05.08.2021 - 17:35 Uhr
StörnsteinOberpfalz

Tiefs dominieren das Wetter von Juli bis August

Mal schwülwarm, dann wieder nass und kalt. Als Sommer, wie er früher einmal, präsentierte sich der Juli auch in Störnstein wahrlich nicht.

Wolken und klare Luft sorgen im Juli für spektakuläre Farbspiele am Himmel über der Störnsteiner Wetterstation.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

"Der Juli 2021 zeigte sich von der wechselhaften Seite, kein stabiles Hoch konnte sich durchsetzen", meint Wetterbeobachter David Frahnow. "Dafür wechselte sich schwülwarme Luft mit nasser und zu kühler Luft regelmäßig ab." Mit einer Durchschnittstemperatur von 17,6 Grad endete der Juli in Störnstein um 1,0 Kelvin unter dem 20-Jährigen Wert.

Die höchste Temperatur wurde nach Frahnows Messungen im Garten seiner Eltern in Störnstein am 6. Juli mit 28,6 Grad Celsius erreicht. "Das ist weit weg von der Hitze, die es in den vorhergehenden Jahren immer gab." Mit 9 Sommertagen waren es 5 weniger als im Mittel. Die tiefste Temperatur registrierte die automatische Wetterstation am 3. Juli mit 8,2 Grad Celsius.

Faulende Erdbeeren

Der Juli brachte bis zur Monatsmitte zunächst regional heftige, teils auch gewittrige Niederschläge samt Überflutungen mit sich. "Störnstein blieb von den Extremniederschlägen verschont", freut sich der in Hamburg lebende Frahnow. "Dennoch gab es zwei Ereignisse in kurzer Zeit, an denen mehr als 20 Liter in der Stunde vom Himmel herunter kamen." Insgesamt fielen im Juli 150,6 Liter Regen. Das sind 200 Prozent vom Soll. An 18 Tagen regnete es, gegenüber 15 im Mittel. "Dies führte dazu, dass die Erdbeeren heuer schneller faulten, als man sie ernten konnte."

Siebenschläfer entscheidet

Anhaltspunkte für den Sommertrend gab es zwischen dem 27. Juni und dem 8. Juli. In diesem Zeitraum liegt Siebenschläfer. Laut der Bauernregel "das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen lang so bleiben mag", lässt diese Zeit in die nahe meteorologische Zukunft blicken. Das heißt, wenn Ende Juni, Anfang Juli nasses und kühles Wetter überwiegt, ist die Wahrscheinlichkeit für einen unterkühlten und feuchten Sommer relativ hoch. Dieses Jahr fiel diese Periode unbeständig kühl und nass aus. "Eine stabile Wetterlage wird sich wohl erst Ende August durchsetzen", schließt Frahnow. "Bis dahin wird ein Tief nach dem anderen über uns hinweg ziehen."

Zum Vergleich der Störnsteiner Werte verweist Frahnow auf die Beobachtungen des Deutschen Wetterdienstes für Bayern, der eine Durchschnittstemperatur von 17, 8 Grad Celsius (Störnstein: 18.6) registrierte. Am 6. Juli übermittelte Rosenheim mit 32,8 Grad Celsius die bundesweit höchste Temperatur. Immer wieder wurde Bayern von Starkregenfällen heimgesucht, die mit Überflutungen und Hochwasser endeten. Während am 8. insbesondere die Regionen von Mittelfranken bis Schwaben betroffen waren, wurden am 17. und 18. der Chiemgau und das Berchtesgadener Land erfasst. Am 28. sorgten schwere Gewitter mit Orkanböen im südlichen Oberbayern für abgedeckte Dächer und überflutete Straßen. Zum Monatsausklang kam es an den Alpen zu weiteren Starkniederschlägen. Insgesamt fielen dort im Juli über 350 l/m². Die Sonne schien in der Fläche etwa 205 Stunden (221 Stunden).

Rekordnässe auch schon im Juni

Störnstein
Hintergrund:

Störnsteiner Vergleichsdaten im Juli

  • Durchschnittstemperatur: 18,6 Grad (höchste 2006: 20,8 Grad; niedrigste 2004: 15,6 Grad)
  • Absolute Höchsttemperatur: 6. Juli 2021: 28,6 Grad (5. Juli 2015: 35,8 Grad)
  • Absolute Tiefsttemperatur: 3. Juli 2021: 8,2 Grad am (14. Juli 2003: 4,8 Grad)
  • Regendurchschnitt: 75,2 Liter (trockenster 2018: 23,1 Liter, nassester bisher 2004: 139,4 Liter, jetzt neu 2021: 150,6 Liter)

Vergleichswerte seit Beginn von Frahnows Wetteraufzeichnungen 2001.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.