Steiningloh bei Hirschau
04.08.2019 - 09:10 Uhr

Steiningloher Kirwastodl-Nächte sind lang

„Kreuzberger Nächte sind lang“ haben einst die Gebrüder Blattschuss gesungen. „Stodlkirwa-Nächte sind lang“ können diejenigen anstimmen, allen voran die zwölf Kirwapaare, die bei der neunten Steiningloher Kirwa dabei gewesen sind.

Beim Baumaustanzen beweisen die Steiningloher Kirwaburschen, dass sie ihre Moidln, wenn nötig, auch auf Händen tragen. Jedenfalls tun sie das eindrucksvoll beim „Mühlradl". Bild: u
Beim Baumaustanzen beweisen die Steiningloher Kirwaburschen, dass sie ihre Moidln, wenn nötig, auch auf Händen tragen. Jedenfalls tun sie das eindrucksvoll beim „Mühlradl".
Das Baumaustanzen endet mit der Kür von Marie Giehrl und Erik Remhof zum neuen Oberkirwapaar. Beim Abbruch des obligatorischen Walzers halten sie den Blumenstrauß in Händen. Bild: u
Das Baumaustanzen endet mit der Kür von Marie Giehrl und Erik Remhof zum neuen Oberkirwapaar. Beim Abbruch des obligatorischen Walzers halten sie den Blumenstrauß in Händen.
Die Steiningloher Kirwaleit betreiben engagierte Nachwuchsarbeit. Nicht nur die feschen zwölf Kirwapaare, sondern auch vier Kinder-Kirwapaare dürfen zu den Klängen der Allerscheynst’n um den Kirwabaum tanzen. Bild: u
Die Steiningloher Kirwaleit betreiben engagierte Nachwuchsarbeit. Nicht nur die feschen zwölf Kirwapaare, sondern auch vier Kinder-Kirwapaare dürfen zu den Klängen der Allerscheynst’n um den Kirwabaum tanzen.

Das Wetter zeigte sich zwar launisch am Steiningloher Kirwawochenende. Dem Besuch und der Stimmung konnte das aber nichts anhaben. Ob Samstag oder Sonntag – im bis in die ganz späte Nacht voll besetzten Kirwastodl ging es heiß her. Und am Sonntagnachmittag drängten sich die Zuschauer auf dem Vorplatz beim Baumaustanzen. Die 24 Meter hohe Fichte mit dem Namen Burli hatte heuer Jakob Stauber aus dem Kirchenholz gestiftet. Am Samstagnachmittag halfen viele fleißige und kräftige Hände zusammen, um den Burli in die Senkrechte zu hieven, das Kommando hatte Martin Kick.

Es ist eine Steiningloher Besonderheit, dass der Festgottesdienst nicht am Sonntagvormittag, sondern bereits am späten Samstagnachmittag gefeiert wird. Wegen der laufenden Sanierung der Dorfkapelle zelebrierte ihn der Ursulapoppenrichter Pfarrer Eduard Feichtmeier auf dem Platz vor dem Feuerwehrhaus. Die Gruppe Eviva sorgte für eine ansprechende musikalische Gestaltung. Nach dem Schlusssegen zogen die zwölf Kirwapaare und die Gottesdienstbesucher zum Kirwastodl, angeführt von der Band „Die Lumpen“. Bayerisch, zünftig, urig und fetzig!, heißt es auf deren Homepage. Diesem Anspruch wurden die vier Musiker vollauf gerecht. Sie brachten die Stimmung förmlich zum Brodeln und animierten so manches Pärchen, das Tanzbein zu schwingen.

Halbwegs ausgeruht machten sich die Burschen am frühen Sonntagnachmittag auf den Weg, um ihre Moidln mit dem Kirwawagen zum Baumaustanzen abzuholen. Auf dem Festplatz wurden die Paare von den zahlreichen Zuschauern schon sehnlichst erwartet. Zunächst gab es eine unangenehme Überraschung. Ein kräftiger Regenschauer ging nieder und setzte den Festplatz unter Wasser. Pünktlich zum Baumaustanzen lachte aber wieder die Sonne vom weiß-blauen Himmel.

Das Publikum wurde dann Zeuge einer Steiningloher Kirwapremiere: Vier Kinder-Kirwapaare tanzten, begleitet von den Allerscheynst’n, um den Kirwabaum. Es war einfach herzig anzuschauen, wie die Kleinen den mit ihnen von Christina Pfab eingeübten Siebenschritt und die Kinderpolka präsentierten. Den Riesenapplaus hatten sich die Kinder redlich verdient. Die großen Kirwapaare warteten mit der Sternpolka, der Schleudermazurka und dem Mühlradl auf. Dass diese perfekt klappten, war auch das Verdienst von Eva Ries und Franzi Mader vom Hirschauer Heimat- und Trachtenverein. Sie hatten wieder die Tänze einstudiert und wurden für ihre Mühen mit Blumen entschädigt. Mit dem abschließenden Ehrenwalzer wurde das neue Oberkirwapaar ermittelt: Beim Musikstopp hielten Marie Giehrl und Erik Remhof den Blumenstrauß in Händen.

Dass dann den ganzen Abend bis in die Nacht Superstimmung herrschte und es auf dem Festplatz und im Stodl rund ging, dafür sorgten die Salleröder Boum. Zu später Stunde wurden der Baum und viele Sachpreise und Gutscheine verlost. Als glücklicher Gewinner wurde Erich Stauber, der Vater des Baumstifters, gezogen. Er gab den Baum zurück, der dann endgültig von Sandro Strazzacappa zugunsten der Kirwaleit ersteigert wurde.

Als goldrichtig erwies es sich, wieder einen dritten Kirwatag anzuhängen. Am Montag wurde nochmals der Grill angeschürt. Viele Firmen- und Behördenvertreter fanden sich zusammen mit den Kirwaapaaren zum Mittagessen ein und ließen sich die Steaks, die Bratwürstln mit Kraut, den Käse, das Gebäck und die Frischgetränke schmecken.

 
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