29.05.2020 - 09:27 Uhr
StörnsteinOberpfalz

Gemeinderat Störnstein sauer auf Architekten: Bau der Kulturscheune verzögert sich stark

Im Juni sollte sie fertig sein, die Kulturscheune. Aber von dem Termin hat die Gemeinde sich längst verabschiedet. Das Dach ist noch nicht einmal eingedeckt. Der Gemeinderat überlegt, die Architekten abzumahnen.

Die Kulturscheune sollte im Juni fertig sein, inzwischen traut sich Bürgermeister Markus Ludwig keinen Einweihungstermin mehr zu nennen. Der Zeitplan ist heillos überschritten.
von Gabi EichlProfil

Bei der Grundsteinlegung im September 2019 hieß es noch, mit der Fertigstellung sei im Frühsommer 2020 zu rechnen. Die Erinnerung daran lässt einige Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung bitter lächeln. Bürgermeister Markus Ludwig sagt, er traue sich derzeit nicht, einen Einweihungstermin zu nennen.

Ludwig bringt die Gemeinderäte auf den aktuellen Stand. Es werde auf der Baustelle gearbeitet, sagt er, aber es tue sich nicht das, was es sollte. Der Zeitplan sei heillos überschritten: „Es verzögert sich Gewerk um Gewerk.“ Das Planungsbüro, die Neustädter Greiner-Architekten, bringe aktuell auch die Corona-Pandemie ins Spiel, aber er bezweifle stark, dass es allein daran liege.

Mehrkosten aktuell nicht bekannt

Otto Müller (Bürgerliste) fragt nach den Mehrkosten. Ludwig muss passen; ob und in welcher Höhe die Verzögerungen das 1,4-Millionen-Projekt verteuerten, sei im Moment nicht bekannt.

Die Gemeinderäte schießen sich auf Diplomingenieur Jochen Rosner ein, der den Bau betreut. Gerhard Trottmann (SPD) fordert, Rosner solle in einer der nächsten Sitzungen Rede und Antwort stehen. Eka Reber (FW) sagt, es sei traurig, dass dieser nicht von sich aus auf den Gemeinderat zukomme. Die Pandemie tauge nicht als Ausrede für die Verzögerungen. Reber: „Wie Bittsteller müssen wir hinterher rennen.“

Bericht über die Grundsteinlegung der Kulturscheune

Störnstein

Karlheinz Schreiner (FW) will prüfen lassen, ob man die Planer nicht abmahnen und gegebenenfalls entlassen könne. Der FW-Sprecher Hubert Meiler sieht eigenem Bekunden nach die Architekten in der Verantwortung, nicht die am Bau beteiligten Firmen. Es fehle an der Koordinierung. Meiler schlägt vor, künftig auch den Bauausschuss zu den Vor-Ort-Terminen mit dem Planer zu laden. Jürgen Völkl (CSU) rät dazu, einen Blick darauf zu haben, ob das Planungsbüro nicht am Ende noch an den Mehrkosten verdiene.

Zur Diskussion stellt der Bürgermeister ein Angebot der Zeno für eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Kulturscheune in Höhe von 34.000 Euro. Die beiden SPD-Gemeinderäte Gerhard Trottmann und Konrad Schell sprechen sich klar dagegen aus; sie seien grundsätzlich für PV-Anlagen wo immer möglich, aber nicht auf dem Dach der Kulturscheune. Schell sagt: „Dann hätten wir nicht die teure Biberschwanz-Eindeckung gebraucht.“ Trottmann fügt an, man habe bei der Scheune schon genug Abstriche von den ursprünglichen Plänen machen müssen. FW-Sprecher Hubert Meiler schlägt alternativ vor, die Anlage auf die Pergola und die West-Seite des Daches zu beschränken. Ludwig bezweifelt, dass sich das noch rechnet, will den Vorschlag jedoch prüfen lassen.

Kaum Nutzen für die Gemeinde

Der CSU-Sprecher Benedikt Grimm verweist auf das „grundsätzliche Problem“, einerseits gegen eine HGÜ-Leitung wie den Süd-Ost-Link zu streiten, andererseits auch eine PV-Anlage aus optischen Gründen abzulehnen. Reber spricht davon, dass die Gemeinde von einer PV-Anlage auf dem Dach der Kulturscheune wenig Eigennutzen hätte, da man das Gros des Stromertrags wohl ins Netz würde einspeisen müssen, denn die Scheune selbst werde keinen allzu hohen Stromverbrauch haben.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.