23.11.2018 - 19:48 Uhr
Oberpfalz

Stiftland-Gemeinden wollen es nun wissen

Zusammen mit engagierten Bürgern will das Stiftland nun eine schlagkräftige Bewerbung für das Gütesiegel "Staatlich anerkannte Öko-Modellregion" auf den Weg bringen. Die Initiatoren wissen aber auch: Leicht wird's nicht.

Das Stiftland hat ebenso wie der Steinwald das Zeug zur Öko-Modellregion, darin sind sich die Initiatoren einig. Für eine schlagkräftige Bewerbung braucht es aber mehr als „nur“ wunderschöne Landschaften, wie hier auf dem Bild zu sehen. Am Donnerstag sollen bei einer Sitzung in Waldsassen Mosaiksteine für ein schlagkräftiges Bewerbungskonzept gesammelt werden.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Waldsassen/Bärnau. (wb) Rund zwei Dutzend Regionen wollen bei der nächsten Vergabe das Gütesiegel für ihr Gebiet bekommen. Nur sechs kommen zum Zug. Sprecher Roland Grillmeier vom Zweckverband der Interkommunalen Zusammenarbeit (Ikom) Stiftland lässt sich davon nicht entmutigen.

Ebenso wie Sachgebietsleiterin Kerstin Walch vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) und Landwirtschaftsdirektor Wolfgang Wenisch vom Tirschenreuther Amt für Landwirtschaft zeigte er sich bei einer Besprechung im Bärnauer Rathaus überzeugt, dass die Region das Potenzial hat, eine Öko-Vorzeigeregion für Bayern zu werden. Davon könnten nicht nur die Land- und Teichwirtschaft, sondern auch der Tourismus profitieren, meint Grillmeier.

Angestoßen hat die Bewerbung Landwirtschaftsdirektor Wenisch: „Das wäre ein Pfund, mit dem man wirklich wuchern könnte. Aber das Auswahlverfahren ist sehr hart.“ Auch wenn das Stiftland letztlich nicht zum Zuge kommen sollte, lohne sich solch eine Bewerbung, weil davon viele neue Impulse ausgingen, warnt Wenisch vor zu viel Euphorie.

Impulsgeber und Öko-Idealisten sucht die Ikom Stiftland nun. Und die Findung muss schnell gehen. Schon am Donnerstag, 29. November, ist um 19 Uhr ein erstes Treffen mit potenziellen Mitstreitern im Katholischen Jugendheim Waldsassen geplant. Land- und Teichwirte sind dazu ebenso eingeladen wie Unternehmer im Tourismus- und Verpflegungsbereich sowie alle, die an der Informations- und Bewusstseinsbildung in der Region mitwirken.

Mit am Tisch wird dann auch Dr. Robert Leiner von der iq-Projektgesellschaft aus München sitzen, den die Ikom Stiftland mit der Ausarbeitung der Bewerbung beauftragt hat. „Wichtig für einen Erfolg ist, dass Landwirtschaft, Tourismus und auch die Karpfenregion alle die Botschaft senden: Wir wollen Öko-Modellregion werden“, erläuterte er. Leiner sucht für die Bewerbung nicht nur Leute, die bereits in „Sachen Bio“ unterwegs sind, sondern auch findige Unternehmer, die in diesem Bereich ihre Zukunft sehen, sich hier neu orientieren wollen oder pfiffige neue Ideen haben. Leiner: „Jeder, der sich das für seinen Betrieb vorstellen kann, ist willkommen.“

Grillmeier hofft, dass das katholische Jugendheim beim „Brainstorming“ am Donnerstag richtig voll ist. „Denn ein bisschen Öko wird für eine erfolgreiche Bewerbung nicht reichen“, so der Mitterteicher Bürgermeister. Denkbar seien dabei alle möglichen Projekte, von reinen Bio-Bauernmärkten über die Erzeugung von Bio-Karpfen und Bio-Klosterprodukte bis hin zum Bio-Naturtourismus.

Um das Treffen besser vorbereiten zu können, sollen sich alle Interessierten bei Johannes Prechtl von der Ikom im Bärnauer Rathaus anmelden. Er ist unter Telefon 09635/9242378 oder E-Mail johannes.prechtl[at]ikomstiftland[dot]de zu erreichen.

Vorsitzender Roland Grillmeier (Mitte) und seine Mitstreiter sind sich sicher, dass die Region genügend Potenzial als Öko-Modellregion hat.
Öko-Modellregion:

Der Wettbewerb „Staatlich anerkannte Öko-Modellregionen“ soll die Produktion heimischer Bio-Lebensmittel und das Bewusstsein für regionale Identität voranbringen. Bereits zwölf Öko-Modellregionen arbeiten als Impulsgeber an der Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus in Bayern, darunter auch der Steinwald. Jetzt haben sechs neue Regionen die Chance, Öko-Modellregion zu werden. Die Sieger erhalten neben dem Gütesiegel zwei Jahre lang eine professionelle Prozessbegleitung. Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten übernimmt 75 Prozent der Kosten, die restlichen 25 Prozent müssen die Gemeindeverbünde selbst tragen. Bewerben konnten sich Verbünde, die als Beispiel für ökologisch vorbildliche Leistungen fungieren wollen. Sie sollten die Größe eines Landkreises nicht überschreiten und ein räumlich zusammenhängendes Gebiet abdecken. Bis zum 31. August mussten sie ihr Interesse bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) bekunden. Die Regionen, welche die Vorauswahl überstanden haben, müssen nun bis Ende Januar Bewerbungskonzepte einreichen. das Entwicklungs- und Projektansätze zur Förderung des ökologischen Landbaus in der Region sowie des Einsatzes heimischer Öko-Lebensmittel beschreibt. Aus den Eingaben wählt eine Jury die neuen Öko-Modellregionen aus.

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