01.05.2021 - 06:42 Uhr
Steinberg am SeeOberpfalz

Rutschen bis die Backen glühen: Sportliche Zwillinge stellen Weltrekord auf

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Julia und Stephanie Müller sind als "Squattwins" auf Instagram bekannt. Am Freitag haben sie den Weltrekord im Dauerrutschen auf der Erlebnisholzkugel am Steinberger See aufgestellt. Bis 22 Uhr waren sie 172 Mal gerutscht.

Die Zwillinge Julia (sitzend) und Stephanie Müller haben am Freitag einen Weltrekord im Rutschen am Steinberger See aufgestellt. Die Kraftsportlerinnen sind besonders über ihren Instagram-Kanal „Squattwins“ bekannt.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Bis Freitag 22 Uhr hätten Julia und Stephanie Müller, die als die "Squattwins" auf Instagram bekannt sind, Zeit gehabt, den Weltrekord im Dauerrutschen aufzustellen. Doch solange hat es bei Weitem nicht gedauert. Bereits kurz vor 15 Uhr rutschten sie das letzte Mal von der Riesenrutsche durch die Erlebniskugel am Seinberger See. Milena Ostner von der Kugel-Betreiberfirma InMotion-Park-Steinberg am See teilte am Freitag mit: "Die Mädels haben danach eine kurze Pause gemacht und geben jetzt bis 22 Uhr noch einmal ihr Bestes. Sie wollen dafür sorgen, dass der Rekord so schwer wie möglich zu knacken ist." Am Ende erreichten sie eine Dauerrutschstrecke von 13,76 Kilometern. Das bedeutet, sie sind insgesamt172 Mal bei einer permanenten Steigung von sechs Prozent die 500 Meter durch die Holzkugel bis nach oben gelaufen. Jede der beiden Leistungssportlerinnen hat mit einer Laufleistung von 43 Kilometern etwas mehr als eine Marathondistanz bewältigt. Nach dem Ende ihres Rutschtags sagten die Zwillinge: „Wir sind überglücklich und ganz schön geschafft."

Die Zwillinge Julia und Stephanie Müller (37) stehen auf schräge Weltrekordversuche. Eine Kostprobe: Die beiden halten den Rekord für die meisten eingedrehten Lockenwickler auf einer Achterbahn innerhalb einer Minute. Die beiden dürften dem ein oder anderen Instagram-Nutzer unter dem Namen "Squattwins" ein Begriff sein. Ihr Kanal hat mittlerweile mehr als 319 000 Follower.

Am Donnerstag hatten sie bei einem Pressetermin an der Kugel bereits über ihr ambitioniertes Ziel gesprochen. "Wir haben uns beim Rekordinstitut in Deutschland informiert, ob es den Rekord schon gibt und es hat sich herausgestellt, dass wir den Erstrekord aufstellen werden. Er ist ursprünglich auf 24 Stunden deklariert worden", sagte Stephanie Müller.

Wegen der Coronapandemie mussten die beiden allerdings ein paar Einschränkungen in Kauf nehmen. Zunächst fand der Rekordversuch ohne Publikum statt. Zudem wurde den beiden etwas von der Zeit gekappt, damit die Zwillinge nicht gegen die geltende Ausgangssperre verstoßen. "Wir müssen die festgelegte Strecke also in 17 Stunden absolvieren", erklärte Julia Müller. Die beiden Kraftsportlerinnen waren dafür gut vorbereitet und trainierten seit längerem dafür, den Rekord zu knacken. Dennoch keine leichte Aufgabe, denn ihnen wurde vorgegeben, dass sie mindestens zehn Kilometer rutschen müssen. Das bedeutet, dass sie zusammen mindestens 125 Mal die 500 Meter Aufstieg bei einer Steigung von sechs Prozent in der Kugel hinauflaufen mussten. Überschlagen war das für jede eine Strecke von rund 30 Kilometern. "Wir sind guter Dinge, dass wir den Rekord in die Oberpfalz holen werden", sagte Stephanie.

