugel wird diesen Samstag wieder öffnen. Allerdings mit Einschränkungen. Besucher müssen Masken tragen und die Mindestabstände einhalten. Sitzflächen auf der Aussichtsplattform bleiben gesperrt, die Betreiber begrenzen die Zahl der Menschen, die sich in der Kugel aufhalten dürfen. Die Wakeboardanlage ist schon wieder offen, die Liftanlagen dürfen aber nur von fünf Menschen gleichzeitig benutzt werden. Wer auf das Brett will, muss im Voraus Tickets reservieren.

Laut Pressemitteilung könnten andere Betreiber bei der Wakeboardanlage spicken. Der Fahrradverleih zum Beispiel. "Eine geführte Tour mit fünf Personen inklusive Guide unter Einhaltung der Mindestabstände ist denkbar", wird Domeier zitiert.

Was die Gastronomie angeht, gibt es aktuell nur einzelne Angebote. Zum Beispiel einen To-Go-Service am Waldcafé. Ab Montag, 18. Mai, können aber auch die Biergärten wieder öffnen - natürlich unter Auflagen. Die Kugelwirtschaft öffnet am Mittwoch, 20. Mai. Die Betreiber hoffen, dass ab Montag, 25. Mai, der Innenbereich folgen kann.

Laut Pressemitteilung müssen die Konzepte für den Betrieb um den See unterschiedlich umgesetzt werden. Der eingezäunte Freizeitpark "MovinGround" wird es zum Beispiel leichter haben, persönliche Daten von Gästen aufzunehmen, während der Seetreff Müller sich etwas anderes Überlegen muss. Durch dessen Grundstück führt nämlich der Seerundweg.

Dass die Daten der Gäste aufgenommen werden müssen, daran besteht kein Zweifel. Das "wird erforderlich sein, um Kontaktpersonen im Corona-Fall schnell ermitteln und kontaktieren zu können", heißt es in der Pressemitteilung.

Lesen Sie hier die Vorgeschichte: Die Holzkugel-Wirte ziehen vor Gericht. Ist das Coronavirus ein Versicherungsfall?

Steinberg am See

Vorbereiten auf extreme Tage

Lukas Zweck von der Wasserwacht rechnet, dass es auch diese Saison "Großkampftage" geben wird. "Wir erinnern uns alle an das Wochenende im Februar 2019. Da wurden wir regelrecht überrannt", sagte Bürgermeister Harald Bemmerl.

Allerdings habe sich seitdem einiges getan. Die Verkehrsführung sei verbessert, die Parkplatzkapazitäten deutlich erhöht worden. Zudem stünden Notparkplätze zur Verfügung. Bleibt zu hoffen, dass das Virus der Saison nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht.

Hier geht's zur Website der der Tourismusarbeitsgemeinschaft Oberpfälzer Wald

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