125 Mal Rutschen ist Minimum

Schon am Donnerstag hatten sie angekündigt, sollten die Zwillinge vor Ablauf der 17 Stunden ihr Ziel erreicht haben, auf keinen Fall einfach aufzuhören. "Unser Ziel ist es eigentlich, 12 bis 15 Kilometer zu rutschen. Wir wollen so viel wie möglich schaffen, damit der Rekord dann auch ein bisschen länger besteht und nicht gleich gebrochen wird", sagte Julia Müller. "Uns fehlen ja die sieben Stunden wegen der Ausgangssperre. Die nächsten, die unseren Rekord brechen können, werden dann wieder 24 Stunden haben. Denen wollen wir es nicht so einfach machen", fügte ihre Schwester an. Sie wollten solange sie können "Vollgas geben".

In vier mal vier Blöcken wollten die Müller-Schwestern zum Ziel kommen. Dabei hatten sie insgesamt gerade einmal eine Stunde für Pinkel- und Essenspausen eingeplant. "Eventuell müssen wir auch individuell abweichen. Wir werden sehen, wie es klappt", sagte Julia.

Unterstützung von der Familie

Um 5 Uhr morgens fiel bereits der Startschuss. "Um 21.59 Uhr ist Schluss, damit wir uns an die Ausgangsbeschränkung halten können", sagte Stephanie. Ganz alleine waren die beiden dann am Freitag aber doch nicht. "Wir haben das beste Team, das man sich vorstellen kann. Unsere Eltern und unsere Freunde unterstützen uns. So kann das auf jeden Fall funktionieren, mit dieser mentalen Unterstützung", sagte Julia.

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Oberviechtach

Warum wollen die Zwillinge überhaupt so einen extremen Rekord aufstellen? Die Antwort hatte Julia parat: "Wir finden es faszinierend, wie viel der menschliche Körper leisten kann. Wir wollten an unsere Grenzen gehen - und am besten darüber hinaus."

Julia und Stephanie Müller sind eigentlich Kraftsportler und waren ursprünglich weniger auf Ausdauer eingestellt. "Wir haben uns mit einem Wechsel aus 20 Kilometer Fahrradfahren, Sprints, Zirkeltraining und Zeitfahren auf den Rekordversuch vorbereitet, damit wir ein bisschen mehr Kondition aufbauen können." Testen konnten die Zwillinge nicht, ob das Training für den Versuch ideal war, denn sie hatten am Freitag nur den einen Versuch. "Aber wir glauben, dass wir das hinbekommen können", sagte Stephanie.

Das Schlimmste, was den beiden beim Versuch hätte passieren können, wäre eine Verletzung gewesen. "Dann muss man gucken, was ist, aber wir geben nicht einfach so auf. Zur Not tapen wir das Ganze halt", sagte Julia. Die Zwillinge sind sich sicher, dass die Riesenrutsche nicht der letzte Weltrekordversuch gewesen sein wird. Welchen Plan sie noch haben, wollten sie aber nicht verraten.

Hintergrund:

Zu den Personen: Die "Squattwins" Julia und Stephanie Müller

  • Die Zwillinge Julia und Stephanie Müller aus München sind in erster Linie bekannt durch ihren Instagram-Kanal „Squattwins“, mit dem sie mittlerweile mehr als 319 000 Follower gesammelt haben.
  • Die beiden Frauen haben zudem eine eigene Sportmoden-Kollektion mit dem Namen JS-Gymwear und haben außerdem Trainings-E-books, mit denen sie ihren Fans erklären, wie sie sich fit halten können.
  • Julia und Stephanie Müller haben bereits zwei Weltrekorde auf Achterbahnen aufgestellt. Der eine, bei dem es um die meisten T-Shirt-Wechsel ging, wurde bereits gebrochen. Der andere, bei dem sich die beiden die meisten Lockenwickler auf einer Achterbahn eindrehten, ist nach wie vor existent.
  • 2021 waren sie bei der „Sat-1“-Spieleshow „Five Gold Rings“.
  • 2020 waren sie in zwei Sendungen des Senders „RTL“ zu sehen. Dabei handelte es sich um die Formate „Kitsch oder Kasse“ und „Die Superhändler“.
  • 2019 haben sie an der Pro7-Sendung „Renn zur Million … wenn Du kannst!“ teilgenommen, und der Sender TV-Tokio drehte einen Beitrag über einen ihrer Weltrekorde.
  • 2016 waren die Zwillinge im SWR „Nachtcafé“ in der Sendung „Schlank macht glücklich“ zu sehen. Außerdem nahmen sie an einer Aktion bei der RTL-Sendung „Das Supertalent“ teil.
  • 2011 haben die Beiden die Wahl zum Trachten-Madl in Erding gewonnen.

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